Christy S.

Zum Tod der aus Aschaffenburg stammenden Christy S. (kommunal.tk berichtete) gibt es eine Demonstration:
Samstag 18. Juni
14:00 Frankfurt Hauptbahnhof
16:00 Kundgebung Hauptwache

Der Aufruf dazu:

Tod im JobCenter

Am 19.05.2011 bat die 39-jährige Christy Schwundeck im JobCenter Frankfurt-Gallus um einen Barvorschuss aus dem ihr bereits bewilligten Hartz IV Antrag. Sie ging davon aus, dass ihr ein Barvorschuss auch rechtlich zusteht. Das JobCenter verweigerte eine Barauszahlung, stattdessen rief der Sachbearbeiter den Sicherheitsdienst, um Frau S. hinauswerfen zu lassen. Nachdem der Sicherheitsdienst schliesslich die Polizei verständigte, soll Frau S. angeblich ein Messer gezückt und einem Polizeibeamten — durch die Schutzweste hindurch — in den Bauch gestochen haben, woraufhin seine Kollegin, eine 28-jährige Polizistin, Christy S. mit ihrer Dienstwaffe erschoss. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt behauptete noch am gleichen Abend gegenüber der Presse, der Schuss sei offensichtlich Notwehr gewesen.
Wir können diese Version der Geschichte nicht ganz glauben. Wir wollen wissen, was an diesem Tag wirklich im JobCenter Frankfurt-Gallus geschehen ist.
Nach Auffassung der Geschäftsführerin dieses JobCenters ist es ein ganz normaler Vorgang, wenn sie mehr als einmal pro Tag (!) einen Hartz VI Empfänger vom Sicherheitsdienst hinauswerfen lässt. Wir wollen wissen, warum Christy S. im Jobcenter vorgesprochen hat, und warum sie aus dem JobCenter hinausgeworfen wurde als sie um Geld bat, und wir wollen wissen, wie und warum es dabei zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung kam.
Polizeibeamte werden jahrelang darin ausgebildet richtig zu reagieren, wenn sie von einer Person mit einem Messer bedroht werden. Wir wollen wissen, warum dies der Frankfurter Polizei am 19.05.2011 offensichtlich nicht gelang. Was — ausser ihrer schwarzen Hautfarbe — unterscheidet Christy S. von anderen deutschen Hausfrauen in einem Konflikt mit der Polizei?
Die Angehörigen von Frau Schwundeck hatten vor dem JobCenter einen Kranz niedergelegt, der zwei Tage später plötzlich verschwunden war. Wir wollen wissen, wer der Familie des Opfers hier nicht erlauben wollte, zu trauern.
Es darf nicht sein, dass die JobCenter Frankfurt GmbH als Reaktion auf gewalttätige Auseinandersetzungen in ihrem Haus jetzt nur mit noch mehr Sicherheitsdienst reagieren will. Und es darf nicht sein, dass die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Landeskriminalamt nur halbherzig gegen die Polizistin ermitteln und die Öffentlichkeit mit Halbwahrheiten abgespeist wird.
Die Initiative Christy Schwundeck fordert die zuständigen Stellen auf, den Vorfall restlos aufzuklären und die richtigen Konsequenzen daraus zu ziehen.
Wir fordern die Organisation von Barauszahlungen bei der JobCenter Frankfurt GmbH!
Wir fordern ein ordnungsgemässes rechtstaatliches Ermittlungsverfahren gegen die Polizei!
Und wir wünschen uns auch ein Ende der unterschwelligen Vorverurteilung von Migrantinnen und Migranten, von Erwerbslosen, Wohnungslosen und Bedürftigen in der Berichterstattung eines Teils der Medien.
Christy Schwundeck war eine von uns. Wir werden sie nicht vergessen.

Kontakt über
InitiativeChristySchwundeck@gmail.com


1 Antwort auf “Christy S.”


  1. 1 Demonstration am 2.Juni! Aufklärung, immernoch! « kommunal.tk * kommunal.blogsport.de Pingback am 24. Mai 2012 um 15:26 Uhr
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