Nazi-Aktivitäten verharmlost – Bündnis gegen Rechts: Neonazis so aktiv wie lange nicht mehr

Pressemiteilung des Bündnis gegen Rechts Aschaffenburg

Die Medien-Aufmerksamkeit, die dem Thema „Rechtsextremismus“ mit Bezug zur Region jetzt auf Grund der aktuellen Enthüllungen um ein rechtsextremes Terror-Trio und die Beziehungen des Verfassungsschutzes zur Szene zuteil wird, sieht das Bündnis gegen Rechts Aschaffenburg mit Interesse, doch hat der Artikel „Rechtsextremismus: Löcher im braunen Netz“ vom 19.11.2011 im Main-Echo bei seinen Mitgliedern auch Besorgnis hervorgerufen.
Nach Ansicht des Bündnis gegen Rechts leistet der Artikel genau das, was dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ seine Aktivitäten erleichterte: eine Verharmlosung von Neonazis und ein Verschweigen ihrer tatsächlichen Aktivitäten. So heißt es: „Von den drei NPD-Kreisverbänden trete nur der Kreisverband Mainfranken mit politischen Aktionen an die Öffentlichkeit“ (Main-Echo).
Im Gegensatz zu den vornehmlich den Verfassungsschutzbericht zitierenden Stellen lässt die kontinuierliche Recherche von Mitgliedern im Bündnis gegen Rechts den Schluss zu, dass es im vergangenen Jahr 2011 einen spürbaren Anstieg der Aktivitäten von Neonazis in der Region Aschaffenburg/Miltenberg gab. Dabei trat vor allem der NPD-Kreisverband Aschaffenburg/Miltenberg wieder verstärkt in Erscheinung.

NPD

Den letzten öffentlichen Auftritt hatte die NPD bis dato auf der CSU-Informationsveranstaltung zum Moscheebau in Schweinheim. Damals konnte die NPD eine Zeit lang ungehindert Flugblätter verteilen, die CSU sah offenbar keine Notwendigkeit die Neonazis von vorneherein von ihrer Veranstaltung fern zu halten.
Zunehmende Propaganda in Form von Aufklebern und Werbematerial sind sowohl in Aschaffenburg als auch in verschiedenen Ortschaften – darunter Hösbach, Großostheim, Klingenberg und Kirchzell – zu beobachten.
Sowohl auf dem Aschaffenburger Volksfest wie auch auf dem Stadtfest verteilten Gruppen von ca. 10 Neonazis Materialien von NPD und Jungen Nationaldemokraten (JN). Bei einer Veranstaltung der Sparkasse mit dem Bundespräsidentschaftskandidaten Joachim Gauck am 27. September in Elsenfeld beklagte sich die NPD in Flyern darüber, dass ihr die Eröffnung eines Kontos verweigert worden sei. Am 22. Oktober folgte ein Infostand in Miltenberg.
Durch diese – wie Nazis auf ihren einschlägigen Webauftritten sich selbst einschätzen – erfolgreichen Aktionen können sie Selbstvertrauen gewinnen und Handlungsroutine aufbauen.
Der NPD-Kreisverband steht unter der Führung des ehemaligen Landesvorsitzenden der inzwischen verbotenen FAP Falko Schüssler aus Aschaffenburg, derzeit wohnhaft in Laufach. Er ist seit über 20 Jahren in verschiedenen Organisationen der Neonazi-Szene in Aschaffenburg und Umgebung die Führungsfigur. Seine Frau Sigrid Schüsssler ist im Landesvorstand der NPD Bayern aktiv.
Aus den im Februar 2011 veröffentlichten internen NPD-eMails geht hervor, dass der KV Aschaffenburg/Miltenberg ca. 15 Mitglieder umfasst. Das Umfeld an Sympathisanten wird ebenso groß geschätzt.
Dass Schüssler im Verfassungsschutzbericht seit Jahren nicht einmal erwähnt wird, passt nach Einschätzung des Bündnis gegen Rechts ins Bild der langjährigen kritischen Einschätzungen dieses Inland-Geheimdienstes.

Freie Kameradschaften

Die Szene der so genannten „Freien Kameradschaften“ zeigt in unserer Region vermehrt Aktivität. Zwei neue Websites mit hohen Zugriffszahlen und die Nutzung von Twitter und Facebook ermöglichen Neonazis ihre menschenfeindliche Propaganda zu verbreiten. Verschiedene Sprühereien in Aschaffenburg und Umgebung dürften auf das Konto „freien Kräfte“ gehen.
Dabei gibt es starke personelle Überschneidungen zur NPD, wie die Parteimitgliedschaft des Betreibers von „Arialds Netztagebuch“ zeigt.
Ein Highlight für die Neonazi-Szene war der „4. Nationale Frankentag“ am 13. August 2011 in Ansbach bei Marktheidenfeld. Bis zu 500 Nazis konnten nahezu unbehelligt feiern und den Reden des verurteilten Rechtsterroristen Martin Wiese lauschen. Scheinbar interessierten sich weder Verfassungsschutz noch Polizei dafür, dass Wiese auf diesem Konzert sein Kontaktverbot zu früheren Kameraden wieder einmal brach.
Das Konzert wurde organisiert vom „Freien Netz Süd“, einem Zusammenschluss parteiunabhängiger „Kameradschaften“ aus Bayern, deren Propaganda-Aufkleber häufig in der Region Aschaffenburg zu finden sind. Unter den anreisenden Autos wurden in Ansbach auch zahlreiche AB-, MIL- und MSP-Kfz-Kennzeichen beobachtet.
Es ist zu befürchten, dass dieses Event vor allem viele rechtsoffene Jugendliche politisiert hat, ein Zusammenhang mit den zunehmenden Naziaktivitäten liegt nahe.

Bundesweite Beteiligung

Neonazis aus Aschaffenburg nehmen regelmäßig an bundesweiten Demonstrationen teil, zum Beispiel:
- 13. Februar 2011 in Dresden „Gedenkmarsch“
- 30. April 2011 in Bremen „Soziale Sicherheit statt Raubtierkapitalismus“
- 1. Mai 2011 in Heilbronn „Fremdarbeiterinvasion stoppen – Arbeitsplätze zuerst für Deutsche!”
- 16. Juli 2011 in Gießen „Das System ist am Ende, wir sind die Wende!“
- 30. Juli 2011 in Wunsiedel, Rudolf Heß-Gedenken
Des weiteren sind mehrere Neonazis aus der Region in einem bundesweitem Sanitätsdienst für neonazistische Großveranstaltungen, den „Ersthelfern“, organisiert.

Die Grauzone

Abseits der offen und politisch auftretenden Neonazis hat sich am bayerischen Untermain auch eine subkulturelle Neonazi-Szene etabliert. Diese zeigt nicht nur wenig Interesse an politischen Aktivitäten, teilweise besteht sogar eine offene Feindschaft zu NPD- Mitgliedern. Umso mehr werden hier aber Nationalismus und Rassismus gepflegt, teilweise wird offen mit dem Nationalsozialismus sympathisiert.
Dies kann man gut in gängigen Social Networks beobachten. Hier schaffen Protagonisten der Szene den Brückenschlag in die Zivilgesellschaft. Sei es als Fußballfans des SV Haibach, als Mitglied des Schützenvereins SV Hubertus Oberbessenbach (Manuel Hart spielt in den Szenebands Nordglanz und Stray Bullet) oder mit dem Mömlinger Tattoo-Studio Low Life Rebel. Auch die kurzzeitige Existenz der Kneipe Dominatus Rockbar in Elsenfeld muss diesem Spektrum zugerechnet werden.
Unter dem Deckmantel des „Unpolitischen“ kann man offensichtlich auch mal mit Neonazis ein Bierchen trinken, wie das youtube-Video „Schlappeseppel-Song“ vermittelt. Einer der Protagonisten trägt dort ein Shirt mit der Aufschrift „Nationaler Sozialismus“, ein anderer eines mit „Anti-Antifa(schistisch)“. Keiner der zahlreichen Kommentatoren stört sich daran – ein Beispiel, wie es Neonazis immer besser schaffen, soziale Gegenwehr zu unterlaufen und sich als „eine politische Meinung unter vielen“ zu präsentieren.
Das Bündnis gegen Rechts Aschaffenburg schätzt diese Grauzone des braunen Dunstkreises am bayerischen Untermain auf etwa 50 Personen.

Netzwerk

Die neonazistische Szene am Untermain bildet ein Netzwerk. Es bietet Engagement in Parteien, wer unabhängig aktiv sein will, für den gibt es freie Kameradschaften. Engagieren kann man sich in klar definierten Einsatzgruppen wie z. B. bei Demonstrationen als Ersthelferin oder Ersthelfer. Besonders junge Frauen finden dies zur Zeit sehr schick. Auch für die Lebenswelt außerhalb der Politik ist alles geboten: eigene Bands und Musik-Labels, ein Internetversand, in dem sich der Neonazi und seine Kameradin einkleiden oder ausrüsten können sowie eigene Tatoo-Studios.
Wenn die Anhänger der rechten Szene sich dann noch unkommentiert in Szene setzen können oder, wie jetzt schon wieder geschehen, jahrelang bekannte Nazistrukturen als unbedeutendes löchriges Netz dargestellt werden, dann ist dies nicht nur gefährlich naiv, sondern unverantwortlich. Rechte Strukturen, rechte Symbolik und jedes Auftreten von Neonazis muss deutlich als solches erkannt, benannt und entschieden bekämpft werden.

Bündnis gegen Rechts

Das Bündnis gegen Rechts Aschaffenburg hat vor zwei Jahren sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Ein wesentlicher Teil seiner Arbeit besteht in der Recherche der rechten Szene am bayerischen Untermain, ein anderer im Versuch, zur Aufklärung über die Ursachen von Rassismus beizutragen und entsprechende Erscheinungen in der Öffentlichkeit zu brandmarken, wie z.B. in der Veranstaltung mit Dr. Sabine Schiffer zu „Islam in den Medien“ 2010 geschehen. Erst kürzlich war die Expertin Daniela Krause vom Bielefelder Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung mit einem Vortrag über die Ursachen und Ausmaße alltäglicher gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Deutschland und Europa zu Gast. Den lokalen Medien war das keine Berichtzeile wert.


8 Antworten auf “Nazi-Aktivitäten verharmlost – Bündnis gegen Rechts: Neonazis so aktiv wie lange nicht mehr”


  1. 1 Main-Echo vom 19./20.11.11 DOKUMENT 23. November 2011 um 17:06 Uhr

    Als DOKUMENT hier der Text des Main-Echo-Beitrages, auf den sich die Pressemitteilung des BgR Aschaffenburg bezieht:

    Rechtsextremismus: Löcher im braunen Netz

    In Unterfranken soll es rund 70 Neonazis mit relativ »geringem Gewaltpotenzial« geben

    Aschaffenburg/Würzburg Der Schock ist groß: Eine »Braune Armee-Fraktion« zieht jahrelang raubend und mordend durchs Land und wird nicht gefasst. Die Debatte um Ermittlungspannen und die Arbeit von Geheimdiensten und Polizei bringt jeden Tag neue beunruhigende Details ans Licht. Waren Behörden, Politik, Gesellschaft auf dem rechten Auge blind? Zeit für einen Blick auf die rechtsextremistische Szene in der Region.

    »Einzelakteure«

    Das Fazit vorweg: In ganz Unterfranken und speziell im Mainviereck gibt es offenbar Löcher im braunen Netz. Dieses Bild zeichnen zumindest die Staatsschützer der Polizei und die bayerischen Verfassungsschützer, aber auch unabhängige Stellen. Die Rede ist von rund 70 Neonazis, darunter ernstzunehmende rechtsextremistische »Einzelakteure«, die »anlassbezogen« zusammenarbeiten – aber relativ wenige militante Neonazis zu mobilisieren vermögen. Zuweilen sollen sogar nur »erweiterte Familienclans« in Erscheinung treten.
    »Insgesamt ist das Gewaltpotenzial hier geringer als in anderen Ecken Deutschlands«, sagt der Alzenauer Lehrer Carsten Reichert, der für die Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS) des Jugendrings Präventionsarbeit leistet. Reicherts Urteil deckt sich mit den Zahlen des Polizeipräsidiums Würzburg: Seit 2006 mit damals 205 registrierten Fällen habe in Unterfranken die »politisch motivierte Kriminalität von rechts« stetig abgenommen.
    Im vergangenen Jahr stieg die Fallzahl wieder auf 146. Dies sei auf die vielen Rechtsverstöße bei zwei Demonstrationen in Schweinfurt zurückzuführen, die »überregional agierende Personen« angemeldet hatten. Auch der hohe Anteil der Fälle in der Region Main-Rhön, während am Untermain und in Main-Spessart die Zahlen zurückgehen, habe mit den Schweinfurter Kundgebungen zu tun.

    Meist »Propagandadelikte«

    Von den 146 Fällen werden fast 65 Prozent zu den sogenannten Propagandadelikten gezählt: das Zeigen des Hitler-Grußes oder das Anbringen von Hakenkreuzen etwa. Die Rubrik »extremistische Gewaltkriminalität« hingegen, die Auskunft gibt über die Gewaltbereitschaft, berichtet für 2010 von fünf Fällen, die alle mit (gefährlicher) Körperverletzung zu tun hatten. Dies stützt die These vom geringen Gewaltpotenzial in der Region, wenngleich Präventionsarbeiter Reichert einschränkt: Vereinzelt stuften Polizisten Vorfälle anders ein, als dies etwa antifaschistische Aktivisten tun.
    Doch insgesamt deckten sich die Erkenntnisse von Staats- und Verfassungsschutz mit denen anderer Beobachter. Diesen Eindruck bestätigt auch die Chronik der antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München (Aida), die im Streit mit dem Innenministerium über ihre angeblich linksextreme Gesinnung ist – also unverdächtig, den Behörden nach dem Mund zu reden.
    Auch deshalb nennt Carsten Reichert die Daten für die Region, die der Verfassungsschutz im Internet zur Verfügung stellt, »sehr realistisch«. Demnach gibt es in Bayern 700 Neonazis, in Unterfranken 70. Im Bezirk gebe es etwa 130 Mitglieder rechtsextremistischer Parteien (bei der Bundestagswahl 2009 erhielt die NPD 13 000 Erststimmen und gut 8900 Zweitstimmen und kam auf 1,2 Prozent) sowie 30 rechtsextremistische Skinheads. Von den drei NPD-Kreisverbänden trete nur der Kreisverband Mainfranken mit politischen Aktionen an die Öffentlichkeit.

    »Nicht strukturierte Szene«

    Die Szene im Großraum Aschaffenburg gilt dem Verfassungsschutz als »nicht strukturiert«. Vereinzelt würden Aktivisten als »Freie« oder »Autonome Nationalisten« auftreten. Der NPD-Kreisverband Aschaffenburg-Miltenberg richte seine Aktivitäten vornehmlich gegen eine »Islamisierung«, berichtet wird von einem Sommerfest bei Laufach und einem »Heldengedenken«. Erwähnt wird die Skinhead-Band »Stray Bullet«, eine Gruppe aus dem Raum Aschaffenburg.
    Aufgeführt ist auch die zehnköpfige neonazistische »Kameradschaft Main-Spessart« aus Lohr, die dem Netzwerk »Freies Netz Süd« angehört. Als Führungsfigur gibt der Verfassungsschutz den NPD-Mann Matthias Bauerfeind an. Er scheint einer der wenigen Rechtsextremisten mit Wohnsitz im Mainviereck zu sein, die überregional bekannt sind. Jens Raab

    Regionales Lagebild: www.bayern-gegen-rechtsextremismus.de Weitere Informationen: www.lks-bayern.de, www.aida-archiv.de

  2. 2 DeineMutter 27. November 2011 um 14:50 Uhr

    Das habt ihr ja fein herausgebracht … ihr Lutscher. Na, geht euch da einer ab, ja? Ihr tapferen Antifaschisten-Pumuckl!

    Wie fühlt sich das denn an wenn man merkt daß die eigene Zeit zu Ende geht? Wird einem da nicht bange wenn man sieht wie rings um einen herum in ganz Europa rechte Parteien und Gruppierungen stärker und immer stärker werden? Der Kreis zieht sich zusammen, immer enger um euch linke Nacktmolche …

    Spürt ihr die Winds of Change, den neuen rechten Zeitgeist? Die neue rechte Welle? So manch einer wird es dereinst noch bereuen, seine Tage als übermotivierte linke Zecke zugebracht zu haben.

    http://wiki.artikel20.com/

  3. 3 Max Morlock 28. November 2011 um 9:22 Uhr

    ariald, ach ariald,
    den nazis wird der arsch so kalt.

    sie setzen sich in deutsche keller
    und pfeifen laut gegen die angst,
    das macht das leben ihnen heller,
    wenn du mit ihnen schrecklich bangst.

    ariald, ach ariald,
    was ist dein arsch so häßlich kalt.

  4. 4 Arthur Harris 28. November 2011 um 9:27 Uhr

    „Winds of Change“ ist ENGLISCH (pfui, bäh, Bomberharrissprache!), du SUPERDEUTSCHER Blindgänger!

  5. 5 Bibi Blocksberg 09. Dezember 2011 um 19:22 Uhr

    DAS MAIN ECHO HAT NUN DOCH REAGIERT:

    »Grauzone des braunen Dunstkreises«
    Rechtsextremismus: Anders als Behörden sehen Szene-Beobachter spürbaren Anstieg der regionalen Neonazi-Aktivitäten
    Über die rechte Szene am Untermain Wie groß und gefährlich ist die extreme Rechte am bayerischen Untermain? Mit den immer beunruhigenderen Erkenntnissen über eine braune Terrorzelle und der Debatte um ein NPD-Verbot stellt sich diese fast in Vergessenheit geratene Frage neu. Das Aschaffenburger »Bündnis gegen Rechts« jedenfalls spricht von einem »spürbaren Anstieg der Aktivitäten von Neonazis in der Region Aschaffenburg-Miltenberg«.
    Nicht verharmlosen
    Gunnar Schedel vom »Bündnis«, das seit über 20 Jahren die rechte Szene am Untermain beobachtet sowie Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit leistet, kritisiert dabei die Einschätzung von Polizei und Verfassungsschutz, wonach die rechtsextremistische Szene im Großraum Aschaffenburg »nicht strukturiert« sei (wir berichteten). »Sie bildet sehr wohl ein Netzwerk«, so Schedel, Geschäftsführer des Aschaffenburger Alibri-Verlags.
    Unbestritten habe man in der Region Untermain keine Verhältnisse wie in manchen Regionen Ostdeutschlands, wo Glatzen und Springerstiefel das Straßenbild bestimmen. Aber man dürfe auch hierzulande Neonazis nicht verharmlosen. Sonst erleichtere man Gruppen wie der Terrorzelle »Nationalistischer Untergrund« ihre Aktivitäten. Schedel kritisiert in diesem Zusammenhang auch einen Beitrag im Main-Echo vom November, in dem unter Berufung auf Behörden und andere Stellen von »Löchern im braunen Netz« die Rede war.
    Vielmehr hätten Rechtsextremisten am Untermain zahlreiche Möglichkeiten zum Engagement: in Parteien und unabhängigen »freien Kameradschaften« oder in »Einsatzgruppen« zum Beispiel bei Demonstrationen. Auch für die Lebenswelt außerhalb der Politik sei alles geboten: eigene Bands und Musik-Labels, ein Internetversand, »in dem sich der Neonazi und seine Kameradin einkleiden oder ausrüsten können«, sowie eigene Tatoo-Studios.
    »Führungsfigur« Schüßler
    In einer Pressemitteilung des »Bündnis gegen Rechts« heißt es, vor allem der NPD-Kreisverband Aschaffenburg-Miltenberg trete zuletzt »verstärkt« in Erscheinung. So seien Flugblätter auf einer CSU-Veranstaltung zum Moscheebau in Aschaffenburg verteilt worden. »Propaganda« mit Aufklebern und anderem Werbematerial habe man in Aschaffenburg, Elsenfeld, Hösbach, Großostheim, Klingenberg, Kirchzell und Miltenberg registriert. Die Rede ist von etwa 15 Mitgliedern des NPD-Kreisverbands und ebenso vielen Sympathisanten.
    Das Impressum der Internetseite des Verbands nennt Falko Schüßler als Verantwortlichen. Dieser ist nach Angaben des »Bündnis gegen Rechts« seit über 20 Jahren »die Führungsfigur« der Szene am Untermain. Nach Informationen des Main-Echo führt Schüßler in Aschaffenburg einen Betrieb zur Druckvorlagenherstellung und in Karlstein eine Werbefirma.
    Nicht im Verfassungsschutzbericht
    Auf deren Internetseite wird die Unternehmensphilosophie mit Thesen umrissen, die sich laut Wikipedia wortgleich in Hitlers »Mein Kampf« wiederfinden. Unverständnis äußert Gunnar Schedel darüber, dass der NPD-Mann seit Jahren nicht mehr im Verfassungsschutzbericht auftaucht.
    Besorgt zeigt sich Schedel auch über die aus seiner Sicht wachsende »Grauzone des braunen Dunstkreises« am bayerischen Untermain mit etwa 50 Personen. In dieser Neonazi-Szene werde, teilweise unter dem Deckmantel des Unpolitischen, Nationalismus und Rassismus gepflegt. »Hier werden Brücken in die Zivilgesellschaft geschlagen.« Jens Raab

  6. 6 Hugo Zeckenfresser 10. Dezember 2011 um 15:55 Uhr

    Jaaaaa, das MAIN ECHO hat reagiert, endlich, endlich!! Gebt mir Lichterketten, mehr Lichterketten! Es muß endlich einen Aufstand gegen die braune Brut™ geben, wider die Rattenfänger! Ich will Empörung, Bestürzung und Trauer sehen, mehr Tolerie und Demokranz! Laßt uns den braunen Horden entgegenstellen, Aschaffenburg muß bunt bleiben!

    Wir linkes Zeckenverräterpack fordern als Sofortmaßnahme 10.000 neue Türken frisch aus Anatolien für Aschaffenburg, nur so können wir dem braunen Sumpf den Nährboden entziehen und durch mehr VIELFALT und BEREICHERUNG Sympathien für uns in der Bevölkerung werben!

    Denn die Deutschen lieben die Ausländer und können gar nicht genug von ihnen bekommen, das zeigt ganz deutlich Thilo Sarrazin dessen Buch ja auch niemand kaufen wollte!

    Genossen, wir Linken sind auf dem Vormarsch! Mehr Ausländer, mehr EU, mehr Euro, mehr Feminismus, mehr Volksverrat, alles Themen die das Herz des Deutschen Volkes für uns einnehmen!

    Der Endsieg ist unser! Unbändig wird der Dank der Deutschen sein wenn erst der Bürgerkrieg zwischen Deutschen und Ausländern in diesem Lande losbricht, raubende Ausländerhorden wie in London plündernd und vergewaltigend durch unsere Städte ziehen und niemand mehr seines Lebens sicher ist. Die Menschen werden dankend erkennen daß wir Linken durch unsere Politik der Vielfalt der letzten 50 Jahre für all das verantwortlich sind, ebenso werden sie lobend erkennen, wenn ihre Renten weg sind, daß es sich gelohnt hat und weiter lohnen wird, Milliarden und Abermilliarden für den EURO, Integrationskurse, Kampflesbenförderung und Behindertenrampen an jedem öffentlichen Holzschuppen auszugeben!

    Genossen, Tränen der Rührung benetzen meine müden Augen!

    Die Linke hat gesiegt, der Faschismus ist tot!

  7. 7 Zentrum für Psychotherapie 11. Dezember 2011 um 13:21 Uhr

    Sehr geehrter Herr Zeckenfresser,

    unter 06021 902 400 erreichen Sie den Sozialpsychiatrischen Dienst in Aschaffenburg. Dort werden Menschen, die wie Sie unter Verfolgungswahn, wiederkehrenden Haßanfällen, Xenophobie, massiver Angst vor Frauen (Feminismusphobie), Vernichtungsphantasien und anderen wahnhaften Vorstellungen und massiven Ängsten leiden, seit Jahren erfolgreich therapiert. Glauben Sie mir, auch für Sie gibt es Rettung. Sie müssen es nur wollen!

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Günther German
    Zentrum für Psychotherapie

  1. 1 Werbung! « kommunal.tk Pingback am 07. Dezember 2011 um 9:35 Uhr

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