„Prima Sonntag“ löst alle Probleme!

Erstaunlich. Da rätselt die ganze Welt, wie denn nun die Arbeitslosen und prekär Beschäftigten (bei denen das Gehalt nun wirklich nicht reicht) genug zum Lebensunterhalt bekommen könnten – und eine an sich völlig überflüssige Zeitung vom bayerischen Untermain löst alle diese Probleme. Betteln! Ja, betteln ist die Lösung. Denn da kann man locker mal 18,80 Euro in der Stunde machen, stellte „Prima Sonntag“ per Selbstversuch in der Aschaffenburger Fußgängerzone fest. Bei 160 Monatsstunden (und das sind nicht sehr viele) gäbe das einen stolzen Lohn von über 3.000 Euro! Wirklich: Deutlich besser als Hartz IV.
Ach so, „Prima Sonntag“ will ja gar nicht die Arbeitslosen bettelnd versorgen (es ginge auch nicht – aber das nur nebenbei). Vielmehr geht es um die „Bettel-Mafia“, bei der „ganze Clans“ in der Fußgängerzone platziert und dann abkassiert werden. Stimmt, wo kommen wir da hin, wenn die EU-Verlierer von der Peripherie Europas nun auch zu den EU-Gewinnern kommen und dort die Hand aufhalten? Da muss dann gleich mal Stimmung gemacht werden.
Zugegeben: Bei den Bettelkolonnen gewinnen wieder mal die Hintermänner, die die Logistik bereitstellen (Autos, Bettelutensilien wie Musikinstrumente und Kostüme für „lebende Statuen“ etc.). Das ist eklig, weil einfach nur das bestehende Schlechte reproduzierend. Für die Bettelnden ist es allerdings auch nur eine Form von Lohnarbeit. So einfach ist das.
Und die Aschaffenburger/innen müssen sich mal fragen lassen, warum ihnen ein gutes vorweihnachtliches Gewissen nur 18,80 Euro die Stunde wert ist. Erbärmlich!


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