Bericht von der Demonstration am 27. Januar

Bei Indymedia linksunten ist bereits ein erster Bericht zur gestrigen Demonstration erschienen.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch eine Meldung bei primavera24.


5 Antworten auf “Bericht von der Demonstration am 27. Januar”


  1. 1 Main-Echo, 28.01.12 28. Januar 2012 um 11:54 Uhr

    Lichter für Menschenrechte
    Holocaust-Gedenktag: Mehrere Aktionen gegen Rechtsextremismus in Aschaffenburg

    Eine kleine Tafel aus Messing im Kopfsteinpflaster, der Name Kathinka Stern ist darauf zu lesen. Der Stolperstein in der Herstallstraße erinnert an eine Frau, die 1942 ins Konzentrationslager deportiert und dort von Nationalsozialisten ermordet wurde. Jugendliche stellen gestern Abend brennende Teelichter neben die Messingtafel, schweigen einen Moment und ziehen weiter zur nächsten Station ihres Gedenkmarschs.
    »1000 Lichter gegen unzählige Verbrechen« heißt die von Tim Leder und Jonas Eisert organisierte Aktion zum gestrigen Holocaust-Gedenktag. Die 17-jährigen Cousins aus Kleinostheim haben über das Internet-Netzwerk Facebook dazu aufgerufen, ein Zeichen zu setzen. Etwa 40 Freunde, Mitschüler und Lehrer vom Aschaffenburger Dessauer-Gymnasium und dem Alzenauer Spessart-Gymnasium sind dem Aufruf der Gymnasiasten gefolgt und haben sich in Aschaffenburg getroffen – am Omnibusbahnhof, wo eine Gedenktafel an deportierte Juden erinnert.
    Auch die Aschaffenburger Friedenstrommler marschieren mit den Jugendlichen vom Bahnhof über Frohsinn- und Herstallstraße zum Theater. Seit 1996 erinnert der Bundestag jährlich in einer Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus. Seit 2005 gilt der 27. Januar offiziell als internationaler Holocaust-Gedenktag. Dann am 27. Januar 1945 haben Soldaten Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz befreit.
    Mit ihrer Kerzenaktion wollen die Jugendlichen zeigen, dass sie Rechtsextremismus nicht dulden. »Wichtig ist uns, nicht nur gegen etwas zu demonstrieren, sondern auch für etwas zu sein«, betont Tim Leder. »Wir sind für Demokratie und Menschenrechte.« Am Theaterplatz – letzte Station der Schüler – schreiben sie das Wort Demokratie mit Teelichtern auf die Pflastersteine.

    Ein Holocaust-Gedenken endet, ein anderes beginnt: auch das Aschaffenburger »Bündnis gegen Rechts«, erinnert an die Opfer von Faschismus und Rassismus. Etwa 200 Menschen treffen sich um 18 Uhr an der Sandkirche. Die dort angebrachte Gedenktafel für Opfer des Holocaust ist in der Nacht zuvor mit weißer Farbe beschmiert worden. Laut Reinhard Frankl, Sprecher der Attac Regionalgruppe Aschaffenburg-Miltenberg, ist die Farbe Weiß typisch für die Nazibewegung. Sie ist ein Symbol für »White Power« – weiße Macht bedeutet das auf Deutsch. In der Nähe der Sandkirche hat Frankl Aufkleber der rechten Szene entdeckt: »Die sind definitiv neu.« Polizeisprecher Michael Zimmer bestätigt Frankls Vermutung: »Die Kripo Aschaffenburg geht von einem politisch rechts motivierten Hintergrund aus und ermittelt gegen Unbekannt.«
    Eine Mahnung von Rechts, die den Attac-Sprecher Frankl darin bestätigt, vor Rassismus zu warnen. Dieser erscheine dieses Jahr in besonderem Licht. Nicht nur wegen der Mordserie der Zwickauer Terrorzelle, sondern auch wegen lokaler Ereignisse: Frankl nennt etwa den Anschlag auf das Aschaffenburger SPD-Büro im Dezember. Den Mahnwachen an den Stolpersteinen folgt eine Kundgebung am Bahnhof, wo Jonas Eisert und Tim Leder wenige Stunden zuvor ihren Marsch starteten.
    Aschaffenburg ist kein Loch im braunen Netz«, so Frankl. Wichtig sei es, die Augen nicht vor rassistischer Gewalt zu schließen. Und keine Toleranz zu zeigen – »weder für alte noch für neue Nazis«. Eine Demonstration ohne Störungen, kann die Polizei am Abend berichten.

    Nicole Koller

  2. 2 Polizeibericht 27.01.12 28. Januar 2012 um 16:37 Uhr

    Rund 250 Teilnehmer bei Aufzügen anlässlich des Holocaust-Gedenktages

    ASCHAFFENBURG. Insgesamt rund 250 Personen haben am Freitag an zwei Aufzügen in der Innenstadt anlässlich des Holocaust-Gedenktages teilgenommen. Die Polizeiinspektion Aschaffenburg kann einen absolut störungsfreien Verlauf beider Versammlungen melden.

    In der Zeit von cirka 16.30 Uhr bis 18.00 Uhr stellten etwa 50 Teilnehmer im Rahmen eines Aufzuges, der insbesondere von Schülern und Lehrern begleitet wurde, Kerzen an den Stolpersteinen in der Innenstadt auf. Die sogenannten Stolpersteine wurden seit dem Jahr 2008 an verschiedenen Örtlichkeiten der Stadt zur Erinnerung an die Opfer des Holocausts verlegt.

    Zwischen 18.00 Uhr und etwa 19.45 Uhr nahmen bis zu 200 Personen verschiedener Gruppierungen an dem Aufzug des „Bündnisses gegen Rechts“ teil. Nach einer Auftaktkundgebung an einer Gedenktafel im Bereich der Sandkirche, verlief der Aufzug in der Folge störungsfrei über die Sandgasse, die Herstallstraße, Goldbacher Straße und Elisenstraße bis zum Regionalen Busbahnhof. An der dortigen Gedenktafel der Deportierten wurde die Versammlung nach einer Abschlusskundgebung vom Versammlungsleiter beendet.

    Die Polizei resümiert einen störungsfreien Verlauf der beiden Aufzüge. Die Maßnahmen der Beamten beschränkten sich auf die Verkehrslenkung. So waren kurzzeitige Straßensperrungen im Bereich des oben genannten Aufzugweges erforderlich. Diese sorgten allerdings nur für äußerst geringe Beeinträchtigungen des Verkehrs.

  3. 3 Nazis stinken und lügen 29. Januar 2012 um 19:51 Uhr

    Nazis lügen – und auch in dem hier verlinkten Beitrag ist ziemlich viel erstunken und erlogen, dennoch: Zur Dokumentation der real existierenden höchst gefährlichen faschistischen Dummheit sei es hier erwähnt (wir kommen damit widerwillig unserer Chronistenpflicht nach):
    http://www.freies-netz-sued.net/index.php/2012/01/29/aschaffenburg-farbumgestaltung-von-%E2%80%9Eholocaust-tafel%E2%80%9C/

  4. 4 FAZ 30. Januar 2012 um 19:35 Uhr

    26.01.2012, F.A.Z., ASCHAFFENBURG
    Gedenken an die Opfer
    Unter dem Motto „Null Toleranz für alte und neue Nazis“ ruft ein „Bündnis gegen Rechts“ für morgen zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus zu einem Gedenkmarsch und zu Mahnwachen an den „Stolpersteinen“ in der Aschaffenburger Innenstadt auf. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Alexandraplatz. Die Kundgebung ist für 19.30 Uhr am Omnibusbahnhof vorgesehen. Dem Bündnis gehören unter anderem Attac, die Grünen, Gewerkschaften, Die Linke und das Frauenhearing an.
    Wie Reinhard Frankl vom DGB-Regionsvorstand mitteilte, gibt es „eindeutige Belege“, dass die Terroristen der Zwickauer Zelle, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, 1996 am sogenannten „Münstermann-Marsch“ in Aschaffenburg mit Spitzenfunktionären der NPD teilgenommen haben. Rechtsextreme Gruppen hatten die Ermordung des 20 Jahre alten Hans Münstermann 1993 in Aschaffenburg zum Anlass genommen, jährlich bundesweit zu einem Münstermann-Gedächtnismarsch in Aschaffenburg aufzurufen. 1996 zogen rund 300 NPD-Anhänger durch die Innenstadt. Ihnen standen mehr als 350 Gegendemonstranten und ein starkes Polizeiaufgebot gegenüber.

    30.01.2012, F.A.Z. ASCHAFFENBURG
    250 Menschen gedenken der Holocaust-Opfer
    An den Gedenkveranstaltungen in Aschaffenburg zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus haben am Freitag etwa 250 Personen teilgenommen. Am Abend waren nach Angaben der Polizei 200 Menschen dem Aufruf des „Bündnisses gegen Rechts“ gefolgt.
    Nach einer Auftaktkundgebung an einer Gedenktafel nahe der Sandkirche zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt zum ehemaligen Güterbahnhof, dem heutigen Regionalen Busbahnhof, wo sie der Menschen gedachten, die von dort aus in die Vernichtungslager deportiert worden waren.
    Bereits am späten Nachmittag hatten 50 vorwiegend junge Leute Kerzen an den Häusern aufgestellt, vor denen im Straßenpflaster verlegte „Stolpersteine“ an ehemalige jüdische Bewohner erinnern. Zwei 17 Jahre alte Jugendliche aus Aschaffenburg hatten die Aktion zum Holocaust-Gedenktag initiiert und über das Internet-Netzwerk Facebook zur Teilnahme aufgerufen.

  5. 5 Foto und Hinweis auf den 27. Januar ... 31. Januar 2012 um 16:10 Uhr

    … gab es auch bei caritas-mil.de anläßlich eines Beitrages zum Caritas-Projekt gegen Rechtsextremismus:
    http://caritas-mil.de/bwo/dcms/sites/caritas/dv/caritasmiltenberg/news.html?f_action=show&f_newsitem_id=55148

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