Antideutsche Grüne und Stalinisten überall

Ein Lehrstück über den rechten Wahn

Kommentar von Manfred M. Krug

Faktisch ist es unmöglich, den ganzen Müll zu kommentieren, der rechts außen mittels Internet angehäuft wird. Manchmal aber wird es so brutal-lächerlich, dass eine Kommentierung für einen wachen Geist unausweichlich wird; das gilt besonders, wenn die Rechten ein Ereignis behandeln, das du selbst erlebt hast. Und so bleibt mir nichts, als den Kommentar auf der Internetseite der NPD Aschaffenburg-Miltenberg vom 06.02.12 zur antifaschistischen Demonstration am 27. Januar in Aschaffenburg auseinanderzupflücken.

Die Verweigerung der Wahrnehmung auch nur einer Spur von Realität beginnt bei den braunen Kameraden schon in der Überschrift: „`Holocaustgedenken´ als Mittel zum Zweck für linksextremistische Propaganda – `Aschaffenburger Bündnis gegen Rechts´ heuchelt Gedenken!“ Für welchen Zweck? Und warum Heuchelei? Selbst einem Nazi muss doch klar sein, dass Antifaschistinnen und Antifaschisten aufrichtig derer gedenken, die von ihren Gegnern – den Faschisten bzw. Nazis – vernichtet wurden!
Neben der „Stasipartei DIE LINKE“ (was besonders im Westen der Republik sehr witzig klingt) sieht die NPD „kommunale Tarninitiativen“ am Werk (wer soll sich da zu welchem Zweck tarnen?) sowie „die antideutschen GRÜNEN“. Das haut dem Faß die Krone in die Fresse! Die GRÜNEN antideutsch? Also zu jener einst linken Fraktion gehörend, die jetzt längst zu rechts-bürgerlichen Kriegstreibern und Islam-Hassern aufgeschlossen hat? Man muss die GRÜNEN nicht mögen. Aber das haben sie nicht verdient! Und es sagt viel über das katastrophal einseitige Weltbild deutscher Rechter aus, in dem es nur Schwarz oder Weiß, Freund oder Feind gibt – und nichts dazwischen.
Statt an die Opfer des Holocaust zu erinnern, „sollten sie [die Antifas] erst einmal den weltweit 100 Millionen Opfern des Kommunismus gedenken“. Gemeint ist der Stalinismus bzw. der Real-Sozialismus, an dem alles real war, nur nicht der Sozialismus (wie Rudi Dutschke richtig feststellte). Die Sache ist durchschaubar: Wenn der brave Nazi mit dem eigenen historischen – und wie wir an anderer Stelle gesehen haben: auch aktuellen – Vernichtungswahn konfrontiert wird, dann holt er die antistalinistische Keule heraus, mit der er auf alle drischt, egal ob sie noch Stalinisten sind (und das waren bei der Demo keine fünf Personen), Anarchistinnen, Radikaldemokraten, Sozialdemokratinnen oder Christen etc.
Der NPD-Kommentator verlang gar, wir sollten rufen: „Nie wieder Kommunismus, nie wieder Stasi, nie wieder Unterdrückung von Freiheit!“ Nazis als Garanten der Freiheit! Das haut mich glatt vom Stuhl!
Und dann folgt eine Stelle, die mal komplett zitiert werden muss: „Jedoch, wieso muß ein Gedenken an Opfer von Gewalt überhaupt mit Aggressivität, wie `Null Toleranz für alte und neue Nazis´ verbunden werden? Mindert das nicht die Gedenkabsicht, verhöhnt das nicht letztenendes das erlittene Leid der Opfer? Wir meinen ja. Wo bleibt Euer Gebet für die Toten?“ Die kackbraunen Kameraden wollen uns das Beten lehren und machen sich Sorgen um das richtige Gedenken an die Opfer der Taten ihrer biologischen wie geistigen Vorväter! Das ist entweder offener Größenwahn oder – und das scheint realistischer – die Spitze der Verhöhnung der Opfer von einst!
Weiter im Text: „Ist das einzig greifbare Argument dieses bunten `Bündnisses gegen Rechts´ die Unterstellung gegenüber der nationalen Opposition, daß diese sich für die Wiederholung des `Holocaust´ stark macht?“ Nein, ist es nicht. Es gibt sehr viele Gründe für einen bewußten Antifaschismus. Aber dass Rechtsaußen die Wiederholung der Vernichtung des so genannten Unwerten, des Nichtdeutschen, des Jüdischen, des kritischen Geistes vorbereitet wird – darauf ist man (zumindest in internen Hinterzimmergesprächen) doch geradezu stolz. Da gibt es nichts zu leugnen. Und: Mit der Bezeichnung „buntes Bündnis“ geben die Rechten nun auch zu, dass sie sehr wohl wissen, dass das nicht nur Stalinisten/Kommunisten sind, sondern eben ganz unterschiedliche Menschen und Gruppen.
Dann aber tröstet der rechte Autor seine Fangemeinde: „Dennoch zeigte die Aschaffenburger Bevölkerung bei diesem `Null-Toleranz-Marsch´, daß sie sich solchen scheinheiligen `Bündnissen´ auch gar nicht anschließen mag.“ Nochmal die Fakten: Mit 60 Teilnehmenden war gerechnet worden, deutlich über 200 waren gekommen. Und zwar keine von auswärts geholten Münstermann-Marschierer wie in den Neunzigern bei den Rechten. Das waren Leute aus Aschaffenburg und dem Umland. Und wenn sie ehrlich wären, dann würden die Kameraden das auch zugeben: Es stinkt ihnen unerhört, dass die Sache für das Bündnis gegen Rechts so gut und damit für sie so schlecht gelaufen ist!


3 Antworten auf “Antideutsche Grüne und Stalinisten überall”


  1. 1 Knut der Hut 10. Februar 2012 um 2:04 Uhr

    Nach reiflicher Überlegung wird dieser Kommentar nun doch freigegeben. Ohne weitere Stellungnahme dazu. Die Niedertracht, Unmenschlichkeit und Ekelhaftigkeit dieser Zeilen sprechen für sich. Bittesehr:

    Was hat die Zecke gesagt? *GÄHN* …. wo is überhaupt mein Bier? Sollten hier nicht noch nackte Weiber aufschlagen? Egal, hauptsache die Zecke hat fertig abgeranzt.

    Regt euch doch mal über die 1 Million Neger auf die Napoleon hat abschlachten lassen als er in Haiti die Sklaverei wieder einführen wollte. Ja, richtig gehört ihr Blinden, Napoleon, euer großer Held der ,,Aufklärung“, ,,Menschenwürde“ usw. für die er ganz Europa mit Krieg und Vernichtung überzog. Kommt euch bekannt vor? Ja, wie heute die Amis mit ihren Friedensbomben. We bring you peace and democracy and massakrieren ganz nebenbei Millionen. Ein hehrer Grund ließ sich noch immer finden um Abschlachterei zu rechtfertigen. Aber das schnallt ihr Sumpfbohrer nicht. Hauptsache die Deutschen sind die Bösen.

    Hätte Hitler Krieg geführt um irgendeines eurer Drecksgötzenbilder allgemein durchzusetzen, sagen wir mal den Feminismus oder die Homoehe, würdet ihr ihn heute anbeten. Es war ja für nen guten Zweck, nicht wahr. Was sind da schon 6 Millionen. Oder bei Stalin und Mao locker 50 Millionen, es war ja für die bessere Welt, nicht wahr. Den Kommunismus!

    Es hat auf Erden nie erbärmlichere Saftnasen gegeben als euch linkes Pack.

    Gott sei Dank geht das grad vorbei. Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der triumphalen Rückkehr des Faschismus. Merkt euch das schonmal im Kalender vor, es betrifft Nacktschnecken wie euch nämlich zu allererst.

  2. 2 Hans Kalb 11. Februar 2012 um 18:47 Uhr

    Geil! Jetzt können Nazis noch nicht einmal lesen! Denn wenn der braune Kamerad den Beitrag „Antideutsche Grüne und Stalinisten überall“ gelesen hätte, dann hätten sich einige seiner Aussagen verboten.
    Aber wie sagte ich schon 1932 zu Jenö Konrad, den der „Stürmer“ beleidgt hatte: Er solle sich vom „Bellen dieses Gesindels“ nicht beeindrucken lassen.
    Nazis waren braune Scheiße und sie sind es weiterhin.

  1. 1 Dokumentation zum 27. Januar 2012 in Aschaffenburg « kommunal – Geschichte, Kultur und Politik Pingback am 03. September 2013 um 12:43 Uhr

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