Gegen weit verbreitete Fehleinschätzung

zugesandt vom Kotzescheisze-Kollektiv aus Miltenberg

Leser_innen-Brief an das Main-Echo/Bote vom Untermain zum Kommentar vom 7. Februar von Martin Ferber „Die Szenen rüsten auf“

Herr Ferber outet sich mit seinem Kommentar vom 7.2. als (typisch deutscher?) Extremistenjäger. Eine, leider, weit verbreitete Fehleinschätzung, nämlich das Links-Radikale mit Rechtsextremen (Straftaten) verglichen werden könnten, hilft er, sich weiter festzusetzen. Dabei bezieht er sich auf „Daten aus den Ländern“. Delikte werden aufgezählt, deren Hintergründe, Schwere und Stoßrichtungen vollkommen ignoriert. So jammert Herr Ferber über eine Zahl von Verletzten (vor allem Polizist_innen) durch linksradikale Personen, die um 25 % gestiegen sein soll. Ganz außen vor bleiben dabei die 47 Todesopfer durch Neo-Nazis von 1990 bis 2009. Die Amadeu-Antonio-Stiftung aus Berlin zählte sogar 181 Mordopfer bis 2011. Die unschuldigen Todesopfer sollen mit schwer gepanzerten Polizist_innen, die unter anderem für das Auseinanderprügel von vornehmlich linksradikalen Demonstrationen ausgebildet werden und dabei verletzt werden, teilweise auch durch eigene Kolleg_innen oder Waffen (wie Pfefferspray), gleichgesetzt werden. Eine Hand voll brennende Autos im Vergleich zu unschuldigen Leben, die aus purem Hass auf „das Andere“ vernichtet wurden? Ein Vergleich der hinkt. Dass auch einige dieser „linksextremistischen“ Straftaten auf direkte Konfrontationen mit der Nazi-Szene zurückzuführen sind, ist wohl auch zumindest zu erahnen. Sicherlich keine nette Freizeitbeschäftigung, sondern viel mehr eine Notwendigkeit in einem Staat, der mordende Faschisten auch noch „sponsort“. Dies nur im Hinblick auf die wohl schon vergessene Mordserie des „Zwickauer Trios“. Ein Schlag in das Gesicht jedes/jeder aktiven Antifaschist_in der/die – und sei es nur wegen einer „illegalen“ Sitzblockade – schon vor Gericht stand. Von den Opfern der menschenverachtenden Morde gar nicht zu sprechen. Während die einen aus purem Hass morden, werden diejenigen, die eine andere Gesellschaftsform – nämlich fernab der vorherrschenden rassistisch und nationalistischen Normalität – anstreben, kriminalisiert und verfolgt. Auch wenn es fraglich ist, ob ein brennendes Auto dieses Ziel näher rücken lässt. In diesem Sinne: Es braut sich was zusammen? Hoffentlich.


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