kommunal.tk im Main-Echo

Stefan Reis, Kulturchef des Main-Echo, erfreut doch immer mal wieder die geneigte Leserschaft dieser regionalen Tageszeitung – und noch mehr uns. In der Wochenendausgabe zeigte Reis erneut, dass er dem Puls der Zeit nicht allzu fern ist. Neben ziemlich geilen Streetart-Aktivisten wird auch kommunal.tk bzw. kommunal.blogsport.de lobend erwähnt (siehe Zeitungsausriß unten).

Eine Kleinigkeit gibt es aber noch anzumerken: Stefan Reis schreibt, wir wollten eine „Gegenöffentlichkeit, um Informationen, die Massenmedien (vermeintlich) vorenthalten, publik zu machen“. Das ist knapp vorbei. Wir gehen nicht davon aus, dass Massenmedien (z.B. das Main-Echo) Informationen absichtlich vorenthalten. Das gibt es zwar, bewegt sich aber im Bereich der absoluten Ausnahmen. Vielmehr ist der Marktwert vieler Informationen nicht hoch genug für Massenmedien. Das heißt: Eine Information muss, damit sie veröffentlich wird, wesentliche regionale Lesermengen bedienen (dann darf sie auch mal absolut langweilig sein – wie die Tabellen diverser Sportligen oder die Berichte über Parteiversammlungen bzw. Faschings-Prunksitzungen); oder die Meldung muss schön bunt, grell, evtl. auch angenehm positiv oder „menschelnd“ (Human Touch) sein oder sonstwie die Leser-Blatt-Bindung fördernd. Bestes Beispiel: Als ein Journalist vor Jahren einer Frankfurter Zeitung einen Bericht über die damalige Anti-Nazi-Demonstration in Aschaffenburg anbot, erhielt er zur Antwort, er solle sich melden, falls es zu Ausschreitungen kommen würde. Das wäre dann halt eine knallige Meldung gewesen. Sonst interessiert das nicht. So kommen dann auch Unfallmeldungen aus Usbekistan (denkbar: „12 Tote, davon ein Deutscher“) in unsere Zeitungen; Berichte über die brutale gesellschaftliche Realität dort sind dagegen nicht verwertbar.

Wir gehen davon aus, dass es jede Menge unterbliebene Nachrichten gibt. Einfach, weil die jeweilige Nachricht sich weder auf einflussreiche Kreise bezieht, noch grell-bunt-brutal, noch im Zusammenhang eines Werbekunden wichtig ist. Wir machen den Redaktionen daraus keinen Vorwurf. Zeitungen sind Waren. Und nur das Feuilleton hat etwas andere Spielregeln. Das gilt beim Main-Echo wie bei der FAZ.

Und wir sind froh, dass wir hier und nicht beim Main-Echo sind und schreiben dürfen, was wir wollen. Weil es eh niemand liest. Außer Stefan Reis. Soviel zur Dialektik.

Anmerkung: Der Diskussionprozess bei kommunal.tk ist nicht etwa beendet; mit dieser Meldung unterbrechen wir nur unsere Pause aus aktuellem Anlaß.


1 Antwort auf “kommunal.tk im Main-Echo”


  1. 1 Stefan Reis 24. April 2012 um 19:22 Uhr

    Und auch wenn wir nicht immer einer Meinung sein müssen, was die Bedeutung und den Wert von Informationen und Nachrichten anbelangt: Schön, dass es Medien wie kommunal.tk gibt – sie tun einer Gesellschaft, die Meinungsfreiheit als hohes Gut schätzt, gut, weil sie – doch, das ist so – verantwortungsvoll damit umgehen. Deshalb ebenfalls immer wieder erfreut: Stefan Reis

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