Und wieder Prima Sonntag: Bomben und Bikinimädchen

Prima Sonntag kann es nicht lassen. Wieder muss ein sexualisiertes Thema auf die Titelseite: Die angeblich „schönsten Frauen der Region“ stehen zur Wahl.

Zusammengearbeitet wird diesmal mit einem Darmstädter Unternehmen, das Perücken und Haarteile vertreibt. Hauptpreis: Ein Foto-Shooting auf Fuerteventura. Drei Männer werden die drei Preise vergeben! Wie gehabt: Männer entscheiden, welche Frauen die schönsten sind. Und was machen die Frauen? 41 haben sich schon beworben, weitere sollen sich melden. Und werden das sicherlich auch tun. Mit Fotos, auf denen sie sich schon so räkeln und gerne im Bikini positionieren, wie Mann dies von ihnen erwartet.

Damit nicht genug der oberwichtigen Beiträge in diesem Blatt. Jetzt wird auch noch die sensationsheischende Nachricht verbreitet „Leben wir auf 1.000 Bomben?“ Vor allem in Aschaffenburg-Damm seien im 2. Weltkrieg viele Bomben gefallen, denn „Damm war bis 1945 immer wieder Ziel alliierter Bombenangriffe, da dort Uniformen hergestellt wurden.“ Glauben die das selbst, dass Unformschneidereien besondere Kriegsziele sind? Für wie blöd halten die die Alliierten? Aschaffenburg wurde bombardiert und letztendlich massiv zerstört, weil es in den letzten Kriegstagen noch zur Festung erklärt und um jeden Preis gehalten werden sollte. Und ganz allgemein gilt: Wer sich von Hitler einseifen läßt, der wird von Bomber-Harris rasiert! Aber das sind Zusammenhänge, die dem gewöhnlichen Sensationsjournalisten so fremd sind wie der Kuh die binomischen Formeln.

Gerne werden wir uns bei Gelegenheit mal wieder über Prima Sonntag auslassen; zur dauernden Rubrik soll dies allerdings nicht werden. Alle Leserinnen und Leser dieser Zeilen seien aufgefordert, dieses Blatt dahin zu tun, wohin es gehört: ungelesen in die Papiermülltonne.


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