Aufstehen gegen Rassismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Neofaschismus, Militarismus

„Zuviel an Not und Tod, an KZ-Qualen, an Verwüstung und Vernichtung, an millionenfachen Mord hat der Faschismus gebracht, sodass es nichts Wichtigeres geben kann, als Aufstehen gegen jede Erscheinung von Rassismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Neofaschismus, Militarismus. “ Peter Gingold, 26. September 2000 auf dem Münchener Marienplatz

In Erinnerung an den antifaschistischen Widerstandskämpfer, Gewerkschafter, Kommunisten und aufrechten Menschen Peter Gingold wird hier eines seiner letzten Interviews veröffentlicht, das anlässlich einer Veranstaltung des Bündnisses gegen Rechts am 24.11.2005 im JUKUZ, Aschaffenburg aufgezeichnet wurde.

Das Interview umfasst 17 Teile, die nachstehend zu finden sind (youtube-Clips). Aus technischen Gründen wurden ursprünglich zusammenhängende längere Teile in zwei aufgeteilt. Die Angabe der Nummer findet sich jeweils im Titel des Clips. Hier die Übersicht (Nummer, Titel, Dauer):

Nr. 01: Begrüßung 2:25
Nr. 02: Anfänge des Nationalsozialismus 9:20
Nr. 03: Wie hat die Familie reagiert? 6:00
Nr. 04: und 05 Veränderungen ab 1933 und Emigration 12:03
Nr. 06 und 07: Illegaler Widerstand in Nazi-Deutschland 13:30
Nr. 08: Erste Verhaftung 1933 1:16
Nr. 09: Emigration nach Frankreich 1:52
Nr. 10: Zusammenarbeit mit Sozialdemokraten im Exil 4:07
Nr. 11: Was habt ihr in Frankreich gemacht? 2:51
Nr. 12: Wie haben die Franzosen auf euch reagiert? 5:13
Nr. 13 und 14: Krieg und Résistance 11:44
Nr. 15 und 16: Verhaftung, Folter, Flucht 1943 18:47
Nr. 17: Aufstand und Befreiung 3:16


1 Antwort auf “Aufstehen gegen Rassismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Neofaschismus, Militarismus”


  1. 1 rf 08. September 2013 um 16:07 Uhr

    Pierre éternel – Die Ballade von den sechs Sinnen
    Zum ewigen Gedenken an Peter Gingold
    * 08.03.1916 in Aschaffenburg + 29.10.2006 in Frankfurt (M.)
    R.F. frei nach George Brassens „L’Auvergnat“

    SIEHST DU den klaane Mann aus unsrer Stadt,
    wie er die Faust erhowe hat.
    Er sieht so alt aus, spricht doch hell un klar,
    hat Ziele, weit weg und ganz nah.
    Un ab un zu, da hält er oi,
    ruht sich nit aus, sammelt sich neu.
    Gebannt hängt die Jugend an soim Mund.
    Wie der spricht geht’s in de Köpp rund.
    „Des Erste is glaub nie, du wärst allein
    wann’s manches Mal ach grad so scheint.
    Des Zwote: der Feind is kaa Volk un kaa Rasse,
    der steht in de herrschende Klasse.“
    So hast du, Peter, uns Mut gemacht,
    so hammer gestritte un ach gelacht,
    so lange Jahrzehnte – vorbei zu schnell,
    Oh Pierre éternel!

    HÖRST DU den alde Mann mit weißem Haar,
    den Jud’ aus de Steingass’, erzähle, wie’s war:
    im Krieg geborn, Arbeitslosigkeit,
    die Kälte, der Hunger, des Leid.
    Doch dann am Wochenend im Spessartwald,
    Im Zelt ba de Mädcher, da war’s em ni kalt,
    Jugendverband, Agitation,
    bis tief in die Nacht Diskussion.
    De Vadder gefraacht: „Wie kann des soi,
    dass du als Jud Schuld soin sollst? Mir leucht’s ni oi!
    Du hast wie die annern kaum Awweit, kaa Geld.“
    Demagogie – bloßgestellt!
    So hast du Peter mit einfachem Wort
    in Schule und Straße un annermort
    manch Lícht uffgehn lasse, klar un hell,
    Oh Pierre éternel!

    RIECHST DU beim Zeit-Zeuge-Bericht
    Gefahr, Ledermäntel, kalte Schweiß im Gesicht,
    SA, Gefängnis, Verhör, abgeschowe
    nach Frankreich, wie’s anfängt’s zu towe.
    De Peter sagt ganz klar Résistance,
    des is unser einzige Chance.
    Ohne Schnörkel un grad naus
    kommt die Geschicht ausem raus:
    Mensch, wasse Stärke, was bin ich froh,
    wie er widdersteht de Gestapo,
    ich fieber mit, verflucht, jetz’ is aus,
    gefoltert sitzt er in ihrm Haus.
    Peter du hast uns mitgenomme
    wie du dorch den Hinnerhof entkomme,
    bevor se dir abziehn konnte es Fell,
    oh Pierre éternel!

    FÜHLST DU mit, Mann war des eng,
    in Paris Boulevard St Martin!
    Un ich maan, mir klingt noch im Ohr,
    wie der Riegel grad oischnappt im Tor.
    De Peter war schneller als sälle Bande,
    des wor nit einfach nur Räuber un Schande:
    Versteckt, abgetaucht, von Genosse un Frau
    gepflegt, widder uffgebaut.
    Doch oigeschüchtert, des warer nie -
    nix wie zur Résistance widder hie!
    In Norditalien als Partisan
    war er am Kriegsende dann.
    Gewusst, weit weg war der wirkliche Sieg.
    Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!
    Des war von da an doin Appell,
    oh Pierre éternel!

    GESCHMECKT hadder aach nit de Bonner Herrn,
    den Peter Gingold hätte die widder gern
    als Jude un Kommunist abgeschowe.
    Erneut hadder soi Stimm erhowe,
    trotz alledem un bis zuletzt
    uff die einzige Hoffnung gesetzt:
    soi Finger als in die Wunde gelegt,
    in de Widerspruch von Herrn un Knecht.
    Dass doch die Quell von Hass un Krieg
    un Krise un Not genau da drin liegt,
    hadder ach soine Aschebercher,
    versucht ins Gehirn noizupferche.
    Dés Lied ís fer dích, lieber Peter,
    doin sechste Sinn, den hat ni jeder,
    die ZUVERSICHT, mir schaffe’s, gell,
    oh Pierre éternel!

    website:
    http://www.attac-aschaffenburg.de/fileadmin/user_upload/Gruppen/Aschaffenburg/songs/pierre_eternel.mp3

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