NPD bringt „neutrales Publikum“ selbst mit

Unter der Überschrift „Regionaltour in Unterfranken: Die NPD in Miltenberg, Obernburg und Alzenau“ veröffentlichte die NPD Bayern am 29. August 2013 eine Pressemitteilung. Aus diesem sehr aufschlussreichen Dokument soll hier ausnahmsweise zitiert werden. Gleichzeitig stellen wir dem dort Behaupteten die Realität gegenüber, die nicht nur für die NPD erbärmlich ist. Die Zitate aus der NPD-Pressemitteilung sind in Anführungszeichen gesetzt.

„Am heutigen Donnerstag stand Unterfranken im Mittelpunkt einer weiteren NPD-Regionalfahrt. Hier wurden Miltenberg, Obernburg und Alzenau vom NPD-Wahlkampfteam angesteuert. Nur in Alzenau mußte zunächst juristisch nachgefaßt werden, nachdem sich das Ordnungsamt der Stadt anfangs weigerte, der NPD einen geeigneten Kundgebungsort zuzuweisen.“ Soweit die NPD. Also hatten beide Städte im Kreis Miltenberg es nicht für nötig befunden, den antidemokratischen Schwachsinn der NPD unterbinden oder zumindest bekannt machen zu wollen. Damit spielen sie der Nazipartei in die Hände. Denn diese will nichts lieber, als als ganz normale Partei angesehen zu werden, als Partei, die wie andere ungestört von Protesten ihre Veranstaltungen durchziehen kann.

„In Miltenberg bot sich Touristen und Passanten am Vormittag das seltene Schauspiel einer völlig ungestörten NPD-Rednerveranstaltung auf dem malerischen Engelplatz im Herzen der Altstadt.“ Es ist verständlich, dass die NPD hier das Unvermögen der Stadtoberen feiert, die ein entschlossenes bürgerliches Engagement gegen die Nazipartei unmöglich gemacht und damit die Rechnung der NPD haben aufgehen lassen. „Das Fehlen jedweder Störer machte sich bezahlt, suchten danach doch mehrere Passanten das Gespräch mit dem NPD-Team und freuten sich über Infomaterial.“ Das allerdings ist Wunschtraum der NPD, wie wir am Beispiel Obernburg noch sehen werden.

„An der nächsten Station, Obernburg, hatte sich am Kundgebungsort in der Altstadt-Fußgängerzone ein kleines Häuflein fehlgeleiteter Jugendlicher eingefunden, die peinlichste Figur gab aber ein örtlicher Grünen-Kandidat ab, der außer lautstarken und unflätigen Beschimpfungen wenig zum Gelingen der Veranstaltung beizutragen wußte.“ So hilflos wie herablassend klingt das bei der NPD, wenn es Protest gegen ihre Anwesenheit gibt. Dieser Protest hätte größer und für die NPD noch unangenehmer ausfallen können, wenn die Stadt Obernburg zuvor die NPD-Kundgebung verboten und damit die Anwesenheit der extremen Rechten bekannt gemacht hätte.„Der Mann [d.h. der grüne Politiker] mußte sich am Ende sogar vom neutralen Publikum auffordern lassen, doch besser nach Hause zu gehen …“ Fakt ist allerdings: kommunal liegen Berichte vor, dass dieses „neutrale Publikum“ von der NPD selbst mitgebracht wurde! Zwei PKWs kamen zusammen mit dem NPD-Kleinbus in Obernburg an. Man unterhielt sich direkt vor der Kundgebung angeregt; anschließend stellten sich die Personen aus den PKWs als das „neutrale Publikum“ an den Kundgebungsort! Es dürften jene Leute gewesen sein, die auch in Miltenberg als „Passanten“ das „Gespräch mit dem NPD-Team“ gesucht haben sollen.


2 Antworten auf “NPD bringt „neutrales Publikum“ selbst mit”


  1. 1 Beobachter 17. September 2013 um 21:52 Uhr

    Die Passanten in Miltenberg gab es wirklich, die die ihr in Obernburg so wahnsinnig gut als mitgebrachtes Personal recherchiert haben wollt, waren Zivilpolizisten^^

    Die in der Tat öfters nett mit uns plaudern und über die ,,Zecken“ ablästern, glaubts oder laßt es sein, es ist so :-D

  1. 1 Völkischer Beobachter? « kommunal – Geschichte, Kultur und Politik Pingback am 18. September 2013 um 10:00 Uhr

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