Die Pflege liegt am Boden

zugesandtes Dokument (Auszug)

Die Pflege liegt am Boden: Unter diesem Motto haben sich am Samstag bundesweit in der Branche arbeitende Menschen zu einem Flashmob in Innenstädten getroffen. (…)
Bereits im November hatten sich rund 3000 Menschen in rund 60 Städten um fünf vor zwölf auf den Boden gelegt.
Dieses Mal beteiligten sich auch Altenheime, Pflege- und Sozialstationen aus der Region an der Aktion: In der Miltenberger Altstadt legten sich über 30 Pflegerinnen auf den Boden. In Erlenbach hatte die Berufsfachschule für Altenpflege vor der Raiffeisenbank über Facebook zum Flashmob aufgerufen. Ausgerüstet mit Isomatten, Teelichtern und heißen Getränken demonstrierten sie für »mehr Wärme in der Pflege«.
»Es ist eine Katastrophe«, beschreibt es Clara Dolzer vom Kreisaltenheim Amorbach. »Wir bekommen vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) vorgeschrieben, was wir alles dokumentieren müssen. Und es ist eine Unmenge an Dokumentation nötig. Es ist ein intensiver Job, und wir haben zu wenig Zeit für die Bewohner.«
Hört man sich unter den in der Altenpflege arbeitenden Fachkräften um, scheint es überall das gleiche Dilemma: Zu wenig Zeit, zu wenig Pflegekräfte, mehr Aufwand, mehr Bürokratie. Wie die Pflege unter diesen Umständen in Zukunft aussieht, mag sich keiner so recht vorstellen: »Wir haben sinkende Schülerzahlen«, sagt Claudia Bube von der Berufsfachschule in Erlenbach. Das negative Image von abgehetzten Pflegerinnen, schlechte Bezahlung und hohe Anforderungen schreckten viele junge Menschen ab, einen Pflegeberuf zu ergreifen.
Problem der gesamten Nation
(…)
Nötig sei eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die den Pflegekräften ausreichend Zeit für die Bedürfnisse der zu Pflegenden garantiert. Auch eine angemessene Entlohnung, einheitliche Personalabmessungen und Programme zur Nachwuchsförderung stehen auf dem politischen Wunschzettel der Initiative.
»Die Beziehung zwischen Pflegenden und Gepflegten muss bewahrt werden«, heißt es auf der Internetseite. »Darum legen wir uns auf den Boden, um andere dazu zu bewegen, aufzustehen und mit uns für unsere Ziele einzustehen.« Denn betreffen wird es früher oder später jeden, sagt Clara Dolzer.
Mit der öffentlichkeitswirksamen Aktion haben die Pfleger, Krankenschwestern und Berufsfachschulleiter im Landkreis Miltenberg ein Zeichen gesetzt und gezeigt, dass ihnen die Pflege der Menschen am Herzen liegt. Denn die meisten machen ihren Beruf hochmotiviert und aus Leidenschaft. (…)
(Bote vom Untermain, 16.12.13)


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