Elsenfeld: Und wann greift der Papst ein?

Redaktion kommunal dokumentiert in Ausschnitten einen Beitrag aus dem Main-Echo/Bote vom Untermain vom 11.01.13

„Die Beerdigung seines Opas wird Marco Jakob so schnell nicht vergessen. Beim Seelengottesdienst für den Verstorbenen in Rück-Schippach (Kreis Miltenberg) wollte der 29-Jährige wie rund 15 seiner Verwandten die Kommunion empfangen. Der Pater verweigerte sie ihnen. (…) Während Pater Anselm Ehmele anderen Gottesdienstbesuchern die Hostien reichte, schickte er die Angehörigen des Verstorbenen zurück in die Kirchenbank. (…) Wer das ganze Jahr nicht in die Kirche gehe, brauche auch nicht zur Kommunion gehen, soll Pater Anselm Ehmele entgegnet haben. »Das ist eine Frechheit«, sagt Marco Jakob, »gerade in der schwersten Stunde.« Das Verhalten des Paters kann er nicht nachvollziehen. »Ich bin gläubig, aber deswegen muss ich mich nicht jeden Sonntag in die Kirche setzen. Man kann auch von zu Hause aus glauben.« Zudem soll der Pater seine Haltung, die Kommunion nur an regelmäßige Kirchgänger auszuteilen, am nächsten Tag in der Christmette bekräftigt haben. Mit Verweis auf die Beerdigung. (…) Ein Beschwerdeschreiben an die Diözese Würzburg ist in Vorbereitung. Pater Anselm Ehmele, der dem Orden der Salvatorianer angehört, hat im Gespräch mit unserer Zeitung den Vorfall unumwunden bestätigt und sein Verhalten bedauert. »Für mich sind Eucharistie und Kommunion etwas Heiliges. Ich habe aus Überzeugung gehandelt, aus einem Gefühl heraus.« Der 78-jährige frühere Pfarrer, der seit März 2011 mitarbeitender Priester in der Pfarreiengemeinschaft Christus Salvator Elsenfeld ist, spricht von einem »Fehler« und einer »sehr peinlichen Situation«. Mit peinlich meint er aber peinlich für beide Seiten. Die Angehörigen hätten sich während des Gottesdienstes nicht richtig verhalten, seien beim Verlesen des Evangeliums sitzen geblieben. »Sie sind fremd in der Kirche, wissen gar nicht, um was es geht. Wenn andere zur Kommunion gehen, müssen sie nicht dabei sein. Ich wollte lediglich, dass sie sich verhalten, wie es ihrer Würde entspricht.«“

Wir fassen zusammen: Katholiken, die nicht regelmäßig in den Gottesdienst gehen und in den Riten daher unsicher sind, erhalten keine Kommunion mehr. Frage: Wann greift der Papst ein und macht diesem Unfug ein Ende? Franziskus, übernehmen Sie!!!


1 Antwort auf “Elsenfeld: Und wann greift der Papst ein?”


  1. 1 Administrator 12. Januar 2014 um 15:58 Uhr

    Bei der Gelegenheit mal Dank an die Redaktion Main-Echo, die diese Frechheit seitens der Kirche auf die Titelseite brachte.

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