Winterschlussverkauf …

zugesandter Terminhinweis

… ist nicht mehr so eng geregelt wie früher, die Saison wurde marktgemäß ausgedehnt, dennoch geht sie im Februar zu Ende undviele sind dann froh, das eine oder andere Schnäppchen gejagt zu haben. Alles gut, oder?

Blutige Klamotten
Vortrag und Diskussion zu Arbeitsbedingungen im Süden und Norden mit Gästen aus Nordirland und Deutschland
Mittwoch, 19. Februar, 19:30 Uhr im „Stern“, Platanenallee 1, Aschaffenburg

Saison im Süden: Sonderschicht!
In Bangladesch müssen Näherinnen zusätzlich zu ihrer 60-Stunden-Woche vor jedem Saisonstart noch Überstunden einlegen – natürlich unbezahlt, ihr Lohn reicht kaum zum Überleben. Gewerkschaften sindverboten, Frauendiskriminierung und sexuelle Belästigung an der Tagesordnung. Die meisten Arbeiterinnen sind sehr jung – bereits mit 30 halten viele der Ausbeutung und den Erniedrigungen nicht mehr stand und verlassen die Fabrik in ein Leben ohne andere Perspektiven.

Katastrophale Arbeitsbedingungen
In türkischen Kleiderfabriken werden Jeans-Hosen trotz Verbots weiterhin durch Gesundheit gefährdendes Sandstrahlen im so genannten „used look“ hergestellt. Das berichtete der WDR im Rahmen einerSerie „Gefährlicher Chic. Woher kommen unsere Kleider?“ im Dezember 2013. Ausgangspunkt für die Programmaktion war der Einsturz einerTextilfabrik in Bangladesh im April 2013. Bei dem Einsturz des Gebäudes kamen mehr als 1.100 Menschen ums Leben.
Sechs Monate danach und neun Monate nach dem Feuer bei Tazreen Fa-shions, das das Leben von mehr als 110 Textilarbeitern forderte, starben in Gazipur, Bekleidungsfabrik Aswad Composite Mills, rund 50 km von Bang-ladeschs Hauptstadt Dhaka entfernt, zehn Arbeiter in den Flammen und mehr als 50 wurden verletzt. Ein weiterer Brand in einer Bekleidungsfabrik in Bangladesh, dem zweitgrößten Bekleidungsexporteur der Welt nach China, beweist einmal mehr, wie katastrophal die Arbeitsbedingungen sind, unter denen in Bangladesh und anderswo Kleidung produziert wird. Die Läden der Auftraggeber finden sich auch in deutschen Einkaufszentren: C&A, KiK, Mango, Primark, Benetton.

Was hat sich seitdem geändert?
Hat bei den Textilunternehmen ein Umdenken stattgefunden? Kann man als Verbraucher durch das eigene Kaufverhalten menschenwürdige und ökologisch vertretbare Produktionsbedingungen in der Textilbranche befördern? Sind unter dem kapitalistischen Diktat des Profits überhaupt Veränderungen zu „Fairness“ und „Nachhaltigkeit“ möglich?

Hermann Glaser-Baur,
Ende der Achtziger von Aschaffenburg nach Dungiven, Nordirland, ausgewandert, um dort mit seinerFrau Marion Baur in einer alten Flax Mill Leinen herzustellen, gibt einen Überblick über die blutigen Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie. Er erläutert die oben aufgeworfenen Fragen und stellt sie zur Diskussion.

Eine andere Welt ist möglich!
Informieren – Organisieren – Gemeinsam aktiv werden

Gemeinschaftsveranstaltung von afa, Attac, BGE, Nord-Süd-Forum im Stern