Krankenhäuser in MIL: Privatisierungswahnsinn geht weiter

Redaktion kommunal

Die Auseinandersetzungen um die Krankenhäuser im Kreis Miltenberg kommen nicht zur Ruhe. Hatten wir 2011 schon ausführlich über den Privatisierungswahnsinn berichtet, so geht das Ganze nun weiter. So schreibt das Main-Echo heute auf der Titelseite:
„Für die rund 650 Mitarbeiter der Krankenhäuser in Erlenbach und Miltenberg ist die Aussicht, bald zum größten Gesundheitskonzern Europas zu gehören, kein Grund zur Freude, sondern zur Sorge. Rund 100 von ihnen haben gestern ihre Arbeitspausen genutzt, um sich an einer Mahnwache vor der Klinik in Erlenbach zu beteiligen.
Verschlechterungen beim Einkommen, höhere Arbeitslast bis hin Arbeitsplatzverlust lauten die konkreten Befürchtungen, die sie mit der geplanten Übernahme durch den Gesundheitskonzern Fresenius verbinden. Noch gehören die beiden Häuser im Landkreis Miltenberg zur Rhön Klinikum AG, die jedoch einen Großteil ihrer Kliniken an der Krankenhausbetreiber Helios verkaufen will. Forderungen der Gewerkschaft Verdi, den Mitarbeitern über einen Beschäftigungssicherungsvertrag Arbeitsplatzgarantien bis Ende 2018 zu geben, hat Helios bislang ignoriert.“
Beschwichtigungen des Managements wird dabei kein Glaube geschenkt: „Für den Betriebsratsvorsitzendenden Wolfgang Vetter sind jedoch solche Versicherungen keine Beruhigung. Seine Kollegen hätten vor acht Jahren bei der Privatisierung der Kreiskrankenhäuser Ähnliches gehört. »Ein Jahr später wurden 40 Stellen gestrichen, geplant waren sogar 160 Kündigungen«, erinnert sich Vetter. Jetzt fürchtet er, dass seine Kollegen für die hohen Gewinnerwartungen der neuen Eigentümer bluten sollen: 15 Prozent Rendite fordere Helios von seinen Krankenhäusern.“
Selbstverständlich ist das nur durch verstärke Ausbeutung und schlechtere Bezahlung des Personals möglich sowie durch Auslagerung: „Zwar habe auch schon Rhön »patientenferne« Mitarbeiter aus Küche und Wäscherei in sogenannte Servicegesellschaften ausgelagert, berichten Vetter und sein Stellvertreter Michael Fertig, aber Helios gehe beim Outsourcing sehr viel weiter. »Die haben Häuser, da sind nur noch die Ärzte bei der Klinik angestellt«, so Fertig.“


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