Archiv für Februar 2014

Kommunalwahl Kreis Miltenberg, Teil 2: Bürgermeister Bieber, tun Sie etwas!

mmk

In Miltenberg tarnt sich die FDP unter einem anderen Label. Und obwohl auch Frauen auf der Liste stehen, wird lediglich die männliche Form im Namen geführt: Liberale Miltenberger.

Auch diese betreiben Wahlkampf – und zwar einen, den mal die Grünen erfunden hatten. Sie verteilen Sonnenblumensamen! Wir finden: Gut, sehr gut, haben sie also doch noch etwas von dem liberalen Revoluzzergeist von 1848. Denn dass diese verteilten Samen ein Aufruf zum Guerilla Gardening sind, das sieht doch selbst der besagter Blinde mit dem Krückstock. Was wird also demnächst als Wahlgeschenkchen noch kommen? Sprühdosen zur Verschönerung öffentlicher Gebäude? Zehn faule Eier, um sie dem Establishment an den Kopf zu werfen? Eierhandgranaten für den Aufstand? – Wohl eher nicht. Aber das mit den Samen hat schon was.

Nur: Ist das seitens der öffentlichen Ordnung noch tolerabel? Muss da nicht eingeschritten werden, und sei es, um den Anfängen zu wehren? Also, Herr Bürgermeister Bieber, sie sind noch im Amt: Tun sie etwas!

Kommunalwahl Kreis Miltenberg, Teil 1: Kommunal-Wahl-Qual

mmk

Und wieder ist Wahlkampf ausgerufen. Und wieder glotzen uns von den Plakaten Personen entgegen, deren Absicht, gewählt zu werden, von uns allen bezweifelt werden darf. Will heißen: Wenn ich gewählt werden will, dann darf ich doch nicht solche Fotos veröffentlichen!

Mein persönlicher Lieblingskandidat ist in dieser Hinsicht der Freie-Wähler-Landratskandidat Bert Schmid. Die Frisur! Der Pornobalken! Einfach voll retro. So, erinnern wir uns, sahen die Dorfgigolos in den Siebzigern aus. Quasi die Provinzausgabe von Disco Stu. Wirklich zum Piepen! Aber als Foto auf einem Wahlplakat? Doch lieber nicht.

Aber so sind sie, die Herren (seltener Damen) Politiker: selbstverliebt und realitätsblind.

Asylbewerber in Großheubach: Doch kein Hungerstreik

Zitate aus Bote vom Untermain, 27.02.14

„Aus dem angedrohten Hungerstreik einer aserbaidschanischen Asylbewerberfamilie ist am Dienstag eine relativ kurze Protestaktion vor dem Miltenberger Landratsamt geworden. Ein kleines Zelt hatte Ahmed Babayev für sich, seine Frau und seine beiden drei und vier Jahre alten Kinder auf dem Gehsteig aufgebaut. Grund für die Protestaktion: Der Asylbewerber wollte gegen die Unterbringung in Großheubach protestieren. (…) Als zentrales Anliegen stellte sich ein Umzug nach Schwanfeld im Landkreis Schweinfurt heraus, wo Verwandte der Familie leben. (…) Die Entscheidung darüber treffe aber nicht das Landratsamt, sondern die Regierung von Unterfranken. Mit Hilfe von Jusiv Abulov, dem Vorsitzenden des Deutsch-aserbaidschanischen Vereins, will Ahmed Babayev diesen Antrag jetzt stellen.
Die mit Fotos und Plakaten am Zelt angeheftete Kritik an der Unterkunft in Großheubach wiesen die Vertreter des Landratsamtes und die Flüchtlingsbetreuerin der Caritas einmütig zurück. »Wir haben keine schrecklichen Unterkünfte«, so Manfred Vill, Leiter des Kreissozialamtes. Das bestätigte gegenüber unserer Zeitung auch Silvia Elbert von der Caritas, die die Familie in ihrer Unterkunft mehrfach besucht hat. (…)“

Mömlingen: Kurze Analyse zur Kommunalwahl

von S. B.

Auch in Mömlingen wird im März ein neuer Gemeinderat gewählt. Zur Wahl stehen zwei Listen, CSU und Freie Wähler. Die SPD, welche in der laufenden Wahlperiode noch zwei Sitze hatte, wird nicht mehr antreten. Bei der Bürgermeisterwahl steht nur der amtierende Bürgermeister Siegfried Scholtka zur “Wahl”.

Bei den Kommunalwahlen sind alle gemeldeten EU-Bürger_innen wählbar und wahlberechtigt. In Mömlingen sind u.a. Mitbürger mit griechischem, portugiesischem und polnischem Pass wohnhaft. Diese sind nicht auf den Listen vertreten.

Das Wahlprogramm der beiden Listen unterscheidet sich nicht wirklich. (mehr…)

Kategorie C (nicht) in Michelstadt

Infobüro Rhein-Main

Am Nachmittag des 07.Februar 2014 verhinderten Beamte der Erbacher Polizeidirektion den Auftritt der RechtsRock-Band Kategorie C in Michelstadt. Das Konzert sollte in der Kneipe „Altes Amtsgericht“, in der Kellereibergstrasse, am Rande der Innenstadt stattfinden. (Ganzer Bericht)

Haibach in der Schweiz

Ein Kommentar / mb

Dass in der Kürze nicht die Würze liegen muss, sondern auch mal der pure nationalistisch-rassistische Dreck drin sein kann, das bewies am 20. Februar der aus Haibach stammende Thomas Tomecko. „Danke Schweiz!“ war der ganze Leserbrief im Main-Echo zum Beitrag „Schweizer begrenzen Zuwanderung“ vom 10.02.14. Der Mann mit dem superdeutschen Namen will also ganz offenbar auch bei uns, was die Heidis und Alpöhis mit ihrem VOLKSentscheid gewollt haben. An anderer Stelle rufen diese VOLKSgenossen gerne einfach mal „Ausländer raus!“ und meinen genau dasselbe.

Für den Leserbriefschreiber Tomecko war schon 2009 „spätestens nach Pol Pot klar, dass der Kommunismus nur für staatenbildende Insekten-Völker die geeignete Staatsform darstellt“ (ME, 12.01.09). Nicht klar war für ihn, dass nach dem Nazi-Regime der Kapitalismus nur noch etwas für kriegstreibende und Menschen ausrottende Prügelorgastiker und uniformfetischistische Klemmschwuchteln ist.

Der selbsternannte Nationalkonservative ist übrigens bei einem regionalen Bündnis aktiv, das den anmaßenden Titel Initiative für Demokratie und Grundrechte trägt, damit ganz offenbar den guten Namen des Komitees für Grundrechte und Demokratie missbrauchend.

Das Stachel & DJ Anti Alles im JUZ ThirTeen

Auschwitz: Lebt Häftlingsmörder noch immer bei Aschaffenburg?

Zitate: dpa/Main-Echo, 21.02.14

Bei Durchsuchungen in mehreren Bundesländern, darunter auch in Franken (…), hat die Polizei am Mittwoch Wohnungen mutmaßlicher, ehemaliger SS-Wachmänner des Vernichtungslagers Auschwitz durchsucht. Den Männern wird vorgeworfen, an der Tötung von Häftlingen im Konzentrationslager Auschwitz beteiligt gewesen zu sein. Im Raum Aschaffenburg gab es bei einem 92-Jährigen (…) Durchsuchungen (…) [Die Männer] sollen in den Jahren 1942, 1943 und 1944 zur Wachmannschaft des Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gehört haben, sagte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu. Ihre Wohnungen wurden durchsucht und dabei Dokumente und Fotos sichergestellt. Haftgründe für die Männer gebe es nicht. (…)

Back from the grave

Redaktion kommunal

Eine Redaktion ist kein Sportverein und auch kein Freizeitclub. Es ist also weder üblich noch sinnvoll, wenn eine Redaktion per Aufnahmeantrag ihre Mitglieder erhält, wie dies für Vereine und Clubs sicherlich üblich ist. In einer Redaktion muss die Mann-und-Frau-Schaft zusammen passen. Inhaltlich und persönlich. Das vorweg als Erläuterung, warum es manchmal schwierig ist, die Redaktionsarbeit auf genügend Schultern zu verteilen.

Bei uns kommt erschwerend dazu, dass wir uns gerne mit antifaschistischen Themen beschäftigen, was von ganz bestimmten Menschen als ganz schlimm betrachtet wird, woraus sie die Rechtfertigung für Drohungen und Übergriffe ableiten; und das ist keine Vermutung, sondern Erfahrung aus vielen Jahren. Wir müssen also auch noch das notwendige Maß an Anonymität gewährleisten. Aus Sicherheitsgründen.

Trotz alledem konnte in den letzten Tagen zweierlei bemerkt werden: Erstens konnten wir die Redaktion personell etwas aufstocken. Zweitens kamen Rückmeldungen von außerhalb, die wir positiv fanden. Beides zusammen genommen führt dazu, dass die Redaktionsarbeit ab sofort wieder aufgenommen wird.

Dieser Tage …

Redaktion kommunal
-> Update 11.02.14

… findet ein Treffen statt, das über die weitere Redaktionsarbeit entscheiden soll. Danach werden wir uns wieder melden.

Bis dahin hätten wir Euch gerne an aburg.org verwiesen. Aber dort ist schon länger tote Hose als es bei uns vermutlich (hoffentlich!) sein wird … Sehr schade.

Wir denken aber, dass Ihr bei den Links (siehe Siedebar auf der rechten Seite) genug Infos findet.

-> Kommentare werden selbstverständlich wieterhin regelmäßig moderiert.

Aschaffenburg, Hauptbahnhof: Die Weiderkehr des „Landsers“

Ein Kommentar von Martin Bayer

Am Wochenende in der Zeitschriftenhandlung am Hauptbahnhof Aschaffenburg: Zufällig fällt der Blick auf eine Heftroman-Reihe, die mir so seltsam bekannt vorkommt. „Das kann nicht sein“, denke ich mir, „die Landser-Hefte sind doch vom Markt genommen“. Das ist richtig – und auch falsch. Denn als Heftreihe „Weltkrieg“ sind sie wieder da, in gleicher Aufmachung und – was noch schlimmer ist – gleichem Inhalt. Herausgegeben durch einen Verlag in der Schweiz, jenem zentraleuropäischen Schandfleck, der sich nun zwar nicht gegen die guten Euros aus Resteuropa abschotten will, aber gegen die Menschen, die von dort kommen.

Kaum wird in Deutschland mal was Vernünftiges gemacht – die Einstellung des „Landsers“ – schon machen Heidi und ihre Freunde einen dicken Unfug.

„Wer hat´s erfunden?“ – Ach, sollen uns die Röstifresser doch am Arsch lecken!

Mira Marx – zum Schicksal einer Miltenberger Jüdin

Am 27. Januar 2014 erschien auf hagalil.com eine Besprechung des Buches „Bürokratie und Verbrechen. Antisemitische Finanzpolitik und Verwaltungspraxis im nationalsozialistischen Deutschland“ von Christiane Kuller (Oldenbourg Verlag München 2013, Euro 39,80). In diesem Buch wird gefragt, „in welcher Form ein weitverzweigter Apparat wie die Finanzverwaltung in die Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung eingebunden werden konnte“ (so die Buchbesprechung). Titel der Rezension: „Die Geschichte von Frau Mira Marx – oder `Tatort Finanzamt´“. Diese Besprechung von Orlando Berliner und Susanne Benöhr-Laqueur zitiert mehrfach den Beitrag „Tatort Miltenberg“, der auf kommunal veröffentlicht ist. Wir erlauben uns, aus dieser Buchbesprechung mehrere Stellen, die sich vor allem mit der Miltenberger Jüdin Mira Marx beschäftigen, zu zitieren:

Auf dem Cover des Buches befindet sich das Foto einer ca. vierzig Jahre alten Frau. Sie scheint soeben aus der hinteren Tür eines Omnibusses ausgestiegen zu sein. An der Fahrerseite des Buses ist deutlich sichtbar ein Wimpel mit einem Davidstein angebracht. (mehr…)

Infostand zu Olympiade in Sotschi

zugegangene Information

Die Kreisgruppe Miltenberg von Amnesty International (AI) veranstaltet anlässlich der Eröffnung der Olympischen Spiele am kommenden Freitag, 7. Februar, in Obernburg einen Infostand. Das Motto laute »Winterspiele in Sotschi – Eiszeit für die Menschenrechte?« Die AI-Mitglieder informieren von 12 bis 17 Uhr gegenüber dem Rathaus in der Römerstraße über die Menschenrechtslage in Russland.