Aschaffenburg, Hauptbahnhof: Die Weiderkehr des „Landsers“

Ein Kommentar von Martin Bayer

Am Wochenende in der Zeitschriftenhandlung am Hauptbahnhof Aschaffenburg: Zufällig fällt der Blick auf eine Heftroman-Reihe, die mir so seltsam bekannt vorkommt. „Das kann nicht sein“, denke ich mir, „die Landser-Hefte sind doch vom Markt genommen“. Das ist richtig – und auch falsch. Denn als Heftreihe „Weltkrieg“ sind sie wieder da, in gleicher Aufmachung und – was noch schlimmer ist – gleichem Inhalt. Herausgegeben durch einen Verlag in der Schweiz, jenem zentraleuropäischen Schandfleck, der sich nun zwar nicht gegen die guten Euros aus Resteuropa abschotten will, aber gegen die Menschen, die von dort kommen.

Kaum wird in Deutschland mal was Vernünftiges gemacht – die Einstellung des „Landsers“ – schon machen Heidi und ihre Freunde einen dicken Unfug.

„Wer hat´s erfunden?“ – Ach, sollen uns die Röstifresser doch am Arsch lecken!


11 Antworten auf “Aschaffenburg, Hauptbahnhof: Die Weiderkehr des „Landsers“”


  1. 1 Jan 10. Februar 2014 um 12:29 Uhr

    Lieber Martin,
    natürlich muss der Ausgang der „Volks-“Initiative kritisch analysiert und kommentiert werden. Dies wäre aber auch ohne kollektive stereotypische Beleidigungen möglich…

    Du schreibst von „guten Euros aus Resteuropa“. Was für ein EU-zentristischer Quatsch..

    Und bei den Landser-Heften könntest du bei der Zeitschriftenhandlung in Aschaffenburg mal nachfragen, wieso sie diese Weltkriegsdusselei überhaupt anbieten und sie bitten den Scheiß nicht mehr anzubieten…

  2. 2 Alfred Brummel 10. Februar 2014 um 15:57 Uhr

    Man muss auch mal an die Autoren des Landsers denken. Was sollen die nach all den Jahren jetzt schreiben? Der Verlag steht ja in der Fürsorgepflicht. Denkt da niemand an die Arbeitsplätze?

    Und vielleicht hat der Landser ja gar nichts mit dem Weltkrieg zu tun. Vielleicht ist das völlig unabhängig voneinander.

    Besser wäre natürlich eine neue Reihe wie Die Drohne. Mit dem Weltkrieg läuft der Verlag auf Dauer Gefahr, sich Frauen zum Feind zu machen, dabei könnte er sie als Kundinnen zu gewinnen. Hallo Herr Verleger, aufgewacht: DER Landser! DER Weltkrieg! Wieder mal nur männlich!

    Die Drohne klingt auch viel zeitnaher und wäre gendermäß absolut korrekt. Und als Bonmot: Wo könnte man besser die tagesaktuellen Bombardierungen der Bundeswehr mit einbauen – samt Befinden der obersten Kriegsamazone?

    Außerdem könnte man die Reihe jederzeit um eine fette Unterserie erweitern: Die Drohne – Einsatz im Inneren. Das nimmt doch das ganze Volk mit.
    --
    Ach ja, die Schweizerinnen: Die haben gestern meine Zukunftspläne zerstört.

  3. 3 mb 10. Februar 2014 um 20:42 Uhr

    Danke für den ausführlichen Zuspruch!
    Nur: Wenn wir hier bei KOMMUNAL die deutschen Sauereien immer wieder mal auch unsachlich geiseln, dann dürfen wir das auch mit den eidgenössischen. Ein Kommentar sollte endlich wieder ein Kommentar sein, nicht die Verlängerung der angeblich sachlichen redaktionellen Beiträge. – Ja, das war nicht korrekt, ja, das war emotional … mehr davon!

  4. 4 Karl van Dall 10. Februar 2014 um 20:44 Uhr

    Jo. Das ist halt ncht das Main-Echo.

  5. 5 Pille 11. Februar 2014 um 1:57 Uhr

    Immer wieder lustig diese Kommentare:
    „Und bei den Landser-Heften könntest du bei der Zeitschriftenhandlung in Aschaffenburg mal nachfragen, wieso sie diese Weltkriegsdusselei überhaupt anbieten und sie bitten den Scheiß nicht mehr anzubieten…“

    Interessanterweise habe ich genau diesen Wahnsinn vor 1 oder 2 Jahren versucht. Die Antwort hat mich wenig verwundert. Irgend ein Geschwafel über „Linksextremismus“ und „deutsche Geschichte“ ist hängen geblieben. Da waren die Vibes wohl nicht positiv genug…

  6. 6 Jan 11. Februar 2014 um 20:41 Uhr

    an Pille: Jo klar klingt meine Aussage erst mal herrlich naiv, aber mir geht es um etwas anderes. Man sollte etwas tun, anstatt sich nur darüber aufzuregen. Erste Wahl ist natürlich das Gespräch. Falls der Inhaber darauf besteht kannst du immernoch in die Landser-Hefte scheißen, sie zerreissen, etc..

    an mb: Ja, emotional und polemisch darf bzw. soll ein Kommentar sein, aber warum beleidigst du 100% der abstimmenden Schweizer, anstatt die 50,3%, die für den „Einwandererstopp“ gestimmt haben? Damit rutschst du doch sofort in die Nationalitäts-Stereotypen. Der Schweizer ist langsam, spricht seltsam und ist jetzt auch noch ausländerfeindlich. Der Türke ist gerne Döner und raubt gerne alte Omas die Handtasche. (usw.)
    Mir ist klar, dass du hauptsächlich über die Landser-Hefte geschrieben hast und nicht über die Einwandererdebatte, aber es ist ja schon klar, dass „der Schweizer“ für den Landser-Abklatsch nix kann, oder?

    Ich hoffe ihr versteht was ich zu erklären versuche. Ich freue mich auf jeden Beitrag hier im Blog, aber die kollektiven Beleidigungen fand ich eher unpassend. Ansonsten bin ich mit euch zufrieden ;)

    Weitermachen!

  7. 7 mb 13. Februar 2014 um 11:50 Uhr

    Richtig. Das mit den Schweizern war zu pauschal. Extrem überzogen. Quasi satirisch. Nur sind wir halt hier nicht bei Titanic und damit war es vielleicht wirklich nicht der richtige Ort für solch undifferenzierte Zuspitzung.

    Demnächst mehr Überlegung
    verspricht
    mb

  8. 8 mb 16. Februar 2014 um 14:23 Uhr

    „Berlin (dpa) – Nach dem Volksentscheid zur Begrenzung der Zuwanderung in die Schweiz fordern zwei Drittel der Deutschen, eine ähnliche Abstimmung auch hierzulande abzuhalten. Dies zeigt eine Emnid-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“.“
    Obwohl ich der BILD-Zeitung aus guten Gründen sehr mißtraue, befürchte ich doch, dass sie hier mal Recht hat. Und dass diese zwei Drittel dies genau deshalb fordern, damit sie dann auch gegen jede Zuwanderung (außer für einige Computer-Inder und Rumänen-Nutten) stimmen möchten. Denn warum sollten sie sonst eine derartige Abstimmung wünschen? Das aber heißt: Liebe Schweizer, ich muss mich tatsächlich bei Euch entschuldigen. Bei Euch waren es gut 50 % Trottel; Deutschland bleibt auch hier offensichtlich mit über 60 % wieder führend. Arschloch, dein Name ist Deutschland! (Und bevor es jetzt hier wieder Proteste gibt: Die 33 %, die nicht gegen Zuwanderung stimmen möchten, sind hier mal ausgenommen.)

    Und noch eine Klarstellung: „Computer-Inder und Rumänen-Nutten“ ist selbstverständlich diskriminierend. Aber wie meint ihr, werden diese 66 % Deutschen die gut ausgebildeten und damit für hohe Ausbeutung geeigneten indischen Fachkräfte und die aus Gründen der Armut in die Prostitution gegangenen Rumäninnen nennen? Computer-Inder und Rumänen-Nutten. Eben.

  9. 9 Markus 01. Mai 2014 um 21:52 Uhr

    Also, ganz ehrlich.

    Sie scheinen sich übrhaupt nicht mit den Hfeten BEfasst zu haben sondern auf den Blödsinn eines Simon Wiesenthal Centers ( das von israel längst nichtmehr so mit den ansichten unterstützt wird.

    Was spricht bitte gegen den landser bzw Weltkrieg ?

    NS Verherrlichung oder verhamrlosung konnte ichd arin nie erkennen ( Polizist im bereich rechte gefahr zuständig).

    ganz im Gegenteil wird da davon ausgegangen, dass JEDER Deutsche oder Wesltiche menshc weiß, was der holocoust ist.

    Deswegen muss man das ding nicht so erwähnen.

    ich fand di heftromanreihe immer super, wobei es auch harmlose bzw langweilige handlunsstränge gibt.

    In diesem Sinne, finden Sie sich damit ab, dass es leutein deutschland gibt, di wender anti militaristisch eingestellt sind noch Preußen ect verleugnen

  10. 10 Administrator 02. Mai 2014 um 10:50 Uhr

    Also mit zweieinhalb Monaten Verspätung doch nochmal eine Reaktion. Dafür Dank. Nicht aber für den Inhalt.

    Erstens: Doch, der Autor des Kommentars kennt den LANDSER, hat ihn als Heranwachsender gelesen, ist davon restlos geheilt und sich sicher: Das ist Kriegsverherrlichung, das ist Verharmlosung des deutschen Imperialismus.

    Zweitens: Was hat das mit Israel zu tun und dem Simon-Wiesenthal-Center? Den LANDSER bzw. WELTKRIEG zu entlarven ist doch einfachste Übung, die schon ein Realschüler problemfrei leisten kann. Aber in bestimmten Kreisen kommt IMMER Israel oder eine jüdische Einrichtung vor, wenn sie über IRGENDWAS schreiben. Das ist zumindest verdächtig.

    Drittens: Wenn der Antwortschreiber tatsächlich „Polizist im bereich rechte gefahr zuständig“ ist (sic! – Alle Fehler in der Antwort im Original, nichts hinzugefügt), dann ist alles noch viel schlimmer als gedacht.

  1. 1 LANDSER und WELTKRIEG « kommunal – Geschichte, Kultur und Politik Pingback am 02. Mai 2014 um 10:57 Uhr
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