Konzert für Simon

Info der Caritas Miltenberg, www.caritas-mil.de

Simon Schuster, Fotos: Mapec

Michaela Voll, die neue Sozialarbeiterin des Miltenberger Jugendzentrums „ThirTeen“ war durchgehend beschäftigt beim Abschiedskonzert für ihren Vorgänger Simon Schuster. Die zahlreichen Gäste und die Auftretenden hielten die junge Sozialpädagogin auf Trab. Dennoch oder gerade deshalb: Michaela Voll ist sehr zufrieden mit ihrem ersten Konzertabend im „ThirTeen“; und Simon Schuster konnte für sich festhalten: Die zwei Jahre, in denen er das neue Jugendzentrum (JUZ) in Miltenberg aufbaute, haben bleibende Spuren hinterlassen und werden als grundlegend für die weitere Entwicklung des Treffpunktes gesehen, der vom Caritasverband geführt und durch die Stadt Miltenberg finanziert wird.

Bereits im ersten Teil des Abends ging Caritas-Mitarbeiter Martin Pechtold in einer Ansprache auf die Verdienste von Simon Schuster ein. Er bezeichnete es in seinen humorigen Ausführungen als „an ein Wunder grenzend“, dass „Miltenberg nach `nur´ ca. 38 Jahren Jugendhausbewegung dann doch noch einen Sozialarbeiter für die offene Jugendarbeit bekam“. Denn schon 1973/1974 „gründeten Schüler sowie Lehrlinge und Jungarbeiter eine Jugendzentrumsinitiative. Sie blieb erfolglos.“ Ab 1979 gab es dann die Jugendinitiative Miltenberg und Umgebung (JUI), die am 2. Mai 1980 die Räume in der Alten Volksschule bezogen hatte, bis diese nach mehreren Generationen von Aktiven im Oktober 2008 wegen „unhaltbaren Zuständen“ geschlossen wurde. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sahen dies damals allerdings völlig anders, und so gründete sich direkt nach der Schließung die Jugendinitiative für ein unabhängiges Zentrum (JuZ), die mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf das Fehlen eines Jugendzentrums aufmerksam machte. Pechtold weiter: „So wie sich die jungen Menschen das gedacht hatten, kam es nicht ganz. Selbstverwaltung war nicht mehr vorgesehen, als am 1. September 2011, also nach fast drei Jahren, ein neuer Jugendtreff eröffnet wurde, das Jugendzentrum `ThirTeen´, wie es nach der Adresse Mainstraße 13 benannt wurde.“ Ab diesem Datum war Simon Schuster für das JUZ zuständig.

Pechtold ließ die Aktivitäten des Sozialarbeiters Revue passieren: „Die Renovierung und Einrichtung des JUZ, Disco, Konzerte, Einrichtung des Proberaums, Spielabende, gemeinsames Kochen, Dichterlesung, Diskussionsabende, Arbeitskreise … ich habe wirklich nicht den Überblick, was alles gelaufen ist seit jenem 1. September 2011 bis zu dem 1. Dezember 2013, an dem Du den Stab an Deine Nachfolgerin weitergereicht hast. Es war eine ganze Menge, und Du bist auch nicht gegangen, weil es Dir langweilig wurde. Als Vater eines kleinen Kindes wolltest Du verständlicherweise geregeltere Arbeitszeiten als die im JUZ möglich sind.“ Der Caritas-Mitarbeiter betonte weiterhin: „An der Schnittstelle zu stehen zwischen Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen auf der einen Seite und den Vorgaben und Erwartungen des Trägers und des Geldgebers auf der anderen Seite – genau in dieser unangenehmen Position zu stehen, das ist nicht leicht. Dein Herz gehörte immer den Besucherinnen und Besuchern des JUZ, der Verstand musste aber Rücksicht auf die andere Seite nehmen.“

Den zweiten Teil von „Simon – Das Konzert zum Abschied“ bildete das Singer-Songwriter-Duo „Anthrazit“, das sich vor allem der Öde der Provinz und dem Leben junger Menschen annahm, unterbrochen von einigen Texten des Literaten Mapec. Zwei Besucher aus der Gründungszeit des JUZ hatten sich zusammengetan, um direkt danach ein eigens für Simon Schuster komponiertes und getextetes Lied vorzutragen. Gewartet hatte das Publikum aber ganz offenbar besonders auf „Das Stachel“ und DJ Anti Alles, die mit Elektro-Beats für eine tanzbare Musik bis gegen 24 Uhr sorgten. Als „Antifa-Elektro“ bezeichnet der Solist „Das Stachel“, der durchgehend Live spielte, seine Musik, die auch Punk-Elemente aufnahm. DJ Anti Alles verarbeitet in seinen Stücken neben satten Beats auch Zitate aus Filmen und Serien. Beide veröffentlichen ihre Werke bei Trashrave Records, einem Download-Label, auf dessen Internetseite trashrave.blogsport.de die Musik auch kostenfrei kopiert werden darf.

Als besonders angenehm wurde es empfunden, dass neben der Musikdarbietung auch Raum für Gespräche blieb, da zu „Simon – Das Konzert zum Abschied“ auch Mitglieder der ehemaligen Jugendinitiative für ein unabhängiges Zentrum angereist waren, die heute in Aschaffenburg, Mainz oder Kiel leben. So bleibt für die vielen Besucherinnen und Besucher die Erinnerung an ein gutes Konzert und einen unterhaltsamen Abend, mit dem Simon Schuster als erster Sozialarbeiter in einem städtischen Jugendzentrum in Miltenberg verabschiedet wurde.


1 Antwort auf “Konzert für Simon”


  1. 1 rückblick. « trashrave. Pingback am 07. März 2014 um 12:17 Uhr

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