AB-Haibach: Adler unterstützt Hochschule

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Es ist doch immer wieder interessant, wie sich Unternehmen ein strahlendes Image versuchen zu geben, sich aber aus der Verantwortung stehlen wenn es um den fairen und gerechten Umgang mit ihren Arbeitnehmern, vor allem in Zuliefererbetrieben geht. Dahängt man sich schnell einmal ein soziales und mildtätiges Mäntelchen um und versucht damit vom eigenen Fehlverhalten, Ignoranz und Ausbeutungspraktiken abzulenken.
Es ist aber auch interessant, daß sie immer wieder willfährige Helfer finden die für ein paar Euros bewußt oder unbewußt, wissend oder unwissend oder auch nur gedankenlos diese Verschleierungsversuche unterstützen.
Die Firmen heißen u. a. Adler oder Sodenthaler hier aus unserer Region. Da spielt es z. B.
für den Wasselieferanten, der eine 100 prozentige Tochter von Coca Cola ist keine Rolle,
daß der Mutterkonzern für viele üble Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien
verantwortlich ist. Es ist dort sehr gefährlich wenn man sein Recht als Arbeitnehmer, sich
gewerkschaftlich zu organisieren wahrnehmen will. Da kann es auch schon einmal Tote
geben. Man verursacht dort „verbrannte Erde“ und deckt das alles damit zu in man z. B.
eine Kooperation mit dem Aschaffenburger Solidaritäts Kaffee EV. eingeht und ein paar
Päckchen Kaffe gegen den Wasserkauf verschenkt. Eine Form von Perversität, dort
zerstören und einen finden der, oft auch ehrenamtlich, es wieder repariert.
Ähnlich schlimm der Fall Adler. Wie die meisten deutschen Textilhändler läßt auch Adler
aus Haibach in den Billiglohnländern wie z. B. Bangladesh fertigen. Zuerst die
Brandkatastrophe bei Tazreen, dann der Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in
Dakar. Am 24. April 2014 ist es ein Jahr her, daß das Rana Plaza Fabrikgebäude in sich
zusammen stürzte. 1250 Tote und über 2500 Verletzte, so die traurige Bilanz der zwei
Unglücke. Vor allem junge Frauen und Mädchen sind die Opfer von Bränden und dem
Einsturz dieses Gebäudes in Dakar. Zu den körperlichen Beschwerden, dem Verlust von
Angehörigen und den psychologischen Traumata kommen, infolge Lohnausfalls,
tiefgreifende Existenzsorgen hinzu.
Adler war auch Auftraggeber. Billigst produzieren lassen und sich wegducken wenn es um
die Verantwortung geht. Adler gehört zu einigen Unternehmen die offensichtlich keine
Entschädigung zahlen wollen, ja nicht einmal zu Verhandlungen darüber bereit sind.
Und dann diese Meldungen im Main-Echo: „21.02.14 „Adler unterstützt Hochschule mit
5000 Euro“ und dazu passend „Adler AG wächst gegen den Branchentrend. Der Gewinn
vor Steuern erhöht sich von 35,5 Mio. auf 42,9 Mio. Euro.“
Eine Näherin in Bangladesh verdient, nein wird abgespeist mit vielleicht 30-40 Euro im
Monat, der Mindestlohn der nicht bezahlt wird liegt bei ca 120,-€, der existenzsichernde
Lohn bei 259,80 wovon niemand zu träumen wagt.
Die Zeit titelt: „Druck von außen (auf Adler) wäre nötig weil dann der Lohnanteil an einem
T-Shirt von 13 Cent auf vielleicht 26 Cent steigen würde? Falls aber diese exorbitante
Preissteigerung für die Firmen zu hoch ist, wird sie auch noch auf den Kunden abgewälzt.
13 Cent mehr vertreibt niemanden, nicht einmal vom Wühltisch.“
5000,-€ für Hochschule, wie war das mit dem Mäntelchen.
Irmtraut Fraiss
Fichtenstr. 6
64739 Höchst i. Odenwald
06163/1034


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