Was macht eigentlich Olav Müller?

Oder: Ex-Dampfplauderer der Miltenberger SPD jetzt bei der halbgaren Friedensbewegung gelandet

mmk

Wer sich in Miltenberg kommunalpolitisch interessiert und noch einige Jahre zurückerinnern kann, dem dürfte der Name Olav Müller noch bekannt sein. Mit viel Werbe-Aufwand und einem arroganten Gehabe trat der Sozialdemokrat bei der vorletzten Kommunalwahl als Bürgermeisterkandidat gegen Amtsinhaber Joachim Bieber (CSU) an. Alles wollte er besser machen, moderner und jünger. Das kam einfach deplatziert gewollt daher, überheblich und anbiedernd. Sogar innerhalb er SPD soll es Stimmen gegeben haben, diesen Müller nicht zu wählen. Als er dann in den Stadtrat kam (Bürgermeister wurde er damit selbstverständlich nicht), da wurde es nicht nur ruhig, sondern still um den einst so extrem lauten Wahlkämpfer. Schließlich schied Olav Müller ganz aus der Miltenberger Kommunalpolitik aus, verließ den Stadtrat frühzeitig und übersiedelte nach Offenbach.

Nun konnten aufmerksame Leserinnen und Leser der TITANIC bei einem launigen Bericht über eine Frankfurter Kundgebung der neuen Friedensbewegung wieder einmal seinen Namen lesen. Denn jener Olav Müller tritt als Organisator auf bei dieser Frankfurter Manifestation von Menschen mit berechtigter Ablehnung des Krieges, aber auch von Menschen mit dem Hang, sich das Komplizierte durch so genannte Verschwörungstheorien (die allerdings keine Theorien sind, sondern Ideologie) einfach zu erklären, und den in solchem Umfeld erwartbaren offenen Nazis und Antisemiten. In einem Kommentar zu einem Beitrag der Zeitung Freitag heißt es zu Müller: „Mährholz [einer der Hauptorganisatoren dieser Friedenskundgebungen; mmk] tritt mit Olav Müller aus Offenbach auf, dieser organisiert die Demos in Frankfurt. Müller ist SPD-Funktionär und rechtsgestrickt.“

Sogar Jürgen Elsässer, einst Mitbegründer der Antideutschen und heute reaktionärer Angeber, ist schon auf ihn aufmerksam geworden: „Aber oh Schreck – unter den weiteren Rednern war auch ein SPD-Politiker! Olav Müller aus der SPD-Offenbach. … Hallo, hieß es nicht immer, diese Montagsdemonstrationen seien total unabhängig? Ein Aufbruch jenseits der etablierten Politik? Bürgerprotest von unten? Und jetzt tritt ein Politiker einer unserer Regierungsparteien auf? Einer Regierung, die gegen Russland mitzündelt? … Ich habe nicht prinzipiell etwas dagegen, dass auch Leute aus Parteien sprechen. Aber erstens gibt es dafür geeignetere als gerade SPD-Mitglieder. …“, so der Ex-Linke, der sich heute gerne in Helmut-Schmidt-Pose – pseudo-weltmännisch dreinblickend, grauhaarig mit Anzug und Zigarette – ablichten lässt.

Was uns das sagt? Nun, sicherlich eines: Egal wo auch immer wir gerade sitzen – und sei es in dem kleinen und vollkommen verschnarchten Miltenberg – die Politik „da draußen“ holt uns immer irgendwann ein. Und sei es in Form einer Personen aus einer skurrilen Vergangenheit, als in Miltenberg mittels Wahlkampf mal alles ganz anders werden sollte und gerade deshalb genau so blieb, wie es immer war.

Was dieser Olav Müller nun zu sagen hat? Das in dieser Friedensbewegung vermutlich übliche Halbrichtige und Dreiviertelfalsche. Den gröbsten Unfug vermeidet er. Ausnahme: Die US-Notenbank FED (die wieder mal fälschlich und sicher in denunziatorischer Absicht als Privatbank bezeichnet wird) nennt er in Berlin in direktem Zusammenhang mit dem Tod von J. F. Kennedy.

Seht selbst:

Auftritt in Frankfurt:

Auftritt in Berlin:


5 Antworten auf “Was macht eigentlich Olav Müller?”


  1. 1 Hans O. 18. Juni 2014 um 18:29 Uhr

    Ich gehe nur auf ein paar Dinge ein, die mir aufgefallen sind. Ihr schreibt:

    „Was dieser Olav Müller nun zu sagen hat? Das in dieser Friedensbewegung vermutlich übliche Halbrichtige und Dreiviertelfalsche.“

    Wenn der Artikel mehr als Polemik sein soll, nennt doch bitte ein oder zwei Beispiele für Halbrichtiges und Dreiviertelfalsches und korrigiert es auf ganzrichtig. Als Leser kann ich sonst weder einschätzen, was in euren Augen falsch ist noch was ihr für richtig erachtet. (Ein Link auf einen anderen Artikel reicht mir schon.)

    Ihr schreibt über Olav Müller:

    „Den gröbsten Unfug vermeidet er. Ausnahme: Die US-Notenbank FED (die wieder mal fälschlich und sicher in denunziatorischer Absicht als Privatbank bezeichnet wird) nennt er in Berlin in direktem Zusammenhang mit dem Tod von J. F. Kennedy.“

    FED und JFK wären eigentlich eine gute Steilvorlage. Aber genau der Wikipedia-Abschnitt, mit dem ihr belegen wollt, dass die FED nicht privat ist, steht (Fett bei allen Zitaten immer von mir hervorgehoben):

    „Das Federal Reserve System ist eine staatliche Einrichtung, die sich allerdings in privatem Besitz befindet. (…) Zahlenmäßig sind die Dividenden an die Aktionäre vernachlässigbar: Im Jahr 2011 beliefen sich die Dividendenzahlungen an die privaten Banken auf 1,6 Milliarden Dollar, die Gewinnausschüttung an den Bundeshaushalt auf 78,4 Milliarden Dollar

    Eure Quellenangabe im Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Federal_Reserve_System#Staatlich_oder_privat.3F

    Das soll ein Beweis für Müllers denunziatorische Absicht sein, weil er die FED als Privatbank bezeichnet hat? Da verpufft ja alles, was ihr damit stützen wollt. Mit solchen „Beweisen“ nimmt euch doch bald keiner mehr ernst, auch wenn 1,6 Mrd Dollar wahrlich Peanuts sind.

    Wenn es bei dem Halbsatz darum gehen soll, zu zeigen, dass die FED trotzdem öffentlich oder staatlich kontrolliert wird – und nicht von dunklen, verschwörerischen Mächten beherrscht wird, so solltet ihr es auch so schreiben. Nur reagiert ihr dann auf etwas, das in der rechten Szene kursiert, Müller hier aber gar nicht gesagt hat – also projiziert es nicht einfach.

    Direkt unter eurem „Beweis“-Abschnitt verlinkt sich Wikipedia selbst auf Kritik am Federal Reserve System und teilt dem Leser mit, dass genau dieser private Status immer wieder kritisiert wurde, der – nach eurem Halbsatz – ja gar nicht existiert:

    „Die frühesten Auseinandersetzungen über zentrale Banken in den Vereinigten Staaten konzentrieren sich auf ihre Verfassungsmäßigkeit, den privaten Status der Banken und auf die Frage, in welchem Maße die Wirtschaft zentral gelenkt werden sollte. (…) Die Kritik begründet sich vor allem darauf, dass es sich bei den Mitgliedsbanken und Eigentümern der Federal Reserve Bank um private Gesellschaften handelt.“

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kritik_am_Federal_Reserve_System

    Auch über den ursprünglichen Designer der FED, Paul Moritz Warburg, berichtet Wikipedia:

    „Paul Warburg schlug die Etablierung einer privaten amerikanischen Zentralbank (Federal Reserve Bank) nach deutschem Muster vor, um die Geldhoheit vom Staat zu übernehmen. 1903 veröffentlichte er eine Schrift mit dem Titel Plan für eine Zentralbank. (…) Das Resultat seiner Bemühungen war schließlich direkt nach der Wahl von Woodrow Wilson der Owen-Glass Act von 1913 und damit die Gründung der Fed. Den ihm angebotenen Vorsitz der Federal Reserve Bank lehnte Paul Warburg als eben erst eingebürgerter deutscher Jude ab. Er wurde jedoch Mitglied ihres Aufsichtsrates wie auch des einflussreichen Council on Foreign Relations.“

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Moritz_Warburg

    Wenn ihr Rechten etwas entgegenhalten wollt, kommt ihr nicht umhin, diese Tatsachen intelligent zu integrieren. So wie es aussieht, ist es nicht einfach, unverkürzt zu kritisieren. Tatsachen auszublenden oder zum rechten Sumpf zugehörig zu definieren, wird niemanden, der Halbrichtiges und Dreiviertelfalsches gehört hat, überzeugen, sein Bild zu überdenken. Also, wo ist das ganze Bild eurer Kritik?

    Und am Ende eures Artikel überflüssiges:

    „Der Kanal, auf dem diese beiden Clips zu sehen sind, enthält auch nur diese beiden Videos. Es dürfte also der Kanal von Olav Müller selbst sein. Er heißt ‚Stimme des Volkes‘. Noch Fragen?“

    Es zeugt in meinen Augen nicht von einer sauberen Arbeit, wenn ihr Halbwahrheiten kritisiert und selbst – frank und frei – im Schlusssatz Unbewiesenes schlaksig in Umlauf bringt.

    Wisst ihr, dass es der Kanal von Olav Müller ist? Ja, dann belegt es kurz. Nein, dann lasst die Vermutung weg, denn sie wird zum Eigentor – zu dem, was ihr kritisiert.

    Ihr werdet Menschen, welche bisher Halbrichtiges und Dreiviertelfalsches gehört haben, sicher nicht erreichen, wenn ihr so schlaksig arbeitet.

    Allerdings weiß ich nicht, ob das überhaupt Absicht des Artikels war. Wenn er nur selbstbestärkend in die Szene wirken sollte, wo jeder sowieso weiß, was ungefähr gemeint ist, obwohl es anders da steht, ignoriert meinen Text einfach.

    Grüße aus dem nahen Norden

    - Hans O. -

  2. 2 Administrator 22. Juni 2014 um 17:36 Uhr

    Eines nur, weil es wichtig ist: Die FED ist KEINE Privatbank in dem Sinne, in dem wir in der BRD von Privatbanken reden (wird auch aus Wikipedia klar). Das aber wird in allen denunziatorischen Beiträgen gegen die FED (und die Ostküste und …) unterstellt.

    Zum Rest: Ja, da kann einiges polemisch sein. Und bestimmte Menschen erreichen wir mit kommunal niemals, das haben wir uns abgeschminkt. Dass der Müller-Kanal von ihm ist, kann noch nicht bewiesen werden, aber wir haben ja auch „dürfte sein“ geschrieben, nicht „ist“.

    Der Kommentar hing zuerst im Spam-Filter, warum auch immer. Er soll aber keinesfalls vorenthalten werden.

  3. 3 Olav Müller 25. Juli 2014 um 12:33 Uhr

    Anmerkung zu eurem Artikel

    Nachdem ich heute gleich von mehreren Genossen auf euren Artikel aufmerksam gemacht wurde fühle ich mich genötigt zu reagieren.
    Dieser Artikel ist niveaulos, ehrabschneident und in weiten Teilen unwahr.

    1. Ich habe mit dem Kanal „Stimme des Volkes“ zu 100% nichts zu tun. Kenne aber denjenigen, der ihn angelegt hat, weil er meine Beiträge für gut befunden hat. Ich selber habe den jungen Mann, nur kurz kennengelernt und er machte auf mich einen vernünftigen Eindruck. Ganz sicher ist er kein „rechter“.
    Als ich den Namen des Kanals gelesen habe dachte ich aber auch, dass es bessere Optionen gegeben hätte.

    2. Es ist schon spannend. Um meinen Ruf zu schädigen bedient ihr euch Menschen, die für die rechte AfD Werbung machen. Damit kann euch jeder politisch als RECHTS einordnen!

    3. Als Bürgermeisterkandidat wurde ich mit 95% Zustimmung meiner Partei in den Wahlkampf entsendet. Bei den Wahlen erhielt ich fast doppelt so viele Stimmen, wie meine Partei. Die SPD, deren Vorsitzender ich damals war, erzielte auch eines der besten Ergebnisse ihrer Geschichte in Miltenberg.
    Mein Ergebnis war damals eines der besten, dass ein SPD Bürgermeisterkandidat in Bayern bei diesen Wahlen erzielte.
    Diese Dinge sind leicht belegbar, die Artikel liegen mir vor.

    4. ALLES, was ich auf einer Veranstaltung sage, dass kann ich belegen. DAS unterscheidet uns aber gewaltig voneinander, weil euer Artikel voller Halbwahrheit steckt.

    5. Ein guter Journalist, der sucht das Gespräch. Genau das biete ich euch an.

    Ein wenig Respekt vor meiner 30 jährigen, immer ehrenamtlichen Tätigkeit als Schul- und Stadtschulsprecher, Jugend- und Auszubildendenvertreter, HBV Jugendsprecher der Gewerkschaft, Schöffe, Wahlhelfer usw. wären angebracht. Ich setze mich für den Frieden ein, wer das Kritisiert ist folglich ein Kriegstreiber. Das euer Artikel so weit oben auf Google zu finden ist zeigt, dass ihr ein ernsthaftes Interesse habt meinen Ruf mit Halbwahrheiten und übler Nachrede zu schädige. Euer Hinweis auf mein Geschäft belegt, dass ihr euch klar geschäftsschädigend verhaltet, dementsprechend werde ich Anzeige erstatten und euch für einen finanziellen Verlust verantwortlich machen, falls der Artikel nicht bis 1. August 2014 hier entfernt wurde.

  4. 4 Administrator 26. Juli 2014 um 10:38 Uhr

    Der Kommentar von Olav Müller spricht für sich und braucht nicht weiter beantwortet zu werden.
    Nur weil es so schön entlarvend ist, sei auf einen einzigen Satz hingewiesen: „Ich setze mich für den Frieden ein, wer das Kritisiert ist folglich ein Kriegstreiber.“ Das ist echt nicht mehr zu toppen.

    Wie wir mit der möglichen Klage wegen Geschäftsschädigung umgehen (die nie stattgefunden hat – wir haben ja nicht behauptet, dass er seinen Beruf nicht beherrscht – ganz im Gegenteil: gerade da haben wir ihn NICHT kritisiert), das entscheiden wir in diesen Tagen.

    NACHTRAG:

    Um auch nicht den geringsten Verdacht aufkommen zu lassen, wir würden Geschäftsschädigung betreiben wollen, haben wir die entsprechende Stelle gelöscht. Wir gehen auch inzwischen davon aus, dass unsere Vermutung bezüglich der Urheberschaft der Youtube-Seite mit den Beiträgen von O. Müller nicht richtig gewesen sein könnte und haben die entsprechende Stelle ausnahmsweise gelöscht.

    Der Rest aber sind einerseits Fakten, andererseits MEINUNGEN, die wir uns nicht verbieten lassen. Wir raten diesbezüglich zu einem Blick in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

  1. 1 Nachtrag: Olav Müller « kommunal – Geschichte, Kultur und Politik Pingback am 20. Juni 2014 um 9:20 Uhr
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