In der Badewanne mit Karl Liebknecht

Mapec hat für kommunal die neue CD „für immer nicht.“ von das Stachel gehört

Ich liege in der Badewanne. Über die Ohrhörer kommen Geräusche in meinen Kopf. Ein offenbar schwer alkoholisierter Demonstrant behauptetet, da hätte sich „Karl Liebknecht im Grab umgedreht“ und fordert zum Angriff auf „die Bullen“ auf. Ich höre die neue CD von das Stachel, dem KBF-Revolte-Nachfolgeprojekt, das abwechselnd in Miltenberg und Kiel auftaucht. In dem ersten Stück „die Enttäuschung“ – übrigens ein schönes Wort: wir haben uns getäuscht, jetzt werden wir ent-täuscht – hören wir bereits das, was die CD weitgehend ausmacht: gesampelte O-Töne verschiedenster Ursprünge, gemischt mit elektronischen Beats. Gut ist das. Und wenn ein alter Sack wie ich (Constanze: „Mapec, du bist kein alter Sack – du bist ein Fossil!“) – wenn also so ein alter Mensch das auch goutieren kann, dann muss ja was dran sein an den Beats, den Textzitaten und dem Rest!

Was ein Skit ist, das konnte ich bei dieser CD auch lernen. Wir hatten so was früher einfach Gags genannt. Und gegeben hat es das schon auf so legendären Platten wie denen der Rock-Kabarettisten von „Flatsch!“ Schön, dass das nicht ausgestorben ist.

Mit Coverversionen von „Dresden du Opfer“ und „Sonnenbrille“ (zu dem auch eine eigene CD vorliegt) bringt das Stachel Reminiszenzen an das schon erwähnte Projekt KBF Revolte. Und hier darf auch der kleine Kritikpunkt ansetzen. Denn das Stachel ist zwar selbst eindeutig dort am Besten, wo wir es live hören und sehen können, erreicht aber weder auf Scheibe (bzw. Download) noch auf der Bühne ganz die Präsenz, die KBF einst hatte. Aber das ist unvermeidlich, wenn aus Gründen, die wir hier nicht zu erörtern haben, die Hälfte des Teams wegbricht und ein Solist übrigbleibt, ein begnadeter zwar, der Spiritus Rector des ursprünglichen Duos, aber eben nur einer.

Zum Schluss noch ein guter Rat vom Stachel: „Jedwede Arbeit ist ein kleiner Tod“ (Synchronsprecher von Alf). Und das unterlegt mit Beats. Nun denn!

Also: Geht auf die Seite, wo das Label Trashrave „für immer nicht.“ abgelegt hat – kopiert das Zeug runter, druckt das Cover aus, fertig. Und dann ab in die Badewanne, Karl Liebknecht wartet!


1 Antwort auf “In der Badewanne mit Karl Liebknecht”


  1. 1 In der Badewanne mit Karl Liebknecht – die neue CD von „das Stachel“ « Pingback am 28. Juni 2014 um 14:36 Uhr
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