Und immer wieder Israel

Redaktion kommunal

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich zu und die Welle der antisemitischen Aktionen scheint nicht abzubrechen. Islamisten, angebliche Israel-Kritiker, offene Neonazis und Friedensfreunde organisieren oder beteiligen sich in ganz Deutschland an Demonstrationen und auch Aschaffenburg scheint nicht länger verschont zu bleiben.

„Demonstration gegen Israel“ (also diesmal ganz offen nicht nur gegen eine bestimmte israelische Politik!) postet der User „Ich bin Moslem.Elhamdulillah“; und auch die Facebookseiten „IGMG Ayasofya Cami-i Aschaffenburg“ sowie „Was obama Lan, wir haben Erdogan“ mobilisiert seit dem 13. Juli zu einer lokalen Aktion.

Hinter dem Posting der Seite „IGMG Ayasofya Cami-i Aschaffenburg“ steckt eine Gruppe von „Millî Görüş (häufig auch Milli Görüş geschrieben; deutsch: Nationale Sicht)“ (Quelle: Wikipedia), in deren Reihen der Anmelder der für den 20. Juli geplanten Aktion vermutet wird. Auch wenn Milli Görüş auf den ersten Blick ein Sammelbecken der unterschiedlichsten Personen und Ideologien ist und sich die Führung der IGMG öffentlich von Antisemitismus distanziert, befördern Teile der Bewegung eben jene Weltanschauung. In Deutschland wie der Türkei werden der Organisation demokratiefeindliche Bestrebungen vorgeworfen und auch der deutsche Verfassungsschutz weiß über Milli Görüş zu berichten. Ihr Ziel sei es, „die westliche Ordnung zu überwinden und durch ein islamisches Gemeinwesen zu ersetzen.“


13 Antworten auf “Und immer wieder Israel”


  1. 1 Hans O. 18. Juli 2014 um 19:56 Uhr

    Mit Hamas wird es keinen Frieden geben:

    Hamas MP Al-Astal: The Germans Punished the Jews, Now It’s the Turn of the Islamic Nation
    http://www.youtube.com/watch?v=XvTejpelcRI

    Hamas TV Children’s Show Encourages Killing of Jews
    http://www.youtube.com/watch?v=57Q8K5TmivM

    Hamas MP Al-Astal: We Must Massacre Jews, Impose Jizya Poll Tax on Them
    http://www.youtube.com/watch?v=vFDX_cdwbB0

    Mahmud Abbas, Vorsitzender der PA, nahm an einer Friedenskonferenz der Zeitung Haaretz in Israel teil, genau an dem Tag, als die derzeitigen Kämpfe begannen; er hat wohl die Hamas mit seiner Bereitschaft zur Fortsetzung der Arbeit mit der Regierung Israels aufgebracht:

    http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2014/07/gaza-hamas-furious-abbas-stance-israel-war.html

  2. 2 der Diskutant 19. Juli 2014 um 19:56 Uhr
  3. 3 Linkliebling 19. Juli 2014 um 21:12 Uhr

    Ein unvollständiger Überblick über antisemitische Vorfälle der letzten Wochen:

    http://jungle-world.com/artikel/2014/29/50227.html

  4. 4 Hans O. 20. Juli 2014 um 13:13 Uhr

    Hier zwei Auszüge aus der Charta der Hamas:


    Artikel 7: (…) Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit
    [Anmerk. Hans O: Tag des Gerichts, Jüngster Tag] wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn! (…)

    Artikel 13: Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten; der Nationalismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist Bestandteil ihres Glaubens. (…) Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit. Das palästinensische Volk aber ist zu edel, um seine Zukunft, seine Rechte und sein Schicksal einem sinnlosen Spiel zu unterwerfen.“

    Quelle: http://www.matthiaskuentzel.de/contents/sprache-der-vernichtung

  5. 5 Hans Kalb 20. Juli 2014 um 16:07 Uhr

    @ hans o.: In Kenntnis des antiislamischen Hasspredigers M. Küntzel würde ich fast vermuten, dass diese Stelle auch völlig anders übersezt werden kann. Oder es inzwischen andere Aussagen gibt. Es bleibt aber, dass die Hamas alles ist – nur keine Organisation, auf die ich bauen würde. Nur den Küntzel würde ich da niemals zitieren.

    Kritiken zu Küntzel hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_K%C3%BCntzel#Opponierende_Kritiken

    Und vor allem hier:
    http://www.trend.infopartisan.net/trd0302/t160302.html

  6. 6 Max Morlock 20. Juli 2014 um 17:11 Uhr

    Friedlich verläuft die aktuelle Demonstration gegen den israelischen Militäreinsatz in der Aschaffenburger Innenstadt. Die etwa 300 Demonstranten – dabei viele Jugendliche – begannen ihren Marsch mit vielen Transparenten und türkischen sowie palästinensischen Flaggen am Hauptbahnhof und zogen am Bahnhof vorbei zur City-Galerie und weiter zum Schöntal.

    Kurzmeldung heute auf main-netz.de

  7. 7 Hans O. 21. Juli 2014 um 10:09 Uhr

    @Hans Kalb:

    Die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) zitiert Teile der Charta alternativ nach Lutz Rogler. Die BPB erwähnt auch den Artikel 33, in dem die Hamas ihr Feindbild mit einem Verweis auf die Protokolle der Weisen von Zion untermauert:

    „“Der Gesandte Gottes … sagt: ‚Die Stunde (der Auferstehung) wird nicht kommen, bis die Muslime gegen die Juden kämpfen. Die Muslime werden sie töten, bis sich der Jude hinter Stein und Baum verbirgt, und Stein und Baum dann sagen: ‚Muslim, Oh Diener Gottes! Da ist ein Jude hinter mir. Komm und töte ihn‘, außer der Gharqad-Baum, denn er ist ein Baum der Juden“ (S. 211, Artikel 7).
    (…)
    Die Hamas beruft sich auf diese Schrift sogar in aller Deutlichkeit: „Das zionistische Vorhaben ist grenzenlos, und nach Palästina streben sie nach der Expansion vom Nil bis zum Euphrat. Wenn sie das Gebiet völlig verschlungen haben, zu dem sie vorgedrungen sind, trachten sie nach einer weiteren Expansion und so fort. Ihr Vorhaben steht in den ‚Protokollen der Weisen von Zion‘, und ihr gegenwärtiges Handeln ist der beste Beleg für das, was wir sagen“ (S. 224, Artikel 33). Die Hamas unterstellt demnach nicht nur das jahrhundertelange Bestehen einer jüdischen Verschwörung, sie beruft sich hierbei auch offen auf die wohl bedeutendste antisemitische Hetzschrift des 20. Jahrhunderts. Obwohl bereits seit Beginn der 1920er Jahre bekannt war, dass es sich um eine Fälschung handelte, fanden die „Protokolle“ auch nach 1945 vor allem in der arabischen Welt weiter Verbreitung.“

    Quelle: http://www.bpb.de/politik/extremismus/islamismus/36358/antisemitismus-in-der-charta-der-hamas?p=all

    Noch eine Ergänzung: Hier ein Herr im ägyptischen Fernsehen, der Juden auch vernichtet sehen will, Zitat ab 1:45 Min:

    „(…) We must believe that our fighting with the Jews is eternal, and it will not end until the final battle – and this is the fourth point. You must believe that we will fight, deafeat and annihilate them, until not a single Jew remains on the face of the Earth.

    It is not me who says so. The Prophet said: „Judgement Day will not come until you fight the Jews and kill them. The Jews will hide behind stones and trees, and the stones and trees will call: Oh Muslim, oh servant of Allah, there is a Jew behind me, come and kill him – except for the Gharqad tree, which is the tree of the Jews.“

    I have heard that they are planting many of these trees now. (…)“

    Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=ecLo1cjQUs8

    Meine Ad-hoc-Übersetzung:

    Wir müssen daran glauben, dass unser Kampf mit den Juden ewig ist, und er wird nicht bis zur letzten Schlacht beendet sein – und das ist der vierte Punkt. Du musst glauben, dass wir sie kämpfen, besiegen und vernichten werden, bis kein einziger Jude auf dem Antlitz der Erde bleibt. Ich bin es nicht, der dies sagt. Der Prophet sagte: „Der Tag des Gerichts wird nicht kommen, bevor Du die Juden bekämpfst und sie tötest. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken, und die Steine und Bäume werden rufen: „Oh Muslim, oh Diener Allahs, da ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn – außer dem Gharqad-Baum, der der Baum der Juden ist.“ Ich habe gehört, dass sie jetzt viele dieser Bäume pflanzen.

    Eine umfassendere Auslegung des Hadiths habe ich gefunden, die zu einem anderen Schluss kommt:

    „In conclusion, the hadith of the gharqad tree is a narration whose implications must be understood in the full light of Islamic tradition. Violent extremists and anti-Muslim activists alike will cite this narration out of context in order to spread discord and hatred among Jews and Muslims. We seek refuge in Allah from their corruption and we pray that Allah will frustrate them by bestowing peace upon Jews and Muslims.“

    Quelle: http://www.faithinallah.org/hadith-of-the-gharqad-tree-is-it-a-good-deed-to-kill-jews-in-islam

    Meine Ad-hoc-Übersetzung:

    Im Ergebnis ist der Hadith des Gharqad-Baums eine Erzählung, deren Auswirkungen im vollen Licht der islamischen Tradition verstanden werden muss. Gewalttätige Extremisten und antimuslimische Aktivisten gleichermaßen zitieren diese Erzählung aus dem Zusammenhang, um Zwietracht und Hass unter Juden und Muslimen zu verbreiten. Wir suchen vor ihrer Korruption Zuflucht bei Allah und beten, dass Allah sie vereitelt durch die Schenkung von Frieden auf Juden und Muslimen.

  8. 8 Hans Kalb 21. Juli 2014 um 12:13 Uhr

    „Pro Palästina – Contra Israel“
    Aschaffenburg. Die Auftaktkundgebung begann um etwa 14.00 Uhr am Regionalen Omnibusbahnhof. Etwa 1.200 Versammlungsteilnehmer zogen danach über die Ludwigstraße in Richtung Goldbacher Straße. Im Park Schöntal fand eine Zwischenkundgebung statt, bevor sich der Demonstrationszug über die Weißenburger Straße und Kolpingstraße wieder zum Regionalen Omnibusbahnhof bewegte. Am Regionalen Omnibusbahnhof fand noch eine kurze Schlusskundgebung statt. Um etwa 15.45 Uhr war der Aufzug beendet.
    Die Polizeiinspektion Aschaffenburg betreute die friedliche Versammlung und führte verkehrslenkende Maßnahmen durch. Im Umfeld der Aufzugsstrecke kam es auf Grund desv schwachen Verkehrsaufkommens lediglich zu geringfügigen Verkehrsbeeinträchtigungen.

    Ungeprüfte Originalmeldung der Polizei Aschaffenburg

    zitiert nach main-netz.de, 20.7.2014

  9. 9 Ergänzung 21. Juli 2014 um 12:16 Uhr

    1200 Demonstranten gegen israelische Palästina-Politik

    Vollkommen friedlich verlief am Sonntagnachmittag in der Aschaffenburger Innenstadt die Demonstration »Pro Palästina – Contra Israel« zum Militäreinsatz Israels im Gaza-Streifen.
    Nach Polizeiangaben beteiligten sich bis zu 1200 Demonstranten – davon viele mit den Flaggen Palästinas und der Türkei sowie Solidaritäts-Transparenten und -Plakaten für Palästina an der Kundgebung, dabei auffallend viele junge Frauen und Männer aus der Region.
    Der 19 Jahre alte Enes Baskaya aus Miltenberg hatte die Demonstration organisiert, um nach eigenem Bekunden auch am Untermain ein Zeichen zu setzen, »dass die Welt nicht wegsieht bei dem, was derzeit in Palästina geschieht«. Bei zwei Kundgebungen im Schöntal und am Busbahnhof kritisierten Redner die israelische Politik gegen Palästina.
    Der Demonstrationszug zog vom Regionalen Busbahnhof über die City-Galerie und das Schöntal durch die Innenstadt zurück zum Busbahnhof und verursachte dabei nur kurzzeitig Verkehrsbehinderungen. Polizeisprecher lobten die hervorragende Kooperation der Demo-Organisatoren. Aschaffenburger Polizei und Bereitschaftspolizei leiteten den Protest-Zug durch die Stadt, hielten sich aber ansonsten im Hintergrund.

    Main-Echo, 21.07.14

  10. 10 be the media 21. Juli 2014 um 13:05 Uhr

    Ein Bericht zur Demo bei indymedia:

    https://linksunten.indymedia.org/de/node/119019

  11. 11 Fragender 21. Juli 2014 um 15:31 Uhr

    Waren auch Genossinnen bzw. Genossen von Halkevi o.ä. als Beobachtende dabei, die etwas über die nicht-deutschsprachigen Beiträge sagen können?

  12. 12 Gabi Hasenstab 25. Juli 2014 um 13:44 Uhr

    Wie lange wollen wir noch dem Staat Israel für all seine Verbrechen und Unmeschlichkeit noch einen Freibrief erteilen.
    Warum ist man gleich ein Antisemit, wenn man dieses Verbrechen beim Namen nennt.
    Wenn wir weiterhin Israel bei dieser Politik stützen machen wir uns mitschuldig an den zahlreichen zivilen Opfern. Wer Krankenhäuser und Sanitätsautos angreift und vor schreienden Kindern nicht haltmacht ist ein Verbrecher.

  13. 13 Administrator 26. Juli 2014 um 10:55 Uhr

    Niemand erteilt hier irgendjemandem einen Freibrief – schon gar nicht einem Staat. Wer Verbrechen beim Namen nennt ist deshalb kein Antisemit. Das weiß auch die Kommentarschreiberin; sie unterstellt dies lediglich in politischer Absicht, um ein Szenario aufzubauen, nach dem „man gegen Israel nie was sagen“ dürfe. Und dies hat System, wie wir derzeit in Leserbriefspalten, auf Facebook etc. sehen können.

    Wer sich in Schulen und Krankenhäuser versteckt und dort hunderte von Raketen lagert und dann auf Israel abschießt, wer die eigene Bevölkerung als Schutzschild missbraucht, der ist ein Verbrecher.

    Die weit rechts stehende Regierung Israels soll hier nicht verteidigt werden. Dass es in der konkreten Situation aber ein sehr verständlicher Wunsch der israelischen Bevölkerung ist, die eigene Regierung möge hart zuschlagen, um weitere Raketenangriffe zu verhindern, das dürfte klar sein. Und seien wir ehrlich: All diese Hamas-Versteher/innen wären doch – würde Deutschland mit Raketen angegriffen – die ersten, die von Merkel und Co ein knallhartes Durchgreifen verlangen würden, ein Durchgreifen ohne Rücksicht auf (fremde) Verluste. Da dürfen wir uns sicher sein.

    Antisemitismus ist nicht gegeben, wenn israelische Politik kritisiert wird, Antisemitismus muss aber vermutet werden, wenn nur Israel kritisiert wird und andere, die ähnliches oder gleiches tun, nicht in die Kritik geraten.

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