Vielen Dank, Stefan Reis!

Redaktion kommunal

Heute wurde einmal wirklich gewürdigt, was des Würdigens wert ist: unser Blog kommunal – und zwar im Main-Echo/Bote vom Untermain.

Zitat: „Jederzeit jedem die eigene Meinung sagen – und das weltweit: Mitte der 1990er Jahre begann der Siegeszug der Blogs im Internet (…) Gelebt wird dieser Gedanke im Main-Viereck seit Jahren nicht in der Hochschulstadt Aschaffenburg mit ihren 3200 Studierenden, sondern in Miltenberg. Dort etablierten sich im März 2009 Internet-Blogger, die unter dem unter dem Label »kommunal.tk« »Texte zu Geschichte, Politik und Kultur im Raum Aschaffenburg-Miltenberg & Beiträge zur Diskussion« weltweit offenbaren. Von Anfang an ging es ihnen um das Schaffen einer Gegenöffentlichkeit, um Informationen, die Massenmedien (vermeintlich) vorenthalten, publik zu machen. Alternativen zur kommunalen Jugendarbeit in Miltenberg, rechtsradikale Tendenzen am Untermain, Musik und Literatur abseits der gängigen Muster: Bei diesen und artverwandten Themen ergriffen auf subradical.blogsport.de die Blogsportler Partei – und im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern hatten sie ihr eigenes Umfeld und nicht den allgemeinen Zeitgeists fest im Blick. (…) Die subradicalen Blogsportler traten im August 2010 erneut an, nun mit kommunal.blogsport, einem Forum für »Geschichte, Kultur und Politik – Landkreis Miltenberg und Umgebung«. Die Kommentar-Freude auf die Blogs hat hier etwas zulegt (…)“

Stimmt soweit. kommunal.tk heißt das Ding zwar nicht mehr, aber es trifft zu, dass das einmal die Kurzadresse von uns war. Nur subradical, das können wir nicht für den Landkreis Miltenberg vereinnahmen, das entstand im Raum Aschaffenburg – und einzelne Miltenberger waren da mal beteiligt. Insoweit sind wir nicht Nachfolger/innen des Blogs subradical, wenn wir dieses auch hoch schätzten.

Wie gesagt: Herzlichen Dank an die Kolleginnen und Kollegen aus dem Main-Echo-Verlag, allen voran an Stefan Reis, der erfreulicherweise schon häufiger ein offenes Ohr hatte für neue Bewegungen im Journalismus, sprich: für Blogs.


6 Antworten auf “Vielen Dank, Stefan Reis!”


  1. 1 Heinz Schenk 09. August 2014 um 17:33 Uhr

    Ich finde, um das wirklich einschätzen zu können, müssen alle den ganzen Text kennen, der hier dokumentiert ist:

    Wo bleibt der demokratische Diskurs?
    Ungewöhnliche Kultur-Stätten (4): Internet-Blogger am Untermain sind engagiert, finden aber selten Resonanz

    Jederzeit jedem die eigene Meinung sagen – und das weltweit: Mitte der 1990er Jahre begann der Siegeszug der Blogs im Internet, dem digitalen Tagebuch als Ausdrucksform vollkommener Demokratie allerdings verschreiben sich vergleichsweise wenige Blogger. Mit ein Grund mag sein, dass Blogs Teil der Popkultur sind – dieser Begriff aber eher negativ verstanden wird.

    Pop: Das wird gerne gleich gesetzt mit Mainstream – und wer will schon angepasst und durchschnittlich sein? Popkultur allerdings ist das nicht: Sie zielt darauf ab, Massen zu erreichen. Dazu aber muss sie sich nicht an deren Geschmack oder Vorlieben orientieren.

    Gegenöffentlichkeit

    Gelebt wird dieser Gedanke im Main-Viereck seit Jahren nicht in der Hochschulstadt Aschaffenburg mit ihren 3200 Studierenden, sondern in Miltenberg. Dort etablierten sich im März 2009 Internet-Blogger, die unter dem unter dem Label »kommunal.tk« »Texte zu Geschichte, Politik und Kultur im Raum Aschaffenburg-Miltenberg & Beiträge zur Diskussion« weltweit offenbaren. Von Anfang an ging es ihnen um das Schaffen einer Gegenöffentichkeit, um Informationen, die Massenmedien (vermeintlich) vorenthalten, publik zu machen. Alternativen zur kommunalen Jugendarbeit in Miltenberg, rechtsradikale Tendenzen am Untermain, Musik und Literatur abseits der gängigen Muster: Bei diesen und artverwandten Themen ergriffen auf subradical.blogsport.deh die Blogsportler Partei – und im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern hatten sie ihr eigenes Umfeld und nicht den allgemeinen Zeitgeists fest im Blick.

    »Spontane Idee«

    Kunst im wahren Wortsinn zu erleben – sich darüber ärgern oder freuen, Hauptsache aber zu diskutieren: Dafür stand subradical.blogsport, das Forum für »Subkultur & Politik Aschaffenburg«: »Ein Blog über und aus dem subkulturellen Aschaffenburg. Hier findet ihr verschiedene Termine und gelegentliches geblogge«, hofften die Autoren auf die Entwicklung ihrer »spontanen Idee«. Viel mehr wollten sie nicht preisgeben von sich: Wer mit Subradical diskutieren wollte, muss sich auf einen Diskurs mit anonymen – mb, Lilly, Paul, Administrator – Partnern einlassen.
    Den Diskurs aber führte das Quartett engagiert: Eine Main-Echo-Besprechung zu einer Literaturveranstaltung am Blauen Klavier im Aschaffenburger Schöntal beispielsweise war »mb« eine Streitschrift wert zur Verteidigung des »eigenwilligen radikal-demokratischen und sehr charmanten Kunstereignisses« gegen die mögliche Entwicklung hin zu offizieller Kunst, die von Bewertungen lebt.
    Bis 1. Juni 2010. Dann stellten die Subradical-Blogger ihre Aktivität aus »privater und persönlicher Natur« ein – wohl aber auch, es muss hier spekuliert werden, wegen eines Phänomens der demokratisierten Kultur: Diskussionen mit Lesern entwickelten sich nur selten, meist blieb es bei den Blogs als Meinungsäußerungen ohne Resonanz. Ein Mal entwickelte sich eine echte Diskussion mit Rede und Gegenrede: zur Frage über den Sinn von Coverbands nach einem angedeuteten Konzertbericht am 21. Juni 2009. Ansonsten – das Dilemma jedes offenen Forums – taugte der »Kommentar«-Bereich, wenn überhaupt, nur zum zeilenschindenden Agitprop-Müll.

    Dokumenten-Archiv

    Immerhin schaffte Subradical es, für kurze Zeit einen weiteren Kultur-Blog am Untermain aufleben zu lassen: Der bildende Künstler, Musiker und Buchgestalter Frank Milautzcki (53) aus Klingenberg (Kreis Miltenberg) schaltete im August 2009 sein Blog-Forum kapuzimann.wordpress.com scharf. Schwerpunkt des bis heute bestehenden Forums ist Musik, dargestellt in liebevolle Beschreibungen von Bands, Künstlern, Kompositionen, Alben abseits des Massengeschmacks. Allerdings: Mit einem Beitrag über britischen Indie-Rock der ’80er Jahre enden die Einträge bei kapuzimann,.wordpress am 24. Januar 2010 – drei Monate später, am 25. April 2010, gab es den ersten und einzigen Kommentar zu diesem Blog. Wenigstens sind die Essays zur zeitgenössischen Musik bis heute abrufbar im Internet.
    Die subradicalen Blogsportler traten im August 2010 erneut an, nun mit kommunal.blogsport, einem Forum für »Geschichte, Kultur und Politik – Landkreis Miltenberg und Umgebung«. Die Kommentar-Freude auf die Blogs hat hier etwas zulegt, allerdings versteht sich kommunal.blogsport eher als Archiv für Dokumente zur alternativen Kultur am Untermain.
    Der Aschaffenburger Blogger Arttower setzt denn auch gar nicht auf Diskurs: Sein Blog aschaffenburgerkuenstler.blogspot.de hat sich in erster Linie Ausstellungshinweisen verschrieben. Noch also ist der Untermain kein weißer Fleck in der Blog-Landschaft des Internets. Um die Kunst am Blühen zu halten, bedarf es aber nicht nur ihrer Urheber. Es braucht in der demokratisierten Kultur auch die Bereitschaft, aktiv dabei zu sein statt nur zu konsumieren. Stefan Reis

    Miltenberger Blogger: kommunal.blogsport.de; Miltenberger Blogger (bis 2010): subradical.blogsport.de; Frank Milautzckis Blog:kapuzimann.wordpress.com; Aschaffenburger Künstler:aschaffenburgerkuenstler.blogspot.de/

    Hintergrund: Hier ist Kunst!
    Kunst und Kultur verfolgen uns auf Schritt und Tritt. Und so selbstverständlich begegnen und Kunst und Kultur im Alltag, dass wir sie oft gar nicht mehr bewusst wahrnehmen – obwohl wir sie sogar in Anspruch nehmen. Die Serie »Hier ist Kunst!« will entführen hin zu ungewöhnlichen Orte, an denen Kultur und Kunst präsentiert werden – und ungewöhnliche Kunstformen, denen wir im Alltag begegnen, präsentieren.
    Am Mittwoch, 13. August, stellen wir
    Urban Knitting vor – das Entdecken der Strick-Kunst als anarchische Ausdrucksform. (Stefan Reis)

    Folge 1: »Literarische Aufgüsse« - Lesungen in der Sauna der Toskana-Therme Bad Orb, Ausgabe Freitag, 25. Juli. Folge 2: Die ersten deutschen Betonbauten - zu sehen im Offenbacher Dreieich-Park, Ausgabe Mittwoch, 30. Juli. Folge 3: Dead Drops- USB-Sticks als tote digitale Briefkästen mit darauf enthaltenen Kunst-Werken, Ausgabe Mittwoch, 6. August

  2. 2 Max Morlock 10. August 2014 um 9:28 Uhr

    Leider, leider gibt es das Blog ABURG.ORG schon lange nicht mehr. Gerüchte wollen immer mal wieder wissen, dass es weitergeführt werden soll, aber das erweist sich dann immer als unwahr. Denn gäbe es ABURG.ORG, dann wäre das Gewicht der Bloggerei am bayerischen Untermain nicht so ungut nah Miltenberg verschoben, wo ja außer dem Blog KOMMUNAL recht wenig passiert.

    Also, ihr ABURGer: Macht mal! Es ist ja schon fast peinlich …

  3. 3 Taste the real world 11. August 2014 um 12:29 Uhr

    Max:

    Wen interessiert den diese Gewichtung? Wahrscheinlich doch sowieso nur die Leute die selbst Blogs lesen/machen.
    Du schreibst in Miltenberg passiert nix außer dem Blog kommunal. Wenn ein Blog als „passieren“ verstanden wird, dann wird die Funktion oder Wirkung eines Blogs meiner Meinung nach überschätzt. Es ist doch dann mehr eine Simulation das etwas passieren würde.

    Noch dazu habe ich den Eindruck das manche denken es würde nix gemacht oder passieren wenn nicht von jeder Sache etwas im Internet publiziert wird. Meinem Empfinden nach, entwickelt sich gerade in der Region eine ganze Menge, auch wenn sich das nicht Online abbildet.* Das bekommen aber nur die mit, die sich an laufenden Prozessen auch real beteiligen. Und eben nicht die, die darauf warten das irgendwas online gestellt wird das man dann bequem verbreiten oder kommentieren könnte.

    Und so nebenbei wird indirekt eine Erwartungshaltung formuliert, die im realen Leben wahrscheinlich nicht mal von einer handvoll Leuten eingefordert wird. Also eigentlich ausschliesslich von den „Online-Aktivisten“.

    Da stellt sich doch die Frage, wieso diese sich nicht selbst an laufenden Auseinandersetzungen beteiligen. So bleibt das immer der Ruf eines nörgelnden „macht mal“, auf den mit großer Wahrscheinlichkeit keine Reaktionen kommen werden.

    *es ist natürlich schade und auch ein Versäumnis das die vorhanden Kanäle nicht genutzt werden um Sachen publik zu machen. Aber dass das so ist, kann und wird ja unterschiedlichste Gründe haben.

  4. 4 Max 12. August 2014 um 12:26 Uhr

    Im Kreis MIL ist das, was kulturell oder alternativ passiert, traditionell ganz gut in der Presse vertreten (dass derzeit nix läuft, liegt ja nicht an der Presse). Im Raum AB eben nicht. Oder meint ihr, eure Aktivitäten wären durch das Main-Echo ausreichend dokumentiert oder auch nur angekündigt? Es wäre also in AB deutlich wichtiger, ein funktionierendes Blog zu haben. Als Gegenöffentlichkeit. Daher: ABURG.ORG fehlt.

  5. 5 Taste the real world 12. August 2014 um 16:31 Uhr

    Ich kann hier weder für einen Blog noch für etwas anderes sprechen.

    Doch Fakt ist, dass ein Blog scheinbar nichts damit zu tun hat, ob viel oder wenig passiert.

    Es geht hier doch viel mehr um ein Bedürfnis von Bloggern (oder Bloglesern) mehr erfahren zu wollen. Das ist an sich auch nichts Verwerfliches.
    Aber es ist offensichtlich Tatsache das es sonst niemand zu jucken scheint ob es einen Blog in Aschaffenburg gibt oder nicht.
    Von daher ist davon auszugehen, dass die Anzahl derjenigen, die einen Blog vermissen, sehr überschaubar ist.

    Übrigens: Wen du im besonderen mit „ihr“ und „eure Aktivitäten“ ansprichst, erschliesst sich mir aus deinem Geschriebenen nicht. Vielleicht wäre es von daher hilfreicher „die“ direkt zu kontaktieren statt sich in Kommentarspalten peinlich berührt zu zeigen.

  6. 6 Max 13. August 2014 um 11:04 Uhr

    Irgendwie denke ich noch immer, dass die Kommentarfunktion bei einem Blog genau für sowas gedacht ist – zur Diskussion. Und genau das ist hier auch gelaufen.

    Das mit dem „ihr“ ist immer problematisch, stimmt. Aber gemeint sind halt einfach (und das hast Du wohl auch verstanden) die politisch-kulturell Aktiven im links-alternativen Spektrum (näher möchte ich das nicht ein- und damit ausgrenzen).

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