Polizeibeamte sind linksradikale Faschisten?

Zitate aus Main-Echo, 20.09.14

Verfahren gegen vier Rechtsextreme endet mit geringen Strafen

Zum Prozess gegen vier Rechtsextreme schreibt heute das Main-Echo:

„Bei den Angeklagten handelt es sich um einen 21-Jährigen aus dem Kreis Miltenberg, einen 27-jährigen Aschaffenburger, einen 22-Jährigen und dessen 60-jährigen Vater – ebenfalls aus Aschaffenburg.“

Zum Vorgang heißt es dort:

„Im Oktober 2013 waren die vier Männer zusammen auf die Kerb im Leidersbacher Ortsteil Volkersbrunn gefahren. Die 22 und 27 Jahre alten Männer hatten sich »in Schale geworfen«: schwarze Springerstiefel, braune Hemden, schwarze Bomberjacken. Laut Anklageschrift erinnerte der Aufzug an SS-Uniformen. Die offensichtlich rechtsextreme Montur war es, was die beiden gleich ins Visier des 25-jährigen Sicherheitsmitarbeiters rückte. »Einige Gäste haben sich dann über Rechtsradikale beschwert«, erklärt der Zeuge, warum er den Angeklagten damals Hausverbot erteilte. Das Maß voll gemacht habe der Hitlergruß des 27-Jährigen. Zudem soll er »Sieg Heil« gerufen haben. Weil sich die Männer nicht rauswerfen lassen wollten, verständigte der Security-Mitarbeiter die Polizei, die an diesem Abend zweimal anrücken musste.
Denn etwa eine Stunde später erteilte der Sicherheitsdienst dem 22-Jährigen aus Aschaffenburg Hausverbot – wegen einer Rangelei mit einem Kumpel. Der Angeklagte habe mit massiven Beleidigungen reagiert. So soll er den 25-Jährigen und dessen türkischen Kollegen als »Neger«, »Dönerfresser« und »Kanake« beschimpft haben. Laut Zeugenaussage des Sicherheitsmitarbeiters schaltete sich daraufhin der Vater des 22-Jährigen ein. Der 60-Jährige habe unter anderem gesagt, der Sohn solle sich die Finger nicht an einem »Neger« schmutzig machen, der in Deutschland ohnehin keine Rechte habe.“

Auch Polizeibeamte, die einschritten, wurden beleidigt:

„Auf dem Weg zur Wache habe der Aschaffenburger die Beamten wiederholt beschimpft – unter anderem als »linksradikale Faschisten«“. Polizeibeamte als linksradikale Faschisten – auf diesen an Dümmlichkeit nicht zu überbietenden Ausdruck wäre vermutlich nicht einmal der beste Kabarettist gekommen.

Zu den geringen Strafen stellt das Main-Echo fest:

„Die massive Beleidigung der Beamten ist mit ein Grund, warum die Staatsanwältin das Verfahren gegen den 22-Jährigen nicht einstellen will. Burghardt verurteilt ihn zu einer Geldstrafe in Höhe von 800 Euro. (…) Betrunken waren auch die anderen beiden jungen Männer, deren Verfahren der Richter gegen Geldauflagen einstellt. Beide hätten ein Geständnis abgelegt, seien nicht einschlägig vorbestraft und zeigten sich vor Gericht einsichtig. Der 27-Jährige muss 800 Euro, der 21-Jährige 400 Euro zahlen. »Das nächste Mal müssen Sie unter Umständen mit einer Freiheitsstrafe rechnen«, warnt Richter Burghardt. (…) Ohne Auflagen soll das Verfahren gegen den 60-Jährigen eingestellt werden – wegen geringer Schuld.“