Mönchberg: Besuch des Flüchtlingsrates

von Heinz / zugesandter Beitrag

Am Sonntag, den 12. November 2014, war der Flüchtlingsrat Bayern im Rahmen der Lagerinventour 2014 auch zu Besuch in den Landkreisen Miltenberg und Aschaffenburg. Besucht wurden die Unterkünfte in Mönchberg und Pflaumheim.

In Mönchberg sind 44 Menschen im (ehemaligen) Gasthof „Zum Hirschen“ untergebracht. Diese Unterkunft wird vom Verein SAN GIOVANNI ONLUS e.V. betrieben. Schon im Vorfeld des Besuches des Flüchtlingsrates wurde von Seiten des Landratsamtes Miltenberg und des Betreibervereins versucht den Besuch zu verhindern.

Der Flüchtlingsrat ließ sich davon nicht einschüchtern und konnte am Sonntag ungehindert die Unterkunft besichtigen. So konnten die Flüchtlinge uneingeschüchtert ihre Beschwerden den Flüchtlingsrat vortragen. Ein Problem ist das Essen. Leider dürfen sich die Flüchtlinge nicht selbst ihr Essenbesorgen und kochen, sondern sie werden von einem Partyservice beliefert. Das gelieferte Essen soll sehr einseitig sein. Eine Küche ist vorhanden, darf aber nicht benutzt werden. In Teilen der Unterkunft riecht es streng nach Müll, der von der Garage durch die Lüftungsschächte in die Zimmer zieht.Der Verein SAN GIOVANNI ONLUS e.V. ist wohl für Unterbringung, Verpflegung und Sozialberatung zuständig.

Mehrere Flüchtlinge berichten unabhängig voneinander, dass ihnen Mitarbeiter des Landratsamts mit Abschiebung gedroht haben. Es fallen wohl Sätze wie: „Wenn Du nicht Ruhe gibst, ich habe Dein Abschiebepapier hier in der Schublade.“ Die Mitarbeiter haben überhaupt nicht die Befugnis Abschiebungenzurückzuhalten oder zu veranlassen…

Die Vorwürfe bezeichnet die Pressesprecherin des Landratsamts im Main-Echo als völlig aus der Luft gegriffen und Landrat Scherf nennt die Behauptungen „ungeheuerlich und ehrabschneidend“. Später kommentiert Scherf im Online-Artikel und rudert ein bisschen zurück, indem er angibt, dass allen Vorwürfen nachgegangen wurde und diese „in der Summe“ alle ausgeräumt wurden. Außerdem sollen wohl die Flüchtlinge demnächst selbst Kochen dürfen.

Der Verein SAN GIOVANNI ONLUS e.V. hat als erste Reaktion einen Steckbrief der Mitglieder des Flüchtlingsrates an die Türe der Unterkunft gepinnt. Diesen ist damit, aufgrund des Hausrechts des Vereins, der Zugang zur Unterkunft verboten.

Es gilt nun weiterhin ein waches Auge auf die Situation der Flüchtlinge zu haben und die Versprechen des Landrats zu überprüfen. Auch der Verein SAN GIOVANNI ONLUS e.V. scheint nichts von Transparenz zu halten und wirft den Flüchtlingen in seinem Brief an den Flüchtlingsrat sogar Undankbarkeit vor. Dieser Verein muss weiterhin kritisch beäugt werden.

Es wäre schön, wenn sich mehr Menschen in den Landkreisen Miltenberg und Aschaffenburg mit den Flüchtlingen solidarisch zeigen würden.Gerade um drohende Abschiebungen zur Verhindern, wäre ein lokales AntiRa-Bündnis (Antirassistiches Bündnis, Admin.) dringend notwendig!

Kein Mensch ist illegal! Refugees welcome!

Weiterführende Links und Quellen:

http://lagerinventour.de//?page_id=637

https://www.facebook.com/LagerInventour2014?ref=stream

http://www.br.de/nachrichten/unterfranken/inhalt/fluechtlingsrat-hammelburg-lagerinventour-100.html

http://www.main-netz.de/nachrichten/region/obernburg/obernburg/art4001,3259809
(leider nur für Abonnenten)

http://nolageros.blogsport.eu/


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