Mönchberg: Keine Verbesserung in Flüchtlingsunterkunft

Zugesandte Information von Welcome to Miltenberg

20. Dezember 2014

Sehr geehrte Mitglieder des Kreistags, sehr geehrter Herr Landrat,

wir sind „Welcome to Aschaffenburg/Miltenberg“, eine Gruppe von Geflüchteten und Unterstützer von Geflüchteten in den beiden Landkreisen.
Wir setzen uns für ein selbstbestimmtes Leben von Geflüchteten ein, daher verurteilen wir Bevormundungen und Diskriminierungen von Seiten der Behörden und Unterkunftsbetreiber.

Wir konnten in den vergangenen Tagen der Unterkunft in Mönchberg einen Besuch abstatten. Leider hat sich seit dem Besuch des bayerischen Flüchtlingsrates fast überhaupt nichts geändert. Die Geruchsbelästigung scheint zwar nicht mehr zu bestehen, ansonsten hat sich nur die Zusammensetzung der Geflüchteten verändert. Viele früheren Bewohner wurden in andere Unterkünfte verteilt.

Essen:

Die Geflüchteten möchten ihre eigenen Speisen zubereiten, aber die Küche ist weiterhin
nicht zugänglich und somit das Kochen zur Selbstverpflegung unmöglich. Das Essen wird
weiterhin von einem Partyservice geliefert. Morgens, wie Abends gibt es immer das Gleiche.
Nach dem Besuch des Flüchtlingsrates wurde es wohl kurzzeitig besser, aber ist mittlerweile
wieder auf dem vorherigen Niveau.

Das Essen ist auch nur im Aufenthaltsraum erlaubt. Speisen dürfen nicht mit in die Zimmer
genommen werden.

Zimmer:

Fast täglich werden die Zimmer der Geflüchteten von Vereinsmitgliedern des Trägervereins
San Giovanni Onlus kontrolliert. Es wird wohl u.a. darauf geachtet, dass die Heizkosten nicht
zu hoch werden; die Raumtemperatur ist manchen Geflüchteten zu gering.

Caritas:

Von der Caritas fühlen sich die Geflüchteten nicht gut beraten. Die Mitarbeiter kommen
oftmals nur einmal im Monat bzw. hinterlassen eine Telefonnummer. Wie soll jemand, der
nicht Deutsch spricht, sich am Telefon verständigen? Gesuche der Geflüchteten in eine
andere Unterkunft mit Kochmöglichkeit umzuziehen, werden von der Caritas nicht
unterstützt.

Wlan:

Anscheinend versucht der Verein seine Ausgaben wieder durch einen überteuerten
Internetzugang wett zu machen. Es werden 30 Euro pro Monat und Person verlangt -das ist
Wucher!

Wir fordern daher für die Unterkunft in Mönchberg, aber auch für jede andere
Unterkunft im Landkreis Miltenberg:


Kochmöglichkeiten für alle Geflüchteten, ansonsten Möglichkeit des Umzugs in eine
andere Unterkunft

Keine weiteren Zimmerkontrollen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Privatsphäre

Ausreichend beheizte Zimmer – die Temperatur sollen die Geflüchteten selbst
einstellen können

Bessere Beratung durch die Caritas -bei Verständigungsproblemen auch mit
Dolmetschern

Die monatlichen Kosten für den Internetanschluss sollten gemeinsam von allen
Internetnutzern getragen werden. Diese dürften nicht mehr als 30 bis 40 Euro pro
Monat betragen.
Alles in allem erscheint uns die Unterkunft in Mönchberg eher wie ein betreutes
Wohnen. Ein selbstbestimmtes Leben scheint nicht möglich. Jeder Besuch für die
Geflüchteten muss beim Verein angemeldet werden. Dieser möchte anscheinend
„alles“ und jede/jeden unter Kontrolle haben!

Eine wirkliche Verbesserung der Situation der Geflüchteten in Mönchberg ist somit nicht
eingetreten!

Sie vertreten die Bewohner des Landkreises Miltenberg und damit auch die hier lebenden
Geflüchteten, daher erwarten wir von Ihnen eine Auseindersetzung mit unseren
Forderungen. Für einen Dialog zur Verbesserung der Situation der Geflüchteten im
Landkreis stehen wir zur Verfügung. Die erste Kontaktaufnahme ist via Facebook oder E-
Mail möglich.

Mit freundlichen Grüßen,

Welcome to Aschaffenburg/Miltenberg

Kontakt:
welcome.miltenberg@gmx.de
https://www.facebook.com/pages/Welcome-to-Miltenberg/872050446146806


0 Antworten auf “Mönchberg: Keine Verbesserung in Flüchtlingsunterkunft”


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


− fünf = zwei