Miltenberg/Erlenbach: Helios wird gelobt – aber völlig grundlos

mb

Aus einem Leserbrief vom 16.März im Main-Echo/Bote vom Untermain zu den Helios-Kliniken im Kreis Miltenberg: „Mein 84-jähriger Vater wurde in der Notaufnahme sterbend aufgenommen. Herr Dr. Lautenschläger meinte: »Ich will ihn noch nicht aufgeben.« Bereits in der Notaufnahme wurde Papa liebevoll und bestens versorgt.“ Die das schreibt möchte damit den allgemein hörbaren Kritiken am Gebaren der Kliniken im Kreis Miltenberg seit der Privatisierung entgegentreten. Aber was beschreibt sie da? Genau das, was früher einmal vollkommen üblich gewesen war, weshalb schließlich Krankenhäuser und das ganze medizinische System einmal geschaffen wurden: Menschen zu helfen, Leben zu retten, zu verlängern (was hier auch geglückt ist) oder Leiden zu mindern. Das aber – also das ganz Gewöhnliche – ist heute tatsächlich schon der Rede wert.

Die Leserbriefschreiberin gibt aber dann doch (ungewollt?) eine völlig richtige Beschreibung des üblichen Zustandes in den Helios-Kliniken: „Leider – und das ist das Problem: die Krankenschwestern und Pfleger haben keine Zeit. Sie sind einfach überfordert! Wenn da einmal ein »barscher« Ton herauskommt, habe ich dafür vollstes Verständnis.“ Und dafür – für überlastetes und damit unhöfliches oder zwingend ungenügend arbeitendes Personal – wurde das Gesundheitssystem einmal genau nicht erdacht! Wer aber Gewinne abführen will, der muss dieses Geld in diesem Fall bei denen einsparen, die sich nicht wehren können: den Kranken. Oder jenen, die sich schlecht wehren können: den Pflegerinnen und Pflegern, Putzfrauen, Beschäftigten in der Bettenzentrale (gibt es die noch oder muss das jetzt alles das Pflegepersonal mitmachen?), der Hausmeisterei … Willkommen im Kapitalismus!