Ein Aschaffenburger filmt – und zwar daneben

Redaktion kommunal

Manchmal ist knapp vorbei meilenweit daneben. Und manchmal ist es halt garnicht nur knapp daneben, wenn einer es so unheimlich gut meint – und auch noch dabei filmt:

Der Aschaffenburger Sammy Khamis bekräftigt seinen „Respekt vor Leuten, die aus ihrer Verzweiflung heraus demonstrieren” und fordert sie auf, sich unter dem Motto „Macht kaputt, was euch kaputt macht” zu erheben, ganz gleich ob „in Kairo, Istanbul, Athen oder Aschaffenburg.“ … Wie einst der Trikont, werden auch bei „Coming of Rage” Konfliktherde zur Projektionsfläche für deutsche Befindlichkeiten. Die Überidentifikation mit den Opfern kennt dabei stets zwei Seiten: Einerseits die Idealisierung der Unterdrückten und ihrer Ideale. Andererseits die maßlose Enttäuschung, wenn diese ihren Gönnern nicht die gebotene Folgsamkeit und Dankbarkeit entgegenbringen. … Dabei wirkt Khamis einerseits gleichgültig gegenüber den politischen und sozialen Ursachen der jeweiligen Konflikte, andererseits fasziniert von der Unmittelbarkeit und Brutalität des Gesehenen. … Das ist wohl Quintessenz der Krise: Im Gegensatz zu Maki und all den anderen, denen es nicht gelingt, „Energie draus zu ziehen, aus einem schnellen Wandel“, schafft Khamis es, das Beste für sich herauszuholen. Die Krise dagegen mache zwar „das, was vorher schon scheiße war, nur noch beschissener”, doch gleichzeitig ist sie immer auch eine Chance, wenn nicht für Maki und die anderen, dann zumindest für junge Journalisten in den Metropolen. Wer Gewinner und wer Verlierer ist, macht Khamis immer wieder deutlich. … Und die Akteure sagen auch nicht, was sie sagen sollen, so dass Khamis immer wieder einspringen muss und das Gesagte gerade rücken muss.

Im LowerClassMagazine wurde ein intelligenter Kommentar geschrieben, der – weil in Aschaffenburg irgendwie seinen Ausgang nehmend – hier erwähnt werden soll. Der ganze Beitrag sie zur Lektüre empfohlen.


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