Main-Echo und die Feinde der Pressefreiheit

mmk

Das ist nun so ein Fall, bei dem das Dokumentieren wichtig ist. Aber der Reihe nach: Am 24. August 2017 brachte das Main-Echo (mit den diversen Nebenausgaben) ein sehr großes Interview mit dem Direktkandidaten der AfD zur Bundestagswahl. Nun muss keine Zeitung etwas bringen, was Redaktion oder Verlag nicht möchte. Das Interview, das in ganz auffälliger Weise die AfD bzw. deren Kandidaten in die Reihe der wählbaren Parteien stellte, hätte also unterbleiben können, zumal die AfD ein gebrochenes Verhältnis zur Pressefreiheit aufweist (es wäre also im Interesse der Main-Echo-Redaktion, dass diese Partei gerade KEINE Werbung bekommt!). Auch mit der journalistischen Pflicht zur Berichterstattung ist as nicht zu erklären: Die MLPD z.B. würde – abwohl sie viel länger als die AfD eine Ortsgruppe in Aschaffenburg hat – nie ein solches Interview bekommen. Journalistische Berichterstattungspflicht kann auch (wenn es sie überhaupt gibt) mit zehn Zeilen erledigt werden, so wie der Kandidat der MLPD sicher nur 10 Zeilen (oder kaum mehr – wenn überhaupt) bekommt (dies nicht als Wahlaufruf für die MLPD, sondern als Beispiel).

Warum also macht das Main-Echo so etwas? Weil der gewerbetreibende Mittelstand in der AfD gut vertreten ist und dieser zu den Werbekunden der Zeitung gehört? Weil der Verlag mit der AfD sympathisiert? Oder der Chefredakteur? Oder … Das alles sind Spekulationen, wobei die erste sicherlich die größte Chance auf Realitätsgehalt hat. Wir aber halten diesen unsäglichen Umstand hier einfach mal fest, wir dokumentieren.


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