Claus Berninger – Ein progressiver Typ

Oder: Wer solche Freunde hat, braucht endlich Feinde.

Sebastian Schalk

Aschaffenburg hatte schon immer schräge Gestalten zu bieten, im politischen Bereich nicht selten gruselige. Eine davon ist ohne Zweifel der Geschäftsführer des Colos-Saals, Claus Berninger, der in der Vergangenheit immer wieder mit zweifelhaften Veranstaltungen, einem beschränkten Horizont, sowie heftigen Ausfällen gegen Antifaschisten und Linke aufgefallen ist. In diesem Artikel werde ich versuchen das Gedankenbild dieses Herrn zu beleuchten und soweit mit Links und Screenshots belegen, was mir möglich ist.

Berninger – Aufrechter Antifaschist, Frei und Wild, mit klarem Feindbild.

Bereits 2009 und 2010 war die Band Freiwild zu Gast in „Deutschlands Musikclub des Jahres“ . Zum Phänomen Freiwild ist alles gesagt und wer noch ernsthaft an der Rückständigkeit dieser Musiker zweifelt, dem ist nicht mehr zu helfen. Auf die Konzerte folgte ein kritischer Leserbrief und Berningers Antwort, sowie ein Interview, das das Main-Echo mit Claus führte. Wie einen Orden trägt Berninger, der sich nicht als „verblendeter Sozialarbeiter“ versteht, sein Engagement gegen die Nazis des Münstermann-Marsches, sowie andere Heldentaten, vor sich her. Wie ich aufzeigen werde, ist nicht viel dahinter. Unser Claus hingegen scheint seinen Gegner im Visier zu haben und gut zu kennen, es handelt sich wohl um den Bilderbuchfaschisten, vermutlich mit Glatze und Springerstiefel. „Fremdenhass, Rechtsradikalität und faschistoides Gedankengut“ scheint nur unter dem Hakenkreuz möglich zu sein. Es bleibt die einzige richtige Aussage zu nennen: Freiwild sind keine (Neo-)Nazis. Damit hat er natürlich Recht, also wen verwundert es da, dass Freiwild in Berningers Welt kein Teil der „braunen Brut“ sind, die es zu bekämpfen gilt?

Berninger – Ein Streiter für Multikulti und Islamismus

Das Gegenstück zum herbei halluzinierten Stiefelnazi heißt offensichtlich „Multikulti, Fortschritt, Internationalität und Weltoffenheit“; doch Claus legt eine beachtliche Ignoranz an den Tag, wenn es darum geht, seine Weltoffenheit zu verteidigen. Besonders deutlich lässt sich dies an einer Reaktion auf das vergangene „Brüderschaft der Völker“-Fest zeigen. Der Stern e.V., ein Kneipenkollektiv aus Aschaffenburg, kritisierte die Festivitäten , und das aus gutem Grund, denn DITIB ist ein gern gesehener Partner der Veranstalter. Claus hingegen lässt es sich nicht nehmen und geht, per Facebook, öffentlich auf die Kritiker los. Sein Kommentar, an Dummheit kaum zu überbieten, stülpt dem Stern e.V. die kritisierten Methoden über – und das, ohne seinen Angriff zu belegen. Wir lernen: Wenn es dem Multikulti-Zoo nutzt, sind Menschenrechte und Demokratie gar nicht so wichtig und jeder, der in die Suppe spukt, ist ein Feind.

Berninger – Steigbügelhalter der CSU und AfD

Apropos Demokratie: Claus hat ein Faible für unsere Demokratie. Deshalb ist er nicht nur vorne mit dabei, wenn es darum geht, CSU- und AfD-Politikern einen Platz auf Bühnen zu beschaffen, sondern verteidigt diese auch mit allen Mitteln der wehrhaften Demokraten. Seine Leidenschaft gilt der von ihm mitgetragenen Initiative „GeHmit“ die, unter anderen, der AfD eine Bühne im Stadttheater stellte. Während dieser Veranstaltung versuchte Berninger, vermeintliche Störer der Polizei auszuliefern, doch damit nicht genug Demokratie. Schon am 12. September öffnet Claus seine Bühne direkt für Andreas Kropp von der AfD, im Rahmen einer „Wählen gehen!“-Party des Stadtjugendrings. Ein Teil der Initiatoren ist bereits unangenehm durch den peinlichen Pseudoantifaschismus von Noabgida aufgefallen . Hier haben sich die Richtigen gefunden und man kann befürchten, das diese Zusammenarbeit noch mehr bedenkliche Früchte tragen wird. Abgerundet wird das Programm der Politparty durch Andrea Lindholz von der CSU. Diese Partei scheint auch nur in Berningers Kritikradar zu geraten, wenn sie mit den Stiefelnazis vom Münstermann-Marsch aufläuft. Keine Nazis zu sehen? Gut, dann muss ein anderer Feind her, denn Berninger ist bekanntlich nicht „linientreu“ (Zitat von ihm selbst, aus einem Kommentar zum kommunal-Artikel „Hallo Claus, was soll das?“, der Berningers Diffamierung von Antifaschisten zum Thema hatte): Auf Facebook schoss er gegen den Stern e.V., der es wagte, zu einer Kundgebung vor der GeHmit-Veranstaltung aufzurufen.



Was bleibt noch zu sagen?

Diese Ereignisse und Kommentare sind nicht als vollständige Chronik zu verstehen; und trotzdem zeigt sich ein klares Bild einer äußerst schlichten Person, die offenbar wenig mit Kritik, noch mit emanzipatorischer Politik anfangen kann. Die Realität aus den Augen verlierend, phantasiert er von seinem progressiven Widerstand gegen AfD und Konsorten, während diese, direkt auf seiner eigenen Bühne, ihre Menschenfeindlichkeit präsentieren dürfen. Genauso stehen die Islamisten, Antisemiten und Nationalisten von DITIB unter seinem Schutz, während er sich selbst als Opfer präsentiert – wenn nicht der Stiefelnazis – dann der Antifa.


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