Archiv der Kategorie 'Medien'

Wann gibt’s mal wieder richtig Tumult?

Oder: Ein Tumult, wie er früher einmal war …

Sebastian Schalk

In der Region geht es endlich rund. Nicht nur sind – vermutlich paramiltärisch organisierte – „militante Gegner aus dem linken Lager“ laut AfD Internetseite dafür verantwortlich, dass „eine große Anzahl der aufgehängten Plakate“ der Jammerlappen „in Aschaffenburg, Alzenau und in mehreren Orten im Landkreis“ entfernt wurden, sondern es wurde auch das nächste Ziel für erlebnisorientierte Krawalltouristen bekannt gegeben – Wertheim. Dort hat man, im Bezug auf eine heute geplanten Veranstaltung mit Björn Höcke, „sowohl mit Vertretern der AfD wie auch mit den Initiatoren der Kundgebung Solidarität statt Hetze“ festgestellt: „Alle wollen, dass es friedlich bleibt.“ So berichtet das Wertheimer Portal und genau diesem Irrsinn – der leider nicht auf Aschaffenburg beschränkt ist – gilt es sich entgegenzustellen.

Denn man ist sich einig: Bei all der Kritik an der AfD steht der wahre Feind links; und während sich der deutsche Mob in den Facebook-Kommentarspalten des Portals austobt, fantasiert man im Artikel von „Tumult“ und „handgreifliche Auseinandersetzungen“. Diese sollen tatsächlich im letzten März während eines Gauland-Auftritts Wertheim schwer erschüttert haben. Die Ereignisse verliefen LEIDER etwas anders. Während vor der Halle Vertreter aller bürgerlichen Pseudo-Antifaschisten der AfD wie selbstverständlich „Nazimethoden“ vorwarfen und – vollkommen falsche sowie relativierende – NSDAP-Vergleichen zogen, entschieden sich ein paar junge Leute den Hintereingang mit Menschenblockaden zu versperren. Und das, bis sie von Polizisten auseinandergetrieben wurden.

Fazit: Wertheim hätte einen Tumult mal bitter nötig.

FDP offenbart eigenen Hirnriß

Dagmar A. L. Martin

Es hängt in Aschaffenburg, Klingenberg, Miltenberg … und vermutlich im ganzen Rest der Republik: das unsäglichste Wahlplakat des Jahres. In blödsinnigem deutsch-englischem Neusprech steht „Digital first. Bedenken second.“ darauf. Und es stammt – von wem auch sonst! – von der neoliberalen FDP, also der AfD ohne Nationalismus.

Jedes Vorschulkind bekommt völlig berechtigt beigebracht, dass der Mensch zuerst denken, dann handeln soll. Und hier kommt das Handeln (Digitalisierung) vor dem Denken (hier: beDENKEN). Für Neoliberale ganz klar: Bedenken stören den freien Markt (denn Bedenken sind klug). Und der Markt ist nun einmal strohdumm und sozial blind wie die FDP.

Linksunten

Zugesandter Beitrag in Ergänzung zum kommunal-Beitrag über indymedia.linksunten – wir dokumentieren vor allem wegen der zahlreichen Links zu Beiträgen über den Vorfall.

der staat bildet lieblich täuschen,
ärgert sich, die zähne zu zeigen,
weil dadurch einige aus
nebel-bildung erwachen
bevor er als wolf
auch dich rotkäppchen
friedlich verspeist

- bitte – gern weiterverbreiten -
mit Demoaufruf am Schluss
am Samstag, den 9. September, um 19 Uhr zur großen Soli-Demo nach Freiburg!!!
Und eine Einschätzung zum ersten G20 Prozess – einer Art „Stammtischjustiz“

Der Staatschismus hat am Freitag 25. August 2017 das Internet-Portal „linksunten.indymedia.org“ zerstört. Wie aus den Presseberichten hervorgeht, kann es offensichtlich als ein Rache-Akt zum G 20 Protest gewertet werden – wo u.a. trotz staatlicher Hochrüstung die imperialen RoboCop Sturmtruppen rückwärts laufen mussten.
Bei der bisherigen G 20 Nachlese und Solidarität zu den politischen Gefangenen – noch vor der Indymedia-Zerstörung vom Freitag 25. Augsut 2017 sind inzwischen die Links von „linksunten.indymedia.org“ nicht mehr aufrufbar – so dass die einzelnen ausgewählten Zitate und Zusammenfassungen als Kleinode verbleiben:
http://antjeundieter.de/wp-content/uploads/2015/09/G-20-Nachlese-Solidarit%C3%A4t.pdf
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Prima Sonntag: Papier für die Tonne

Manfred M. Krug

Schon mehrfach musste sich kommunal mit dem Ekelblatt Prima Sonntag (PS) beschäftigen. Und noch öfter hätten wir es tun können; Gründe bietet diese Mischung aus gespielter Naivität, vorgeblichen Skandalen und Sensationen, sexistischen Anspielungen, versteckten politisch knallrechten Aussagen und purem Unfug in jeder Ausgabe. Wir meinen: Wer BILD noch an Rotzfrechheit und Sensationsschinderei überbieten will, der geht in die Provinz und nennt sich z.B. Prima Sonntag. Das ist in diesem Land völlig legal. Selbst dann, wenn das Blatt bis zu 90 Prozent nur aus Werbeanzeigen und entsprechenden Beilagen besteht. Dabei gilt: Ein Prospekt eines Discounters, der Prima Sonntag beiliegt, hat mehr Informationsgehalt als die ganze redaktionelle Arbeit.

In der gestrigen Nummer zeigte das in Aschaffenburg verbrochene Blatt mal wieder, zu was es fähig ist. „Bettel-Banden belagern unsere Region“ titelt das Blatt. „Belagern“ – klar, einige Arme aus Rumänien, Bulgarien oder anderen Hungerleiderregionen der EU „belagern“ unsere Städte wie einst die Wehrmacht Stalingrad. Eine fast schon kriminelle Wortwahl, die PS da betreibt.

Zugegeben: Es ist störend, wenn man immer wieder mit der Armut konfrontiert wird, die es direkt bei uns und um Deutschland herum gibt. Das nervt, das dient nicht dem Wohlbefinden. Wo wir doch so schön der Meinung sind, durch das deutsche, die EU beherrschende Wesen würde nun die ganze EU Friede, Freude und Eierkuchen – in jedem Fall aber Glück und Seligkeit finden. Und dann kommen diese Bettelpersonen daher und sagen uns: Stimmt nicht, wir sind so arm, dass wir es für sinnvoll halten, bei euch den Deppen zu spielen, so arm und perspektivlos, dass wir uns erniedrigen, von euch Almosen zu erbetteln, damit ihr beim Geben ein gutes Gewissen haben könnt und nichts ändern müsst an den miserablen europäischen Strukturen.
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Main-Echo und die Feinde der Pressefreiheit

mmk

Das ist nun so ein Fall, bei dem das Dokumentieren wichtig ist. Aber der Reihe nach: Am 24. August 2017 brachte das Main-Echo (mit den diversen Nebenausgaben) ein sehr großes Interview mit dem Direktkandidaten der AfD zur Bundestagswahl. Nun muss keine Zeitung etwas bringen, was Redaktion oder Verlag nicht möchte. (mehr…)

Prima Sonntag: Ein Blick in den Abgrund des Journalismus

mmk

„So läuft eine Samenspende!“ titelte die kostenlose Anzeigenzeitung Prima Sonntag in der gestrigen Ausgabe. Und zwar auf Seite eins – als wichtigster Beitrag also. Schade, dass kommunal nicht Titanic ist. Denn wenn wir das Satireblatt wären, würden wir ungefähr so schreiben dürfen:

Wie das mit einer Samenspende „läuft“? Das wissen die Jungs in der Redaktion seit ihrer Pubertät. Und die Frauen haben das auch schon mitbekommen. Wir empfehlen den investigativen Spitzenjournalisten am bayerischen Untermain mal den Blick in einen beliebigen Pornofilm. Gleichzeitig sind wir befremdet, dass in der Region Aschaffenburg – Miltenberg mit so einem Thema offenbar noch immer ein Hund hinter dem Ofen hervorgeholt werden kann. Die Bayern sind scheinbar noch viel zurückgebliebener, als selbst wir gestandene Frankfurter befürchtet haben!

So oder auch völlig anders hätte die Titanic geschrieben. Wir aber sind ein seriöses Medium und dürfen daher keine sexualisierten Anspielungen machen! So bleibt uns also nur dieser Kommentar:

Sich mit der eigenen Spermaprobe in der rechten Hand dümmlich grinsend auf dem Titelbild einer Zeitung ablichten zu lassen, im Innenteil sogar noch mit einem „Männermagazin“ als Onaniervorlage in der Hand – das ist bereits der freie Fall des journalistischen Niveaus! Wenn das so weiter geht, dann helfen nur noch Kotztüten.

Main-Echo: Werbung für die AfD

Ein Kommentar von mmk

Welches Ereignis kann wichtig genug sein, um mit vier Spalten und zwei Portrait-Fotos auf die Titelseite der Main-Echo-Gesamtausgabe zu kommen? Putin erklärt den Krieg? Obama erklärt den Krieg? In Biblis ist ein Atomkraftwerk durchgebrannt? Der Bundesverband der Deutschen Industrie löst sich auf und sieht die Untauglichkeit des Kapitalismus ein? Weit gefehlt. Das so wichtige Thema ist der Umstand, dass sich die nationalliberal-rassistisch-asoziale AfD in Unterfranken sammelt. Ein gedämpfter Lobartikel, der in der Ausgabe vom 11.09.14 zu finden ist, wird in der gleichen Ausgabe auf Seite drei mit einem zweispaltigen Kommentar in Höhe einer halben Seite noch ergänzt. (mehr…)

Aschaffenburg, Hauptbahnhof: Die Weiderkehr des „Landsers“

Ein Kommentar von Martin Bayer

Am Wochenende in der Zeitschriftenhandlung am Hauptbahnhof Aschaffenburg: Zufällig fällt der Blick auf eine Heftroman-Reihe, die mir so seltsam bekannt vorkommt. „Das kann nicht sein“, denke ich mir, „die Landser-Hefte sind doch vom Markt genommen“. Das ist richtig – und auch falsch. Denn als Heftreihe „Weltkrieg“ sind sie wieder da, in gleicher Aufmachung und – was noch schlimmer ist – gleichem Inhalt. Herausgegeben durch einen Verlag in der Schweiz, jenem zentraleuropäischen Schandfleck, der sich nun zwar nicht gegen die guten Euros aus Resteuropa abschotten will, aber gegen die Menschen, die von dort kommen.

Kaum wird in Deutschland mal was Vernünftiges gemacht – die Einstellung des „Landsers“ – schon machen Heidi und ihre Freunde einen dicken Unfug.

„Wer hat´s erfunden?“ – Ach, sollen uns die Röstifresser doch am Arsch lecken!

Und wieder Prima Sonntag: Bomben und Bikinimädchen

Prima Sonntag kann es nicht lassen. Wieder muss ein sexualisiertes Thema auf die Titelseite: Die angeblich „schönsten Frauen der Region“ stehen zur Wahl. (mehr…)

Facebook-Party ausgefallen

Hier eine kleine Ergänzung zu unserem Beitrag über die geplante Facebook-Party in Wörth.

maint.v vom 24.07.12 – bitte Zeitachse auf 0:27 ziehen, dann kann die Werbung umgangen werden.

Illusion einer sich selbst ermächtigenden Masse

„Die Polizei ist entschlossen, eine für Samstagabend angekündigte Facebook-Party in der Mainaue von Wörth (Kreis Miltenberg) mit möglicherweise mehreren tausend Besuchern im Keim zu ersticken.“ So lesen wir es heute im Main-Echo. Und: (mehr…)

Wunderbar!

Wie wir erst heute mitbekommen haben (danke an Pogue Mahone für die Info!) gibt es seit einer Woche ein neues Infoportal für Aschaffenburg.
Es ist absolut sinnvoll, dass im Herzen des bayerischen Untermaingebietes, und das ist nun eunmal die Stadt Aschaffenburg, die Nachrichten für diese Region zusammengetragen werden.
Was das für uns heißt, das werden wir alsbald diskutieren. Wohl schon am Samstag, wenn sich einige nette Leute und die Redaktionsmitglieder von kommunal eh schon zu einer Besprechung über weitere Aktivitäten treffen.
Den Aschaffenburgern auf diesem Weg viel Glück und die Freiheit der eigenen Meinung(säußerung)
wünschen
die Kommunalistas

Danke!

Es ist nicht üblich, einen Kommentar auf einen kommunal.tk-Beitrag besonders hervorzuheben. Wir haben das getan, als Nazis uns ganz besonders dumm und gewaltandrohend beschimpft haben. Und wir tun es jetzt, wo wir besonders nett gelobt werden. (mehr…)

kommunal.tk im Main-Echo

Stefan Reis, Kulturchef des Main-Echo, erfreut doch immer mal wieder die geneigte Leserschaft dieser regionalen Tageszeitung – und noch mehr uns. (mehr…)

Atomausstieg – Chancen lokal nutzen!

zugesandter Bericht von Johannes Büttner – mit einer Ergänzung zur Freiheit der Presse von einigen Friedenstrommlern

Atomausstieg – Chancen lokal nutzen!
Konkrete Schritte für Aschaffenburg diskutiert!

Rund 80 Zuhörer nutzten im vollbesetzten Saal K2 in der Stadthalle die Chance um mit Sebastian Schönauer, dem stellvertretenden Vorsitzenden des BN Bayern und Dieter Gerlach, Geschäftsführer der AVG über den Atomausstieg und die lokalen Schritte für die Stadt Aschaffenburg zu diskutieren. (mehr…)