Archiv der Kategorie 'Rassismus/Antisemitismus'

Würzburg etc.: Krude Aussagen, schräge Namen, riesiger Zulauf

Sebastian Schalk

Das Erfolgsrezept „PEGIDA – Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ bietet für jeden etwas. Ein bisschen Demonstration, WM-Accessoires schwenken und vom demokratischen Geiste beseelt „Wir sind das Volk“ grölen. Auch thematisch ist dieser Wiedergänger von deutschen Zusammenrottungen der letzten Jahre an der Basis flexibel aufgestellt. Ein bisschen Ausländerbashing hier, ein bisschen Antisemitismus da, Islamophobie, Lügenpresse, BRD GmbH (1) und natürlich im Geiste der neu entdeckten Friedfertigkeit: (mehr…)

Wortmeldung aus Frankfurt zu P.E.G.I.D.A

Musikalischer Beitrag von Yohazid

Das kann keine Analyse ersetzen – ist aber sehr unterhaltsam:

Mal wieder besten Dank an Yohazid!

Eschau: Keine Stolpersteine und auch kein echtes Gedenken

mb / Quelle: Main-Echo, 10.12.14

In allen Ortsteilen Eschaus hatte es jüdische Bewohner gegeben, bis sie Opfer Nazi-Deutschlands wurden. Um an sie zu erinnern, wurde bereits 2011 beantragt, Stolpersteine in Eschau zu verlegen. Diesen Montag entschied der Gemeinderat und schloss sich der Auffassung von Bürgermeister Michael Günther an. Auf die selbst unter jüdischen Repräsentanten umstrittenen Stolpersteine wird nun verzichtet. Es wird stattdessen an der Außenwand des historischen Rathauses eine Kopie der bereits im Innenraum bestehenden Gedenktafel angebracht. Der Text: „Der Markt Eschau widmet diese Gedenktafel seinen durch nationalsozialistische Gewaltherrschaft vertriebenen jüdischen Mitbürgern und ihren verfallenen Kultstätten in den Ortsteilen …“ (dann werden vier Adressen in Eschau, Hobbach und Sommerau aufgezählt). (mehr…)

Rassistenparole an Kapelle

nach Bote vom Untermain

Durch eine Zusendung an kommunal wurden wir auf folgenden Vorgang aufmerksam gemacht, der im Boten vom Untermain zu lesen war: Vergangenen Donnerstag am späteren Vrmittag wurde die Maria-Hilf-Kapelle am Großheubacher Engelbergweg mit einer rassistishen Parole beschmiert. Der mit roter Kreide geschriebene Text konnte leicht wieder entfernt werden.

„Das wären wirklich Steine, über die viele stolpern müssten“

Zur Debatte um Stolpersteine – Ein anderes Gedenken ist anzustreben

In Aschaffenburg liegen sie schon, in Miltenberg sind sie angeregt worden – die Stolpersteine genannten kleinen Bodenplatten, die vor den Wohnhäusern ehemaliger Jüdinnen und Juden an diese erinnern sollen. Da es sich dabei um ein „Kunstprojekt für Europa“ des Künstlers Gunter Demnig handelt und auch dessen zentrales und wohl einzig wirklich bekannt gewordenes Kunstprojekt ist, haben wir zu dieser Sache einen anderen Künstler befragt: den in Miltenberg lebenden Mapec, der ebenfalls gesellschaftliche Themen mittels Kunst behandelt. Das Interview führte Sebastian Schalk aus der kommunal-Redaktion.

kommunal: In dutzenden von Städten liegen sie schon, die Stolpersteine. Sind sie die Lösung schlechthin, wenn es um Gedenken geht?

Mapec: Ich denke nicht. Ich möchte stattdessen an die zahlreichen Häuser in der Hamburger Innenstadt erinnern, an denen auf Tafeln „Zerstört 1943, wiederaufgebaut“ steht, verbunden mit dem entsprechendem Hinweis, in Augenhöhe. Alles also an den Wänden, gut lesbar. Diese Tafeln erinnern an die Bombardierung der Stadt und deren Opfer. Wir könnten etwas kritisch anmerken: Die ehemalige Volksgemeinschaft der Deutschen betrauert hier gut lesbar ihr Schicksal. Ich hoffe, dass die Hamburger dabei wenigstens das Richtige lernen.
Dem gegenüber gibt es auch in Hamburg diese kleinen Platten im Boden, auf denen nach den Worten „Hier wohnte“ auf die meist jüdischen Opfer hingewiesen wird. Um im Bild zu bleiben: Die ehemalige Volksgemeinschaft läuft gerne über die Namen ihrer Opfer hinweg. Gedenken findet in diesem Fall nicht auf Augenhöhe statt, wie bei den Gedenktafeln an der Wand.
Zudem ist es wohl so, dass viele jüdische Namen religiösen Bezug haben, und es ist für strenggläubige Jüdinnen und Juden kaum erträglich, wenn diese Namen im Straßenschmutz liegen.
Ich muss also Charlotte Knobloch, der einstigen Vorsitzenden des jüdischen Zentralrates in Deutschland, Recht geben, wenn sie die Stolpersteine ablehnt. Und das, obwohl sie eine Frau ist, mit der ich politisch sonst eher keine Gemeinsamkeiten habe. (mehr…)

Schrift-Bild-Aktion OPFER DES DEUTSCHEN WAHNS

Mapec

Dokumentation der Schrift-Bild-Aktion OPFER DES DEUTSCHEN WAHNS anlässlich des Gedenktages 9. November, zu sehen vom 9. bis 21. November 2014 am Alten jüdischen Friedhof in Miltenberg

Mömlingen: Das Problem heißt scheinbar Extremismus

Zugesandter Gastbeitrag von T. Tessler

Am Abend des 28. Oktober fand die Eröffnung der Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ im Mömlinger Rathaus statt. Gut 50 Leute folgten der Einladung von „Odenwald gegen Rechts“, was die Veranstalter durchaus zufrieden stellen dürfte. Es gab Redebeiträge von Vertretern des Bündnisses, die ihre Arbeit vorstellten und über die Ausstellung informierten. Ein Musiker-Duett lieferte zwischendurch musikalische Beiträge und Grünen-Landrat Scherf hielt einen kurzen Redebeitrag. Störungen der Veranstaltung seitens Neonazis gab es keine. (mehr…)

Mömlingen: Ausstellung gegen Rechts

Odenwald gegen Rechts

In Deutschland werden Menschen, beschimpft, geschlagen oder ermordet, weil sie aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer Lebensweise nicht in das Bild passen, das Nazis vom „Deutschen“ haben. Über 180 Todesopfer hat die neofaschistische und rassistische Gewalt seit 1990 bereits gefordert, möglicherweise ein Mehrfaches davon – weil Hinweise auf neofaschistische Tatmotive nicht verfolgt wurden.

Gerade in Mömlingen wurden in der Vergangenheit neofaschistische Tendenzen eher verschwiegen, anstatt sich diesen in den Weg zu stellen. Es war kein Zufall, dass 2006 bei Ermittlungen gegen das verbotene Neonazi-Netzwerk »Blood & Honour« Hausdurchsuchungen in Mömlingen durchgeführt worden sind.

Die Abwehr von Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit geht jeden etwas an. Deshalb möchten wir als Bündnis „Odenwald gegen Rechts“ ein Zeichen gegen fremdenfeindliches Gedankengut setzen. Für den 28.10. ist eine Eröffnungsveranstaltung um 19.00 Uhr geplant, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

Die Ausstellung informiert über die Ideologie und Praxis des Neofaschismus und benennt Ursachen für die Ausbreitung dieser menschenverachtenden Ideologie.

Leidersbach/Aschaffenburg/Mömlingen: Nazis in SA-Stil

nach primavera24 und Radiomeldung von heute

Sie sollen auf der Volkersbrunner Kerb (Leidersbach) wie Nazischergen aufgetreten sein und einen dunkelhäutigen Sicherheitsmitarbeiter rassistisch beschimpft haben. Deshalb standen heute vier Männer aus Mömlingen und Aschaffenburg vor dem Amtsgericht in Obernburg. Schwarze Hose, braunes Hemd, schwarze Krawatte – der Auftritt der Angeklagten soll sehr an die SA erinnert haben. Der Sicherheitsdienst habe sie deshalb in Volkersbrunn des Festzeltes verwiesen. Laut Anklage haben sie daraufhin einen dunkelhäutigen Security-Mitarbeiter als „Nigger“ bezeichnet und auch die dazugerufene Polizei sollen sie beschimpft haben. Die vier Männer im Alter von 20 bis 60 Jahren sind unter anderem wegen Beleidigung und des Tragens verfassungsfeindlicher Symbole angeklagt. Über den Ausgang des Verfahrens ist uns zur Stunde noch nichts bekannt.

Kommentar zum Miltenberger Synagogen-Skandal

Kommentar von „Drafi Deutscher“

Ein eingegangener Kommentar zum Streit um die alte Synagoge in Miltenberg sei ob seiner Treffsicherheit hier mal besonders hervorgehoben:

Das muss man sich mal reinziehen: Jahrhundertelang wird den Jüdinnen und Juden vorgeworfen, sie seien geldgeil, immer auf Superprofit bedacht und stets extrem geschäftstüchtig. Und jetzt kommt ein Deutscher (quasi ein „Arier“) und macht genau das, was den Juden fälschlich vorgeworfen wird. Damit verhindert er zudem das umfassende Gedenken an die jüdische Gemeinde Miltenbergs. Und: Er hofft auf diesen Superprofit, weil er um die jüngste Geschichte weiß, weil er die einmalige Bedeutung „seiner“ Synagoge kennt, die eben nur möglich ist, weil die Nazis alle anderen Synagogen vernichtet hatten. Ein später Profiteur des „Dritten Reiches“! Zynischer geht es nicht.

Mira Marx – Jüdin aus Miltenberg

Redaktion kommunal

Noch einmal gehen wir auf die Miltenberger Jüdin Mira Marx ein, die in Izbica durch Nazi-Deutschland getötet wurde. Wir haben über Sie bereits in Tatort Miltenberg berichtet sowie in einem eigenen Beitrag.

Nun findet sich auch im Projekt Landjudentum in Unterfranken ein ausführlicher Eintrag mit Quellenangaben zu ihr.

Weltkrieg, Heldentod und Vaterland

Über das seltsame Gedenken an einem Ort, an dem es nicht zu vermuten war

Text und Fotos: Mapec

In Sandstein gehauen sind sie: ein Eisernes Kreuz mit der Jahreszahl 1914 und einer Krone sowie einem W (wie Wilhelm, deutscher Kaiser). Ebenfalls in Sandstein gemeißelt und schön verziert daneben die Inschrift „Wer den Tod im heiligen Kampfe fand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland“ und darunter „Weltkrieg 1914 1915“. „Dem Andenken der für das Vaterland gefallen Krieger“ heißt es auf einem anderen Sandstein über einer Liste mit Namen von im Ersten Weltkrieg Getöteten. Nein, wir befinden uns nicht auf einem Militärgelände, nicht auf einem Friedhof zur Heldenverehrung, nicht in einem Museum mit Schauerlichkeiten der Kriege. Ein letzter Stein kann Aufschluss bringen, wo wir uns aufhalten. Wieder in den hier üblichen Sandstein gemeißelt trägt er die umkränzte Inschrift: „220 bayerische Franziskaner kämpften im Weltkrieg 1914 – 1918 für das deutsche Vaterland. 52 starben den Heldentod.“ Wir befinden uns vor dem Kloster Engelberg, gelegen oberhalb von Großheubach im Landkreis Miltenberg. Und wir schreiben das Jahr 2014.
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Freudenberg: Jüdisches Mahnmal abgerissen

Zitate aus Bote vom Untermain, 08.08.14

Das obere Teil des Mahnmals, das im Mainvorland an die nach Gurs deportierten und danach umgebrachten jüdischen Bürger Freudenbergs erinnert, ist in der Nacht zum Mittwoch abgerissen worden. (…) Die Stadt Freudenberg hat Anzeige erstattet. (…) Die beiden Teile wurden aus Eiche aus dem Freudenberger Stadtwald und aus Sandstein gefertigt. Die sechs Edelstahlstäbe stehen symbolisch für die sechs aus Freudenberg deportierten Juden Hedwig Sommer, Else Levi, Max Sommer, Benno Levi, Joseph Sommer und Klara Rothschild.

Miltenberg: Das ist ein Skandal!

Redaktion kommunal

Wir werden hier (vor allem in den Kommentaren zu diesem Beitrag) Material sammeln, das sich mit der Situation der alten Synagoge in Miltenberg beschäftigt, die als zweitälteste noch erhaltene in Deutschland und evtl. sogar in Europa angesehen werden muss. Der Skandal besteht darin, dass alle Beteiligten das Gebäude renovieren wollen, dies jedoch an völlig überzogenen Geldforderungen eines Besitzers scheitert.

Das Gedenken an die einstige jüdische Gemeinde Miltenbergs wird an diesem geschichtsträchtigen Ort damit unmöglich gemacht. Zwar nicht absichtlich, aber dennoch rein faktisch wird damit das Geschäft derer betrieben, die möglichst wenig Erinnerung an unsere ermordeten jüdischen Mitmenschen und ihre Kultur wollen.

Darüber hinaus ist dieses Gebäude auch stadtgeschichtlich von größtem Interesse und zudem ein Baudenkmal mit einer Bedeutung, die weit über unsere Region hinausreicht.

Einige Anmerkungen zum Problem, Hiphop letztendlich gut zu finden

Mapec

Die Redaktion des Blogs kommunal hat ein Interview geführt. Soweit nichts Besonderes. Allerdings fielen die Antworten so aus, dass es in der Redaktion Bedenken gab, das Gespräch zu veröffentlichen. Ich wurde angefragt, ob ich eine Kommentierung und Einschätzung abgeben wolle. Nur mit einer solchen Ergänzung sei es vertretbar, das Interview auch zu bringen. Nach anfänglichem Zögern – ich bin kein Kenner des Hiphop – willigte ich ein, da es hier nicht wirklich um Musik geht, sondern um deren Umfeld.
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Und immer wieder Israel

Redaktion kommunal

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich zu und die Welle der antisemitischen Aktionen scheint nicht abzubrechen. Islamisten, angebliche Israel-Kritiker, offene Neonazis und Friedensfreunde organisieren oder beteiligen sich in ganz Deutschland an Demonstrationen und auch Aschaffenburg scheint nicht länger verschont zu bleiben.

„Demonstration gegen Israel“ (also diesmal ganz offen nicht nur gegen eine bestimmte israelische Politik!) postet der User „Ich bin Moslem.Elhamdulillah“; und auch die Facebookseiten „IGMG Ayasofya Cami-i Aschaffenburg“ sowie „Was obama Lan, wir haben Erdogan“ mobilisiert seit dem 13. Juli zu einer lokalen Aktion.

Hinter dem Posting der Seite „IGMG Ayasofya Cami-i Aschaffenburg“ steckt eine Gruppe von „Millî Görüş (häufig auch Milli Görüş geschrieben; deutsch: Nationale Sicht)“ (Quelle: Wikipedia), in deren Reihen der Anmelder der für den 20. Juli geplanten Aktion vermutet wird. Auch wenn Milli Görüş auf den ersten Blick ein Sammelbecken der unterschiedlichsten Personen und Ideologien ist und sich die Führung der IGMG öffentlich von Antisemitismus distanziert, befördern Teile der Bewegung eben jene Weltanschauung. In Deutschland wie der Türkei werden der Organisation demokratiefeindliche Bestrebungen vorgeworfen und auch der deutsche Verfassungsschutz weiß über Milli Görüş zu berichten. Ihr Ziel sei es, „die westliche Ordnung zu überwinden und durch ein islamisches Gemeinwesen zu ersetzen.“

Fußball, Politik und Ekel

mb

Ach, was war das eine Freude! Tolles und vor allem spannendes Endspiel. Für Fußballbegeisterte einfach gut. In meiner kleinen Wohnung im Kreis MIL sitze ich mit meiner Liebsten und genieße das.

Und dann: Der Oberpfaffe des neuen deutschen Reiches, dieser Bundespräsidentendarsteller, jauchzt vor Freude, obwohl kein Mensch eine auch nur irgendwie geartete Ahnung von Fußball bei ihm vermutet hätte. Die Kanzlerin grinst infantil in die Kameras und die Spieler huldigen ihr. Es ist zum Kotzen! Alle Freude weg. Durch die Städte am Untermain fahren hupende schwarz-rot-goldene Kolonnen.

Später wird es noch besser. Beim Empfang zurück in der „Heimat“ (wir dürfen das nun in Kenntnis der Sache als nationalistischen Heimatbegriff ansehen) machen die Spieler folgendes:

Nein, das ist nicht „geschmacklos“ (Tagesspiegel), das ist keine „Schnapsidee“ (Die Welt), das war nicht „respektlos im Siegesrausch“ (taz), das ist leider ganz einfach Rassismus, der andere ob ihrer Zuordnung (Gauchos = iberisch-stämmige und indigene Viehhirte) herabwürdigt. Kein besonders auffälliger Rassismus, nur eben der ekelhafte Rassismus der Mitte. Den es in Aschaffenburg gibt und in Alzenau, in Miltenberg und in Obernburg – und eben auch bei jenen Sportlern, die offenbar viel in den Waden, aber wenig im Kopf haben.

Die Alternative wäre die Unterstützung lokaler Fußballvereine – wenn wir dort nicht genau diesen Rassismus auch vermuten müssten. Es bleiben also nur die linken und alternativen Clubs, die es aber hier nicht gibt, in der Ödnis des Untermains.

Großostheim: Nach Brauereifest drei Asylbewerber angegriffen

von: Polizei Unterfranken (Bericht wurde kommunal zugeleitet)

Nach dem Übergriff auf drei Asylbewerber, die am Sonntagfrüh auf dem Heimweg vom Großostheimer Brauereifest von mehreren Angreifern mit einem Baseballschläger und einer Softair- bzw. Luftdruckwaffe leicht verletzt worden sind, fahndet die Polizei weiter mit Hochdruck nach den Tatverdächtigen und hofft, dass sich aufgrund der detaillierteren Täterbeschreibungen Zeugen melden.
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Haibach in der Schweiz

Ein Kommentar / mb

Dass in der Kürze nicht die Würze liegen muss, sondern auch mal der pure nationalistisch-rassistische Dreck drin sein kann, das bewies am 20. Februar der aus Haibach stammende Thomas Tomecko. „Danke Schweiz!“ war der ganze Leserbrief im Main-Echo zum Beitrag „Schweizer begrenzen Zuwanderung“ vom 10.02.14. Der Mann mit dem superdeutschen Namen will also ganz offenbar auch bei uns, was die Heidis und Alpöhis mit ihrem VOLKSentscheid gewollt haben. An anderer Stelle rufen diese VOLKSgenossen gerne einfach mal „Ausländer raus!“ und meinen genau dasselbe.

Für den Leserbriefschreiber Tomecko war schon 2009 „spätestens nach Pol Pot klar, dass der Kommunismus nur für staatenbildende Insekten-Völker die geeignete Staatsform darstellt“ (ME, 12.01.09). Nicht klar war für ihn, dass nach dem Nazi-Regime der Kapitalismus nur noch etwas für kriegstreibende und Menschen ausrottende Prügelorgastiker und uniformfetischistische Klemmschwuchteln ist.

Der selbsternannte Nationalkonservative ist übrigens bei einem regionalen Bündnis aktiv, das den anmaßenden Titel Initiative für Demokratie und Grundrechte trägt, damit ganz offenbar den guten Namen des Komitees für Grundrechte und Demokratie missbrauchend.

Mira Marx – zum Schicksal einer Miltenberger Jüdin

Am 27. Januar 2014 erschien auf hagalil.com eine Besprechung des Buches „Bürokratie und Verbrechen. Antisemitische Finanzpolitik und Verwaltungspraxis im nationalsozialistischen Deutschland“ von Christiane Kuller (Oldenbourg Verlag München 2013, Euro 39,80). In diesem Buch wird gefragt, „in welcher Form ein weitverzweigter Apparat wie die Finanzverwaltung in die Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung eingebunden werden konnte“ (so die Buchbesprechung). Titel der Rezension: „Die Geschichte von Frau Mira Marx – oder `Tatort Finanzamt´“. Diese Besprechung von Orlando Berliner und Susanne Benöhr-Laqueur zitiert mehrfach den Beitrag „Tatort Miltenberg“, der auf kommunal veröffentlicht ist. Wir erlauben uns, aus dieser Buchbesprechung mehrere Stellen, die sich vor allem mit der Miltenberger Jüdin Mira Marx beschäftigen, zu zitieren:

Auf dem Cover des Buches befindet sich das Foto einer ca. vierzig Jahre alten Frau. Sie scheint soeben aus der hinteren Tür eines Omnibusses ausgestiegen zu sein. An der Fahrerseite des Buses ist deutlich sichtbar ein Wimpel mit einem Davidstein angebracht. (mehr…)