als Broschüre herausgegeben durch die Initiative Demokratie & Frieden, Miltenberg, April 2004; für die Veröffentlichung auf kommunal nur leicht überarbeitet (Kapitelnummerierung), April 2008

Inhalt:
Statt eines Vorworts
Einige Anmerkungen
1 Organisationen
1.1 Nationaldemokratische Partei
Deutschlands – NPD
1.2 Die Republikaner – REP
1.3. Andere Parteien
1.3.1 Deutsche Liga für Volk und Heimat – DLVH
1.3.2 Deutsche Volksunion – DVU
1.3.3Bürgerrechtsbewegung Solidarität – BüSo
1.3.4 Partei Rechtsstaatliche Offensive – Schill
1.4. Widerstand Aschaffenburg
2 Jugendlicher Neo-Nazismus und Skinheads
2.1 Zentren in Aschaffenburg und Miltenberg
2.2 Skinhead-Musik
2.3 Hitlerverehrung
2.4 Skinhead-Laden
3 Leserbriefe, Zeitungen: Veröffentlichte Meinung
3.1 Geschichte entsorgen
3.1.1 Deutschland, eine Opfernation
3.1.2 KZs von den Engländern
3.1.3 Der ewige Jude
3.1.4 Der Fürst und die Jagd
3.1.5 Schlesien bleibt unser …
3.2 Autoritärer Staat
3.3 Antisemitismus
3.4 Rassismus
3.4.1 Ausländer: dumm
3.4.2 „Sintis, Bimbos, Bullshit“
3.4.3 „Bürger entsetzt“
3.5 Militarismus
3.6 National-Zeitung etc.
4 Exkurs: Staat und Politik
4.1 „Durchrasste Gesellschaft“
4.2 Flüchtlingsalltag
4.3 Zwei tote Frauen
4.4 Bestätigung
5 Sonstige Aktivitäten
5.1 Ausgrenzung: nix Disco
5.2 Gewaltandrohung und Gewaltausübung
5.2.1 Morddrohungen
5.2.2 „Vergasen“
5.2.3 Hohe Gewaltbereitschaft
5.3 Propaganda und Sachschaden
6 Fazit
6.1 Grundsätzlich: Rückgang der Aktivitäten
6.2 Grund: Rück- und Wegzug von rechtsextremen Führungsfiguren
6.3 Ansteigend: jugendlicher Rechtsextremismus
6.4 Größte Gefahr: Extremismus der „Mitte“

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Statt eins Vorworts

So würde vermutlich eine Aschaffenburger Anzeigenzeitung diese Dokumentation aufmachen. Auf dieses Printmedium müssen wir später leider noch einmal zurückkommen.
Hier nur soviel: Dieser Beitrag zur Information über und zur Diskussion um die Themen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus am bayerischen Untermain steht in der Tradition zahlreicher zuvor getätigter Veröffentlichungen zu diesem Thema.
Es soll hier nichts dramatisiert, aber auch nicht in die Rolle jener Politiker, Schulleiter, Lehrer, Eltern … verfallen werden, die wie die drei berühmten Affen Ohren, Augen und Mund zuhalten und nichts sehen und hören (wollen) und daher meinen, nichts sagen zu müssen.
Die Region bayerischer Untermain ist dabei so typisch wie untypisch für eine provinziell strukturierte Region (im Westen Deutschlands). Einerseits werden sich die hier beschriebenen Situationen in zahlreichen anderen Gegenden ähnlich wiederholen; andererseits gibt es wie immer auch regionale Spezialitäten.
Einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit dürfen aber in jedem Fall die Passagen erheben, die über die Beschreibung der regionalen Ereignisse hinausgehen.

Einige Anmerkungen (1)

Für die Jahre 1991 bis 1999 wurden jeweils die Aktivitäten von Rechtsextremen im Kreis Miltenberg, teils auch am gesamten bayerischen Untermain, dokumentiert und in verschiedensten Medien darüber berichtet. (2) Das Wissen um Rechtsextremismus in unserer Region ist also längst keine Geheimsache mehr, auch wenn es Honoratioren geben soll, die noch immer behaupten: „Nicht bei uns!“
Nach längerer Pause soll hier erneut der Versuch gemacht werden, rechtsextreme Aktivitäten zu gewichten und darzustellen. Dabei werden insbesondere die Jahre 2000 bis 2003 beleuchtet, wobei aber auch Ereignisse Eingang finden, die sich Anfang 2004 zugetragen haben und die keinesfalls unberücksichtigt bleiben dürfen, wollen wir uns ein umfassendes Bild machen.
Konkret wurden alle Informationen verwendet, die bis 31. März 2004 vorlagen. [Zwei Informationsquellen haben – trotz mehrfacher Zusage – bis zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Fakten vorgelegt. Es ist daher davon auszugehen, dass die noch vorliegenden Informationen nicht wichtig erschienen – oder eben keine weiteren vorhanden waren.]
Der Begriff des Rechtsextremismus wird hier nicht so eng gefasst wie z.B. im Verfassungsschutzbericht. Um den dumpfen Hintergrund des Rechtsextremismus zu beleuchten, um seine Verankerung im Alltäglichen zu dokumentieren und um das wirkliche Ausmaß zu erfassen, ist es notwendig, über die Betrachtung von Nazi-Parteien und Skinheads hinauszugehen. Unter Rechtsextremismus wird hier also die ganze Palette aufgezeigt, von der knallrechten Partei bis hin zu den Vorurteilen und Lügen in der „Mitte“ der Gesellschaft, jene Vorurteile und Lügen, die stets rechtsextreme Teilaspekte beinhalten, auch wenn sie selbst kein geschlossenes ultrarechtes Weltbild wiedergeben müssen (das die rechten Skinheads übrigens auch selten haben).
Zum verwendeten Quellenmaterial gilt das, was bereits ein Autor von Asyl am Untermain feststellte:
„Dieser Beitrag kann nur einen Überblick liefern über den Rechtsextremismus in der Region Aschaffenburg-Miltenberg, die in der Berliner tageszeitung bereits unter der Überschrift `Im braunen Land´ beschrieben wurde.
Die hier benutzten Informationen stammen aus allgemein zugänglichen Quellen. Denn in der Regel ist es nicht so, dass Rechtsextreme ihre Betätigungen verstecken müssen.
Da wir zwar von rechtsextremen Drohanrufern etc. schon belästigt wurden, jedoch nicht zu entsprechenden Gegenaktionen aufrufen wollen, werden keine Telefonnummern, Adressenangaben oder Arbeitsstätten veröffentlicht. Lediglich die Wohnorte – die längst kein Geheimnis mehr sind (…) – werden aufgeführt.“ (3)

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1 Organisationen

1.1 Nationaldemokratische Partei Deutschlands – NPD

Festzustellen ist, dass mit dem Weggang von Jürgen Schwab (vormals Amorbach) und Klaus Beier (ehemals Kirchzell und Weilbach) zumindest im Bereich des organisierten Rechtsextremismus erhebliche Ruhe eingekehrt ist. Schwab ist seit Jahren einer der Chefideologen der NPD. Er ist Sprecher der Deutschen Akademie (die sich wohl als rechtsextremer Think-Tank versteht), Leiter des Arbeitskreises Volk und Staat beim Parteivorstand der NPD, Burschenschafter und langjähriger Redakteur der NPD-Zeitung Deutsche Stimme. (4) Sein Freund Beier fungiert bereits längere Zeit als Bundes-Pressesprecher eben dieser Partei und wohnt nun offensichtlich in Reichenwalde/Brandenburg (Landkreis Oder-Spree), wo er im Kreistag sitzt (neben einem weiteren NPD-Mitglied); „außerdem sind hier noch die DVU und die Schill-Partei mit je einem Abgeordneten vertreten“. (5) Zudem ist Beier für die Wahl 2004 als Kandidat auf Platz 11 der NPD-Liste zum Europaparlament gesetzt. (6)
Durch ihre diversen Aktivitäten sind Beier und Schwab im Parteiauftrag unterwegs und können ihr Unwesen in der Region bayerischer Untermain nicht mehr fortsetzen. Auch nur annähernd gleichwertige Nachfolger sind nicht in Sicht.
Um 1999 trat kurzfristig Alexander Scheuplein als Vorsitzender de NPD-Kreisverbandes Aschaffenburg-Miltenberg in Erscheinung (7), im darauf folgenden Jahr wurde Jens Hillebrand genannt, der im November 2000 in Miltenberg eine Veranstaltung geleitet haben soll, bei der angeblich Sascha Rossmüller, Bundesvorsitzender der Jungen Nationaldemokraten, und NPD-Präsidiumsmitglied Lennart Aae anwesend gewesen waren. (8)
Sascha Hartmann hingegen wurde erst bekannt, als er aus der NPD ausgetreten war. Denn er stand anschließend 2002 bei den „Republikanern“ auf der Aschaffenburger Stadtratsliste, zog seine Kandidatur dann aber wieder zurück. Begründung: „antideutsche und skinheadfeindliche Äußerungen von Parteichef Schlierer.“ (9)
Für den 13. März 2004 wurde allerdings ein gewisser Siegfried Höhne vom NPD-Kreisverband Aschaffenburg-Miltenberg als Redner bei einer NPD-Kundgebung in Würzburg angekündigt, bei der man – in Umkehrung von Ursache und Wirkung – die alliierten Bombenangriffe als das eigentliche Übel des Weltkrieges anprangerte. (10) Dieser Siegfried Höhne, Beisitzer im Bezirksvorstand der NPD (11), soll laut einer NPD-Pressemitteilung (12) in Laudenbach wohnen, das damit das Laudenbach im Kreis Miltenberg sein müsste.
Wie funktionsunfähig der NPD-Kreisverband Aschaffenburg/Miltenberg derzeit ist, mag auch die Tatsache illustrieren, dass er nicht einmal mehr über eine eigene Postfachanschrift verfügt. Stattdessen war er 2002 über eine Wertheimer Adresse (13) zu erreichen und ist jetzt über die Adresse des Bezirksverbandes Unterfranken erreichbar (14). Auch die ehemalige Internetseite existiert seit 2000 nicht mehr. (15)
Bei Wahlen bleibt die NPD auch am bayerischen Untermain bedeutungslos. Im Wahlkreis Aschaffenburg erreichte sie bei der Bundestagswahl 2002 lediglich 349 Zweitstimmen, das sind 0,2 % (1998: 0,1 %) (16), im Wahlkreis Main-Spessart/Miltenberg waren es 300 WählerInnen, die die NPD unterstützten (0,2 %; 1998: ebenfalls 0,2 %). (17)

1.2 Die Republikaner – REP

Ob der “Stammtisch jeden ersten Montag im Monat um 20 Uhr im `Aschaff-Eck´, AB-Damm“ (18) des REP-Kreisverbandes Aschaffenburg noch besteht oder ob er nur bei einer befreundeten REP-Gruppe seit Ewigkeiten auf der Webseite erwähnt wird, ist nicht bekannt. In jedem Fall dürfen noch immer Monika Ewert (Aschaffenburg), die gelegentlich durch Leserbriefe in Erscheinung tritt (19), und der Vorsitzende Franz Eckel (Laufach/Hain) als Spitzenfunktionäre betrachtet werden.
Ewert war es auch, die der Caritas drohte, nachdem diese eine Sondernummer des Informationsdienstes ASYL AM UNTERMAIN zum Rechtsextremismus (20) herausgebracht hatte. Denn die Caritas sei auf Spenden angewiesen; und die würde sie eher von Rechten erhalten als von Grünen oder Ausländerfreunden. (21)
Im Jahr 2000 zeigten sich die REPs noch reger als heute. Damals traf sich der REP-Beamtenbund in Aschaffenburg und die Partei zeigte sich noch gerne mit Infoständen, z.B. vor der City-Galerie. (22)
Und im Januar 2002 schafften es die Aschaffenburger REPs, mit ihrem Vorsitzenden Schlierer immerhin 50 Personen zu einer Saalveranstaltung zu bewegen. In einem nur als ekelerregend zu bezeichnenden Vergleich behauptete der REP-Chef, seine Partei würde stigmatisiert wie einst die Juden im Dritten Reich. Er sprach gar von einem Pogrom gegen die REPs! (23)
Einen Vertreter senden diese noch in den Kreistag des Landkreises Aschaffenburg. (24) Ansonsten sind sie kommunalpolitisch am bayerischen Untermain nicht mehr vertreten.
Bei der Bundestagswahl 2002 brachen die REPs am bayerischen Untermain deutlich ein. Im Wahlkreis Aschaffenburg holten sie nur noch 1,2 % (1.732 Zweitstimmen), 1,8 % weniger als vier Jahre zuvor. (25) Im Wahlkreis Main-Spessart/Miltenberg waren es 1.488 Zweitstimmen oder 0,9 % (minus 1,9 Prozent gegenüber 1998). Hier hatten sie allerdings einen Direktkandidaten aufgestellt und erhielten für diesen 2.458 Stimmen (1,5 %; d.h. 1,3 Prozent weniger als 1998). (26)
Zu ihrem Abschneiden bei der bayerischen Landtagswahl 2003 schrieb die in Hanau erscheinende nhz: „Meist unerwähnt bleibt, dass die ultrarechten Republikaner mit 2,2 % (1998: 3,6 %) ein leider noch immer beachtliches Ergebnis einfahren konnten; regional hatten sie teils erheblich höhere Prozentpunkte zu verzeichnen, so z.B. 3,5 % in Aschaffenburg-West (3,3 % AB-Ost und 2,5 % MIL), und bleiben damit in Süddeutschland die erfolgreichste Partei der extremen Rechten.“ (27) Dennoch: Eine große Bedeutung für eine rechtsextreme Bewegung geht von den einstigen Hoffnungsträgern des Rechtsextremismus derzeit nicht aus.

1.3 Andere Parteien

1.3.1 Deutsche Liga für Volk und Heimat – DLVH

Die Deutsche Liga für Volk und Heimat ist lange nicht mehr in Erscheinung getreten. Zwar wurde Werner Eichinger (Röllbach) noch im bayerischen Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2000 als Landesvorsitzender der DLVH geführt; diese Gruppe – einst Partei, später politischer Verein – tritt allerdings heute nicht mehr in Erscheinung, obwohl sie noch immer 60 Mitglieder in Bayern haben soll. (28)
Ihre Bedeutung errang sie jahrelang vor allem durch ihre personelle Nähe zur Redaktion der einflussreichen rechtsextremen Zeitschrift Nation & Europa – Deutsche Monatshefte. (29)

1.3.2 Deutsche Volksunion – DVU

Die Deutsche Volksunion (DVU), die ganz auf ihren andauernden Vorsitzenden Dr. Gerhard Frey (30) zugeschnitten ist, trat in unserer Region mit eigenen Aktivitäten nicht in Erscheinung. Bei 13.000 (31) Mitgliedern müssten allerdings auch einige in der hiesigen Gegend leben.
Wichtig ist diese Gruppe vor allem durch die publizistische Tätigkeit ihres Chefs (siehe National-Zeitung).

1.3.3 Bürgerrechtsbewegung Solidarität – BüSo

Die antisemitischen und autoritären Atomkraftbefürworter aus der BüSo (32) sind am bayerischen Untermain nur bei der Bundestagswahl in Erscheinung getreten. Hier erhielten sie 24 Zweitstimmen im Wahlkreis Aschaffenburg (0,0 %) und 20 (0,0 %) im Wahlkreis Main-Spessart/Miltenberg. (33) Weitere Aktivitäten wurden nicht bekannt.

1.3.4 Partei Rechtsstaatliche Offensive – Schill

Auch die Partei des ehemaligen Hamburger Richters Ronald Barnabas Schill trat in unserer Region nur bei der Bundestagswahl in Erscheinung. Das sensationelle Ergebnis ihres ersten Auftretens in Hamburg (über 19 % der Stimmen) wurde nicht einmal annähernd erreicht: 0,3 % im Wahlkreis Aschaffenburg (459 Zweitstimmen) und 0,2 % (356) in Main-Spessart/Miltenberg. (34)

1.4 Widerstand Aschaffenburg

„Freie Kameradschaften“ sind keine Parteien, sondern eine lose Organisationsform von Neo-Nazis, mit der Verbote umgangen und Ermittlungen von Behörden erschwert werden sollen. (35) Gerne schmücken sich diese selbsternannten Kameradschaften mit dem Begriff „Widerstand“.
Als „freie Kameradschaft“ betrachtete sich wohl auch das Projekt „Widerstand Aschaffenburg“, dessen einschlägige Internetseite zwischenzeitlich abgeschaltet ist (aufgrund einer Intervention von Aschaffenburger AntifaschistInnen, die sich ans Bundeskriminalamt wandten). (36)
Vermutlich ist der „Widerstand Aschaffenburg“ identisch mit jenem „Neonazi-Kreis um Falko Schüßler“, den das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz erwähnt und auf ca. 10 Mitglieder schätzt. (37)
Diese Gruppe um den seit vielen Jahren bekannten Falko Schüßler, einst Kader der zwischenzeitlich verbotenen Freiheitlichen deutschen Arbeiterparte (FAP) (38), war für ein paramilitärisches Zeltlager verantwortlich: In Heimbuchenthal führten Rechtsextreme am 27. September 2003 (der Verfassungsschutz gibt den 26. September an) mit 21 jungen Menschen eine „Marsch- und Orientierungsübung“ durch und hatten sich dazu im Jugendzeltplatz eingerichtet. „In uniformähnlicher Kleidung“ sollten Granatenweitwurf und das Schießen „mit einer Präzisionsschleuder“ geübt werden. Diese wurde durch die Polizei beschlagnahmt, ebenso „eine Mütze mit SS-Abzeichen, eine Gotcha-Pistole, ein Rauchwurfkörper, ein Butterfly-Messer und eine geringe Menge Haschisch“, wobei Letzteres angesichts der Anti-Drogen-Hysterie der Neonazis mal wieder etwas überrascht. Vier Verfahren wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Gruppen, Verstoß gegen das Waffen-, Sprengstoff- und Betäubungsmittelgesetz wurden eingeleitet. Der Veranstalter, „ein Mann aus dem Landkreis Aschaffenburg“, hat sich wegen der Bildung bewaffneter Gruppen zu verantworten. Laut Landesamt für Verfassungsschutz waren sowohl Mitglieder der Gruppe um Falko Schüßler als auch von der „Kameradschaft Frankfurt am Main“ anwesend. (39)

2 Jugendlicher Neo-Nazismus und Skinheads

2.1 Zentren in Aschaffenburg und Miltenberg

Bereits im Februar 2001 sah der Naziaussteiger Jörg Fischer „rechte Zentren in Würzburg, Aschaffenburg, Schweinfurt und Miltenberg“ (40), Zentren, in denen versucht werde, von neonazistischer Seite Einfluss auf Jugendliche zu bekommen. Wenig später konnten Fischers Aussagen bei einer Podiumsdiskussion mit ihm in Obernburg präzisiert werden. Im Kreis Miltenberg wurden Mönchberg, Niedernberg und Großwallstadt als Orte mit einer „entsprechenden Szene“ genannt. (41) Dazu gezählt werden muss auch Mömlingen, wo sich eine rechtsextreme „Szene im alten Steinbruch breit machte“ und dort 2001 eine Familienfeier sprengte. (42) Fakt scheint zu sein, dass zu dieser Zeit auch aus dem hessischen Umland Skinheads in den Landkreis Miltenberg kamen, um hier auf Gleichgesinnte zu treffen.
Zudem wurden in „Aschaffenburg, Bessenbach, Mespelbrunn, Mömbris, Mömlingen, Obernburg und Weibersbrunn“ lokale Skinheadgruppen ausgemacht, wobei die Zahl 2001 mit „60 Personen im Raum Aschaffenburg“ angegeben wurde. (43) Für 2003 nennt das Landesamt für Verfassungsschutz nur noch 40 rechtsextreme Skinheads im gleichen Gebiet (44), wobei diese Zahlen erfahrungsgemäß als untere Grenzen angenommen werden dürfen.
Zu dieser Szene dürfte auch der aus dem Altkreis Obernburg stammende Skinhead gehören, der 2001 wegen „Heil Hitler“-Ruf und Führergruß zu einer Bewährungs- und zu 1.500 Euro Geldstrafe verurteilt wurde. „Der Richter gab es ihm amtlich: Der Verurteilte habe ein `einfach gestricktes Weltbild´ und offensichtliche Reifedefizite.“ (45)
Es mag sein, dass ein Vorfall aus Großheubach etwas über den Intellekt dieser Skins aussagen kann: Ein PKW wurde zerkratzt, indem ein Hakenkreuz auf die Motorhaube geritzt wurde – allerdings verkehrt herum gezeichnet. (46)
In Kirchzell sah man sich bereits 2001 genötigt, bei Tanzveranstaltungen „die Kleidung unserer Gäste“ zu überprüfen. „So ist der Eintritt mit Springerstiefeln und ähnlicher einschlägiger Kleidung nicht gestattet“; Grund: wiederholte Schlägereien, ausgelöst durch Personen, die offensichtlich den Skinheads zugerechnet wurden. (47) Vermutlich bestand zumindest damals im Raum Amorbach ebenfalls ein „Nest“ rechtsextremer Skinheads.
Was passieren kann, wenn man solche Vorsichtsmaßnahmen nicht ergreift, zeigt z.B. ein Vorfall aus Mömlingen: dort griffen Skinheads am 1. März 2003 bei einer Veranstaltung in der Kultur- und Sporthalle zwei junge Männer an und zertrümmerten eine Flasche auf dem Kopf des einen; dem anderen schlugen sie ins Gesicht. (48)
Erwähnenswert ist hier auch, dass Skinheads aus dem Raum Miltenberg 2002 vor Gericht standen, da sie in der Gegend um Ochsenfurt eine Gruppe von Punks überfallen hatten. Einer der Angegriffenen trug schwere Verletzungen an den Augen davon.
Auch in Miltenberg selbst wurde mindestens ein Jugendlicher, der als Punk erkennbar war, im gleichen Jahr von einer „Glatze“ angegriffen und verletzt. (49) Und in Hausen schlugen fünf bis sechs Skinheads in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai 2002 einen 18jährigen Röllbacher zusammen, der erhebliche Verletzungen davontrug. (50)
Die erwähnten Gewalttaten von Skinheads mögen hier auch als Beispiele für alle jene Fälle stehen, in denen solche Gewaltexzesse nicht bekannt werden. Denn Gewalt ist eines der grundlegenden Wesensmerkmale im einfach gestrickten Weltbild der rechtsextremen Skinhead-Bewegung.

2.2 Skinhead-Musik

„Auch hier gibt´s Rechtsextremismus, der unter Jugendlichen vor allem über Musik und Jugendkultur transportiert wird.“ Dies stellte Helmut Platz von der Kommunalen Jugendarbeit im Kreis Miltenberg schon 2001 fest. (51) Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei bereits ein Skindheadkonzert in Bessenbach verhindert (August 2000). (52) Und an der Bedeutung der Musik für Neo-Nazis hat sich nichts geändert. Dies beweist ein Vorfall aus Amorbach, der im Mai 2003 bekannt wurde. Das Amtsgericht Miltenberg veruteilte einen jungen Mann aus der Ofenwaldstadt zu 30 Stunden gemeinnütziger Arbeit, da dieser CDs von Gruppen wie Macht und Ehre, Landser, Die Härte oder Störkraft an Minderjährige verbreitet hatte. Zitat aus einem der verbreiteten Texte bezüglich Ausländer und Juden: „Er ist kein Mensch, er ist ein Aff´, drum mach ich einfach `baff´.“ (53)
Weiterhin feierten 250 bis 300 Skinheads am 21. Juni 2003 mit den knallrechten Skinbands Oidoxie, Propaganda und Blauer Max auf einem Waldgrundstück in Mömlingen, nachdem das Konzert in Rodgau-Dudenhofen abgesagt worden war. (54) Es soll sich dabei um eine Veranstaltung von „White Unity (ehemals `Blood an Honour Sektion Unterfranken´)“ gehandelt haben. (55) Und weil das Ganze so reibungslos klappte, kamen sie im Herbst wieder nach Mömlingen. 70 bis 100 Skinheads aus ganz Deutschland trafen sich am 27. September 2003 zu einer angeblich privaten Feier, die nicht angemeldet war und bei der die Polizei wegen Ruhestörung das Stromaggregat sowie indizierte Tonträger beschlagnahmte. (56) Die Skins sollen anschließend in einer Kneipe in Eisenbach gesehen worden sein. (57)

2.3 Hitlerverehrung

Am gleichen Tag kam es bei einer Musikveranstaltung in Niedernberg zu körperlichen Auseinandersetzungen, „an denen mindestens drei Neonazis beteiligt“ waren. (58)
Vermutlich jüngere Neonazis bzw. Skinheads waren es wohl auch, die im Wald bei Großheubach (unterhalb Kloster Engelberg, Richtung Miltenberg) so etwas wie eine Nazi-Gedenkstätte einrichteten. An einen Baum klebten sie Fotos von Adolf Hitler und einer weiteren Person, vermutlich Reinhard Heydrich, dazu ritzten sie die Initialen HH (für Heil Hitler) in den Baustamm sowie ein vierfach geteiltes Quadrat, das in diesem Zusammenhang für eine Abänderung des Hakenkreuzes gehalten werden darf. (59)

2.4 Skinhead-Laden

In Mespelbrunn „befindet sich seit Anfang 2003 der von Oliver Weilhammer geführte `Last Resort Store´ (…), in dem die komplette Szenebekleidung für Naziskinheads angeboten wird. (…) Auch die in diesem Laden erhältliche Auswahl an rechtsextremer Musik tut das ihre, Jugendliche an rechtsextremes Gedankengut heranzuführen und für weitere Kontakte zur Szene aufgeschlossen zu machen.“ (60)

3 Leserbriefe, Zeitungen: Veröffentlichte Meinung

Nicht jeder Mensch, der einen dummen Leserbrief schreibt, ist auch gleich ein Rechtsextremist. Allerdings zeigen sich häufig auch bei Autorinnen und Autoren, die sich selbst niemals der extrem rechten Ecke zurechnen würden, Meinungen, die wir als wesentliche Aussagen auch im Rechtsextremismus finden. Durch solche Leserbriefe werden selbstverständlich die Ideen von rechts außen hoffähig gemacht.
Und dann gibt es auch noch jene Rechtsextreme, die den Leserbrief als sehr gutes Mittel entdeckt haben, um ihre Ideologie zu verbreiten.
Längst nicht alle in Frage kommenden Lesermeinungen aus den Zeitungen am bayerischen Untermain konnten ausgewertet werden. So mögen die nachfolgend erwähnten Leserbriefe als Beispiele für zahlreiche andere stehen.
Allerdings sind es – wie wir am Beispiel von Prima Sonntag zeigen müssen – längst nicht nur die Leser/innen, die Übles von sich geben.

3.1 Geschichte entsorgen

3.1.1 Deutschland, eine Opfernation

„Wir hoffen fest, dass die Benesch-Dekrete aufgehoben werden.“ Diesen Wunsch äußerte 2001 ein Leserbriefschreiber aus Großostheim. Ein anderer – aus Schöllkrippen – spricht davon, die Deutschen hätten „Schuldgefühle selbstquälerisch verinnerlicht“. Wieder ein anderer fordert „Entschädigungszahlung für meinen Vater“, der in Russland als Kriegsgefangener arbeiten musste. In bester Verdrehung von Ursache und Wirkung wird hier argumentiert und Deutschland zu den Opfernationen gerechnet.
Der letztgenannte Leserbriefschreiber aus Aschaffenburg soll hier nochmals zitiert werden: Sein Großvater hätte „Russen, Ukrainer, Polen und Franzosen“ auf seinem Hof beschäftigt. „Wie ich aus Erinnerungen weiß, ging es diesen Menschen im Hause meiner Mutter gut, sie haben gerne geholfen.“ Also: Zwangsarbeiter haben gerne geholfen, ihnen ging es gut. Daran stimmt nur, dass es ihnen besser ging als in einem Konzentrationslager. Dennoch: Zwangsarbeit ist Zwang und Unrecht. – Die Leserbriefaussage ist späte Verhöhnung der Opfer, ist fehlende Sensibilität und Menschlichkeit.

3.1.2 KZs von den Engländern

Ein erfolgreicher Miltenberger Unternehmer wandte sich 2001 gegen eine Verurteilung der deutschen Wirtschaft in Bezug auf die verzögerten Entschädigungszahlungen für Zwangsarbeiter, während in der gleichen Zeitungsausgabe ein Goldbacher schlicht und ergreifend feststellte, der „Name Konzentrationslager stammt von den Engländern, die diese Form der Vernichtung von Menschen auch das erste Mal praktizierten“. Und zwar im Kampf gegen die Buren in Südafrika. Also: Die Engländer erfanden Zyklon B als Massenvernichtungsmittel, die Royal Air Force machte Menschenversuche und die Queen ordnete die industrielle Vernichtung der Buren an? – Eine erschütternde Geschichtsentsorgung, die sich hier in Leserbriefen Bahn bricht.

3.1.3 Der ewige Jude

In eine ähnliche Ecke zielt der Brief eines Großwallstädters. Er will wissen, dass Schluss sein sollte mit finanziellen Forderungen des israelischen Staates. Denn „dass es heute längst nicht mehr um die Sache geht, sondern einzig und alleine um den Geldfluss“, der nicht abbrechen soll, das ist ihm klar. Da feiert es fröhliche Auferstehung, das Gespenst des raffenden Juden, das 1945 leider nicht mit dem Hitlerfaschismus untergegangen ist, sondern über 50 Jahre später noch immer fröhlich wiederkehrt.

3.1.4 Der Fürst und die Jagd

Eine ganz interessante Art der Geschichtsumdeutung wird in folgendem Fall dokumentiert: „Fürst Alois Konstantin zu Löwenstein liebt die Jagd. Er hält sie tatsächlich für einen `Urtrieb und das Urrecht´ des Menschen, das er mit der Änderung des Jagdgesetzes doch tatsächlich gefährdet sieht. Daher schwing er sich anlässlich einer Hubertusfeier zu vollmundigen Tönen auf: Die SPD sei `alt-marxistisch´, die Grünen `neofaschistisch´. Ist die Titulierung der SPD angesichts deren teils neo-liberaler Politik lediglich ein dummer Witz, so wird es bei der Bezeichnung der Grünen unerträglich. Wer die – zugegeben kritikwürdige – Politik der einstigen Öko-Pax-Partei als `neofaschistisch´ bezeichnet, der betreibt nichts anderes als Geschichtsumdeutung nach Art wirklicher Neo-Nazis. Ob er dies nun explizit will oder nicht.
Denn mit der Titulierung grüner Politik als faschistisch wird der wirkliche Faschismus unerträglich verharmlost, werden seine Opfer beleidigt. Das – und nicht irgendwelche noch nicht einmal beschlossene Änderungen an einem Gesetz – ist der wirkliche Skandal.“
Angesichts dessen ist es eher unter „Schrulligkeiten“ abzulegen, wenn einige Zeitgenossen meinen, durch Auffüllung fremder Briefkästen mit geschichtsverzerrendem Inhalt ihre Mitbürger beeinflussen zu können.

3.1.5 Schlesien bleibt unser …

Erwähnt werden müssen an dieser Stelle auch die diversen Gruppen der so genannten Vertriebenen, die in einer kaum zu erfassenden Fülle von Artikeln und Notizen ihr Verbandsleben darstellen und ihre Forderungen erheben. Und diese Forderungen laufen stets darauf hinaus, das Ergebnis des von Deutschland verschuldeten zweiten Weltkrieges nicht hinnehmen zu wollen. Politiker von CSU und SPD sekundieren dabei den diversen Vertriebenenfunktionären, wenn diese z.B. die tschechischen Benesch-Dekrete einstampfen wollen bzw. „eine nicht nur symbolische“ (also finanzielle) Wiedergutmachung einklagen.
Leider melden sich kaum Geflohene bzw. Vertriebene, die eine eindeutige, den historischen Fakten entsprechende Position einnehmen, zu Wort. Daher sei ein Leserbrief aus dem Jahr 1999 zitiert:
„Wir haben den Zweiten Weltkrieg vor 54 Jahren verloren (und sechs Jahre zuvor auch begonnen; Anm. d. Verf.); damit verloren auch meine Eltern ihren Hof in Schlesien. Doch sie erhielten hier Unterstützung, nicht riesig, doch genug für einen Neuanfang. Eine Rückkehr nach Schlesien mit neuen `Vertreibungen´, Forderungen und neuem Gezänk kam für sie, wie für die Mehrzahl der Vertriebenen, überhaupt nicht in Frage.
Wenn alte Sturköpfe dies nicht einsehen wollen – naja, doch wenn deren Nachkommen aus egoistischen, materiellen Motiven die Atmosphäre in Europa vergiften, gehören sie wenigsten geistig isoliert.“

3.2 Autoritärer Staat

„In einem Mordfall drohte die Polizei in Frankfurt einem Tatverdächtigen Folter an. Der Staatsanwalt ermittelte gegen den Vize-Polizeipräsidenten, der die Folterandrohung ausgesprochen hatte. Dieser betonte, es wäre nicht nur bei der Drohung geblieben, wäre dies nötig gewesen. Daraufhin erklärt sich der Volkszorn solidarisch und der Stammtisch meldet sich zu Wort: Die `Mehrheit akzeptiert Androhung von Folter in Verhören´ (Main-Echo, 27.02.02), Leserbriefe zeigten absolutes Verständnis für die Folterabsicht, sogar ein Kriminalbeamter wandte sich leserbriefschreibend an die Öffentlichkeit und betonte, er sei froh, `dass es Kriminalbeamte gibt, die noch nicht zum reinen Paragrafenreiter verkommen sind´ (Main-Echo, 28.02.02).“
Die brutale Ermordung eines Kindes lässt immer die emotionalen Wogen höher schlagen. Dies ist verständlich. Nicht tolerabel ist es allerdings, wenn – wie beschrieben – die Folterabsicht eines hohen Polizeibeamten gegenüber dem Täter öffentlich verteidigt wird. Und diese Verteidigung ging weiter, so z.B. in zwei Leserbriefen aus Kahl und Eichenbühl Anfang März 2004 im Main-Echo, wo behauptet wird, das vermeintliche „Wohlbefinden eines Mörders“ (Leserbrief 1) bzw. das „Wohlbefinden von Verbrechern“ (Leserbrief 2) ginge über die Not eines Kindes.
Folter wird wieder denkbar. Damit wird der Damm gebrochen für noch mehr an autoritärem und repressivem Staat.

3.3 Antisemitismus

Laut selbst veröffentlichten Mediadaten hat das Anzeigenblatt Prima Sonntag (PS) eine Auflage von 119.150 Exemplaren, die jeden Sonntag am bayerischen Untermain ungefragt in die unschuldigen Briefkästen gesteckt werden. Damit ist PS das größte Druckmedium dieser Region. Rund 4/5 des Blattes bestehen aus Webung, Kleinanzeigen oder Beiträgen, die mit der ganz klein gedruckten Anmerkung „Anzeige“ als solche kenntlich gemacht sind, ansonsten aber wie redaktionelle Artikel aussehen.
Umrahmt von z.B. einem Foto einer vollbusigen Schönen (direkt über einer FKK-Club-Werbung), dem Kinderbild der Woche (gesponsert von einem Baby-Ausstatter), BILD-ähnlichen Überschriften, einer ständigen Kolumne (wenn man es so nennen will) des CSU-Landtagsabgeordneten Berthold Rüth und wenig Journalismus hat PS schon so manchen Hammer unter die Bevölkerung geschleudert. „Im Ranking ganz vorne liegt nach wie vor `Stempeln – ja, Arbeiten – nein´ mit den Zitaten `Unsere Steuergelder werden für Faulenzer und Drückeberger ausgegeben´ sowie `Sozialtreff Arbeitsamt – Beim gemütlichen Plausch lassen die Arbeitslosen es sich gut gehen´ aus dem März 1995. Sehr genial war auch die Titelstory `Rinderwahnsinn in Hösbach!´“
Am 8. Februar 2004 erlaubte sich das im Boulevardstil gemachte Blättchen das wohl bisher dickste Ei. Unter der Überschrift „Glaubens-Wirrwarr!“ wurden die angeblich „wahrscheinlich geheimsten Gebetsstätten der Region“ gebracht. Dass diese sakralen Einrichtungen alle Adressen und wohl auch Telefonanschlüsse haben, also alles andere als geheim sind, störte PS nicht.
Die PS-Titelseite schmückte das Bild einer orientalischen Moschee, die in ihrer bedrohlichen Größe das dahinter klein abgebildete Aschaffenburger Schloss deutlich überragte. So wird Bedrohung visualisiert.
Zwar übersehen die PS-Schreiber ganz einfach, dass es als kleinere Religionsgemeinschaften auch Freikirchliche Gemeinden, Baptisten, Adventisten und die Neuapostolische Kirche am bayerischen Untermain gibt (denn diese werden nicht erwähnt); dafür werfen sie Buddhisten, Juden und Muslime mit Scientologen und Universellem Leben in einen großen Topf und setzen somit Weltreligionen und obskure Vereinigungen journalistisch gleich. Zudem ist kaum anzunehmen, dass sich die Zahl der Buddhisten in Aschaffenburg auf sechs beschränkt, wie PS mittels knallharter Recherche (oder dem, was dort dafür gehalten wird) erfahren haben will.
Ein besonderer Service für Neo-Nazis: PS veröffentlicht die Anschriften von muslimischen Gebetsstätten im Raum Aschaffenburg-Miltenberg. Na, dann kann es ja losgehen!
Schließlich wird von Janina Büdel und Thorsten Jung, die sich spätestens mit diesem Beitrag aus den Reihen der ernsthaften Journalisten verabschiedet haben, festgehalten, die Aschaffenburger Stiftskirche sei „von sechs Moscheen und zahlreichen weiteren Gebetsstätten umzingelt“. PS hätte „eine ganze Menge versteckter Glaubensgemeinschaften und Gebetsstätten ausfindig machen können“. Höhepunkt: Die Tatsache, dass einige jüdische Familien in Aschaffenburg sich zu einer Gruppe zusammenschließen wollen (für eine Gemeinde reicht die Anzahl der Beteiligten noch nicht einmal) wird mit „Juden erobern Aschaffenburg“ betitelt.
Umzingelt, versteckt, erobern – wen das nun, wie den verdienten Miltenberger Lokalhistoriker Wilhelm Otto Keller, an Nazi-Propaganda erinnert, der ist wenigstens noch sensibel.
So sensibel wie die Kommunale Initiative Aschaffenburg, die sich an den Deutschen Presserat wandte, der sich allerdings für Anzeigenzeitungen nicht zuständig fühlt, trotzdem aber seine Missbilligung ausdrückte.
So sensibel auch wie zahlreiche Leserbriefschreiber/innen und seriöse Journalisten, die sich entschieden gegen diesen Beitrag wandten.
Der Verein Wolfsthalplatz – er betreibt das jüdische Dokumentationszentrum in Aschaffenburg – erstattete Strafanzeige wegen Volksverhetzung: „Der Vorsitzende des Vereins, Dr. Josef Pechtl, weist darauf hin, die Formulierung der Eroberung einer sozialen Institution wie der Stadt Aschaffenburg greife die konstruierte Hasstirade des zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschienenen Buchs `Die Weisen von Zion´ auf (Anm. d. Verf.: gemeint sind „Die Protokolle der Weisen von Zion“ ). Diesem gefälschten Machwerk zufolge versuche das Judentum, mit infamen Praktiken Institutionen zu infiltrieren und über sie die Herrschaft zu übernehmen. Das Pamphlet wurde zu einem zentralen Propagandainstrument des Antisemitismus. Die auf den Massenmord an den Juden ausgerichtete Politik des nationalsozialistischen Deutschland hat die angebliche Zersetzung und Unterwanderung dazu benutzt, den Hass auf die jüdischen Bürger in Deutschland und in den eroberten Staaten zu schüren und die Ermordung von Millionen Menschen als `Notwehr´ hinzustellen. Ein Schriftmedium in der Bundesrepublik könne sich heute wohl kaum auf einen Grad von Unwissenheit berufen, der zu einer naiven Verwendung des Eroberungs-Klischees nötig wäre.“
Der gefährliche Schwachsinn, den PS im Februar 2004 abgelassen hat, übersteigt in seiner Gefährlichkeit (weil massenhaft auf dumpfe Vorurteile zielend) alle Veröffentlichungen von Neonazis in unserer Region. Jede Firma, die heute in PS wirbt, muss dies wissen.

3.4 Rassismus

3.4.1 Ausländer: dumm

Ausländische Schüler brauchen keine besondere Förderung. Stattdessen sei festzustellen, dass „die `jungen Migranten´ einfach zu dumm oder zu faul sind“, weil sie sich sowieso nur für Klamotten, Autos und „tumben Technokrach“ interessieren; das will zumindest ein Leserbriefschreiber aus Obernburg wissen. So eine Aussage nennt man andernorts rassistisch.
Der Leserbriefschreiber fährt fort: „Jeder deutsche oder ausländische Jugendliche hat in unserem System die Möglichkeit, das zu lernen, was er möchte, wenn er denn möchte!“ Und so was nennt man unter rational denkenden Menschen wie? Ganz einfach: Lüge.

3.4.2 „Sintis, Bimbos, Bullshit“

Einige besonders gut dokumentierter Fälle von schier paranoidem Rassismus aus dem Jahr 2000 sollen hier ausführlicher gewürdigt werden. Sie dürfen als Beispielfälle für das Denken in so manchen Köpfen angesehen werden. Wir zitieren dazu aus dem zwischenzeitlich eingestellten Informationsdienst ASYL AM UNTERMAIN:
„Leserbrief können wir das eigentlich nicht nennen, was da am 29. Februar 2000 im Postfach der Miltenberger Caritas lag. Vielmehr ist diese Postkarte der Beweis, dass der durchschnittliche Rassist auch mit rund 80 Worten kein einziges Argument bringen mag, dafür Unterstellungen und vor allem hasserfüllte Beleidigungen.
Als Dokument von entlarvender Art soll diese Postkarte hier komplett abgedruckt werden. Da wir den angeblichen Verfasser `R. Müller´ aus Aschaffenburg (es dürfte sich um einen willkürlich gewählten Tarnnamen handeln) nicht erreichen können, müssen wir ihm (oder ihr) auf diesem Weg antworten (was wir mit den kursiv gesetzten Anmerkungen auch tun). (… Text der Postkarte mit Kommentaren:)
Kriech den Kanaken in den H… dann wirst (darfst) Du ruhig überwintern. Kanaken raus – überall! Wir wollen keinen Schweinestall!
Nun, diese Blüte deutscher Hochlyrik spricht für sich und braucht hier nicht kommentiert zu werden. Daher weiter im Text:
Falls Ihr Himmelskomiker für Eueren `bullshit´ nicht gut bezahlt würdet, würdet Ihr die Leute nicht mit solchem Mist ärgern.
Diese Annahme ist grundfalsch. Wir ärgern Rassisten sogar dann, wenn wir nichts dafür bezahlt bekommen, denn dies ist keine Frage der Bezahlung, sondern des Anstandes. Herr/Frau `R. Müller´ schreibt weiter:
Wenn ich so herumludern würde, wie die `armen´ Sintis, Bimbos, und das ganze andere Gesocks, dann wäre ich auch `arm´.
Den Begriff `herumludern´ gibt es zwar nicht, wir haben aber dennoch begriffen: Der Autor der obigen Zeilen unterstellt wieder einmal den `Sintis, Bimbos´, sie würden nicht arbeiten und dennoch gut leben. Ein bekannter rassistischer Reflex: Den anderen wird angedichtet, sie hätten das, was man selbst sich versagen muss (Zeit zum Leben statt zum Schuften, wirkliche Ausgelassenheit, Lebensfreude …); statt am eigenen Leben etwas zu ändern, wird Hass auf diejenigen geschürt, die an das eigene unbefriedigende Leben erinnern. – Doch kommen wir zum Schluss:
Sie glauben wohl, es ist ein gottgefälliges Verhalten ein faules `Schw…´ zu sein. Der Herr wird Euch Heuchler strafen!
Dieser Meilenstein an theologischer Tiefsinnigkeit bleibt hier unkommentiert. (…)“
In einem weiteren Beitrag im gleichen ASYL AM UNTERMAIN heißt es:
“In einem Leserbrief der Caritasverbände Aschaffenburg und Miltenberg im Main-Echo wandten sich diese gegen die erneute Forderung der CDU/CSU zur Abschaffung des Asylrechtes. (…) Als (…) Reaktion auf den Leserbrief gab es einen Anruf, in dem suggeriert wurde, dass die Juden Drahtzieher der angeblichen Überfremdung Deutschlands sind.
Außerdem ging ein anonymes handschriftliches Schreiben im Umfang von acht Seiten ein, in dem das unsägliche rassistische Gedicht vom `Herr Asylbetrüger´ nochmals aufgewärmt wird. Weiter heißt es dort, die `Schmarotzer´ (= Ausländer) lebten `wie die Maden im Speck´ (die übliche rassistische Methode, Menschen als unangenehme Tiere herabzuwürdigen). Die Ausländer kamen angeblich `nicht um zu arbeiten o nein sie kamen um dieses Land auszubeuten und auszurauben´. Und die ach so schlimmen `Kurten und Türken´ würden sich `sogar 15jährige Mädchen … zum Kinder machen´ aus der Heimat hierher holen. Eine besondere Perfidie wird den Türken unterstellt: `In Aschaffenburg besteht schon ein türkisches Geschäft dort kaufen sie ein bis spät am Abend sie haben ja Narrenfreiheit in unserem Land´ und schädigten damit die deutsche Wirtschaft, denn `unsere Türken kaufen ja nichts in unseren Geschäften nur bei Schlussverkauf´ (wie unerhört!). `86 Prozent der Straftaten werden von Ausländern begangen´ wird behauptet (das hat selbst die NPD bisher nicht unterstellt); ein Türke hätte drei deutsche Mädchen vergewaltigt und nur `eine kleine Geldstrafe bekommen´. Schließlich wird auch noch die Caritas beleidigt und anschließend verkündet: `Wir haben anständige junge Menschen sie werden mundtot gemacht´; gleichzeitig haben laut des anonymen Briefes diese jungen Mundtoten zu Haider eine Meinung abgegeben: `Österreich immer so weiter´. Klar, welche Jugendlichen da gemeint sind.
Insgesamt: Ein unsägliches rassistisches Machwerk, das nichts über die tatsächlichen Gegebenheiten, aber viel über den Geisteszustand des Autoren aussagt!“

3.4.3 „Bürger entsetzt“

Hier muss auf Prima Sonntag zurückgekommen werden. In der Ausgabe vom 8. Dezember 2002 wollte sich die Redaktion zu allem Überfluss mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigen. Dazu Marco Geis vom Verein Denken hilft e.V.: „Der Titel dieses Artikels lautete `Plaumheimer Bürger entsetzt: 75 Asylanten sollen hier bald unterkommen!´ Dieser Artikel zeichnete sich unserer Meinung nach durch gröbsten Populismus, Respektlosigkeit und Intoleranz gegenüber anderen ethnischen Gruppen aus, indem er zur Verfestigung gängiger irrationaler Vorurteile beitrug und damit die Minderheit der Asylbewerber auf gröbste Weise denunzierte. Journalistisches Verantwortungsbewusstsein scheint dem verantwortlichen Redakteur bzw. der Redaktion fremd zu sein. Dieser Artikel war praktisch auch die Geburtstunde unseres Vereins: Zwei der jetzigen Mitglieder verfassten einen Leserbrief, der die Prima-Sonntag zu einer Stellungnahme aufforderte. Der Brief erreichte die Redaktion der Aschaffenburger Sonntags-Zeitung zusammen mit weiteren 168 Unterschriften emanzipierter Leser, welche den verfassten Kommentar sowie dessen Forderungen unterstützten. Bis zum heutigen Tag aber fühlte sich Prima-Sonntag bzw. der verantwortliche Redakteur, trotz mehrmaligen schriftlichen Nachfragens nicht genötigt, in irgendeiner Weise zu reagieren. Auch ein Brief des Vereins, verschickt am 15.01.2003, blieb bisher unbeantwortet. Die Zeitung Prima-Sonntag hält es somit bis heute scheinbar nicht für nötig, zu der berechtigten Kritik Stellung zu nehmen – weder öffentlich noch durch direkten Kontakt mit uns.“

3.5 Militarismus

Nicht erst bei den diversen Aktionen von Rechtsextremisten gegen die Ausstellung „Vernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht 1941 – 1944“ zeigte sich, dass der Militarismus noch immer eine bedeutende Rolle im rechten Weltbild spielt. Am bayerischen Untermain offenbart sich dies insbesondere in den diversen Zeitschriften, die der einschlägige Handel bereithält.
Auf begeisterte rechte Zustimmung stößt dabei sicherlich die Deutsche Militärzeitschrift, gegründet von einem ehemaligen Geschäftsführer des „Nationaleuropäischen Jugendwerkes“. In dieser DMZ werden Bereiche wie Militärhistorie, Krieg, Gefangenschaft, aber auch Flucht und Vertreibung, Soldatenportraits und auch mal „abstruse Verschwörungsthemen wie `’Flugscheiben’ im Dritten Reich´ behandelt“. Ausdrücklich legt die DMZ Wert auf „Widerspruch zum `Zeitgeist´ – bis hin zur Revision offizieller Geschichtsschreibung (…)“, wie ein Autor der ultrarechten Jungen Freiheit lobend feststellte.
Die Autoren der DMZ sind zu einem guten Teil Mitglieder rechter Vereinigungen und Schreiber diverser rechter Blätter. „Trotz der extrem rechten Positionierung der DMZ“ stehen ihr immer wieder auch bürgerliche Politiker und Publizisten für Interviews zur Verfügung. So Steffen Heitmann, Jörg Schönbohm, Erika Steinbach, Martin Hohmann.
Diese DMZ ist gleich im Dutzend z.B. im Bahnhofsbuchhandel in Aschaffenburg erhältlich, hübsch eingereiht neben Blättern wie Waffenarsenal oder Militär & Geschichte. Letzteres aus dem Pabel-Moewig Verlag (Bauer-Gruppe) bieten sehr erbaulichen Stoff für alle Arten rechter Militaristen. Titelgeschichten wie „Monte Cassino 1944“, „Waffen-SS – Der Orden unter dem Totenkopf“ oder „Blitzkrieg – Der Polenfeldzug 1939“ erbauen sicherlich noch jedes rechtsextreme Herz.
Der Gipfel aber ist erreicht, wenn wir uns zurückversetzen dürfen: „Frühjahr 1945 – US-Offensive gegen den `Kleinen Westwall´ – Das opferreiche Ringen um Aschaffenburg“; so was bietet natürlich nur Band 2.266 aus der Heftreihe Der Landser – Erlebnisberichte zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Mit geschätzten je 60.000 Exemplaren Auflage erscheinen monatlich sieben verschiedene Hefte dieser Groschenheftreihe, die ebenfalls Pabel-Moewig verlegt. Seit 1957, als der ehemalige Jagdflieger Bertold K. Jochim („25 Abschüsse“, wie stolz berichtet wird) den Landser gründete, sind es vor allem auch Neonazis, die die Auflage hoch halten.
„Plumpe Soldatenromantik“ nennt der Journalist Tobias Kaufmann den Landser-Inhalt. Und sogar der Stab für Öffentlichkeitsarbeit bei der Bundeswehr will nichts von den Heften wissen: „Den Landser für die Bundeswehr? Gott bewahre! Für uns sind diese Hefte zutiefst militaristisch – und das ist nicht die Art Bildung, die wir unseren Soldaten vermitteln wollen.“ Stattdessen findet man immer wieder bei Hausdurchsuchen in Neonazi-Wohnungen Landser-Hefte. Ein NPD-Kreisvorsitzender: „Mir geht es darum, dass das Tatsachenberichte sind und nicht Lügen, wie bei der Wehrmachtsausstellung.“
Ach ja, das Heft 2.266 mit dem Titel „Die Festung am Main“ erzählt „vom erbitterten Kampf und dem Sterben der tapferen Verteidiger Aschaffenburgs gegen einen an Material und Soldaten weit überlegenen Gegner und dem Leid der Bewohner“. Und nicht etwa von einem nazistischen „Festungskommandanten“, einem durch eigene „Kameraden“ ermordeten Wehrmachtssoldaten (er wurde – noch dazu völlig neben der Realität – als Fahnenflüchtiger in der Herstallgasse erhängt), einer sinnlosen Verlängerung des Krieges, die schließlich die Befreiung des KZ Dachau um zwei Wochen verzögerte.
Wie viele militaristische Zeitschriften und Landser-Hefte Monat für Monat am bayerischen Untermain verbreitet werden, lässt sich nur vermuten. Die Zahl könnte vierstellig sein.

3.6 National-Zeitung etc.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass es am Untermain selbstverständlich auch diverse eindeutig rechtsextreme Publikationen zu kaufen gibt. Bei einer Auflage von 44.000 ist die National-Zeitung des rechtsextremen Devotionalienhändlers Dr. Gerhard Frey (er vertreibt erfolgreich auch Gedenkmünzen und -bücher mit neo-nazistischer Prägung) rein statistisch mit rund 200 Exemplaren am bayrischen Untermain vertreten.
Das ultrarechte Blatt für den gehobenen Geschmack – die Junge Freiheit – gibt die verkaufte Auflage selbst mit 32.000 an; das wären dann rund 145 Stück in unserer Region.

4 Exkurs: Staat und Politik

4.1 „Durchrasste Gesellschaft“

Oft wurde darauf hingewiesen, wie staatliche Maßnahmen und Bekundungen anerkannter Politiker den Rechtsextremismus befördern, indem sie seine Aussagen bestätigen. Dies kann auch am bayerischen Untermain gelegentlich sehr gut beobachtet werden. Etwa, wenn Norbert Geis (CSU) den Begriff „durchrasste Gesellschaft“ – einst geprägt von Parteichef Edmund Stoiber – öffentlich verteidigt. So geschehen 2002 in der Sendung „Vorsicht Friedmann“, was Christian Schauer, den Vorsitzenden der Deutsch-Ausländischen Gesellschaft Alzenau (DAGA) zu der Bemerkung veranlasste, man könne nicht die NPD verbieten wollen und weitgehend deren Parolen imitieren.

4.2 Flüchtlingsalltag

Dass im gleichen Jahr zwei abgelehnte Asylbewerber afrikanischer Herkunft aus Aschaffenburg ins „Ausreisezentrum“ Fürth geschafft und dort abgeschoben wurden, ist dagegen wohl eine Randnotiz, die nur Insidern berichtenswert erscheint. Dem Aschaffenburger Flüchtlingsberater Burkhard Oberle etwa: Er spricht davon, dass mit diesen „Ausreisenzentrum“ genannten Abschiebeeinrichtungen eine „Drohkulisse gegen abgelehnte Asylbewerber“ aufgebaut wird und Flüchtlinge in die Illegalität gedrängt werden.
Selbstverständlich gehen die Abschiebungen vom Untermain in diverse eher weniger demokratische Staaten weiter. So erwischte es im März 2004 den aus Togo geflohenen Galo Kossi. Er wurde – obwohl er seit zehn Jahren in Deutschland lebt und mit einer Deutschen verlobt ist – in Aschaffenburg in Abschiebehaft genommen und zurückgebracht in das Land, das noch immer von dem Präsidenten regiert wird, vor dem Galo Kossi einst floh.
Hier ist auch zu erwähnen, dass bereits 2002 in Alzenau „42 Illegale aufgegriffen“ wurden, wie das Main-Echo berichtete. Der Online-Informationsdienst ASYL AM UNTERMAIN der Caritas stellte dazu fest: „Haben diese Menschen keine Lebenserlaubnis und sind daher illegal? Wurden sie widerrechtlich geboren? (…) Ein Mensch kann gut oder böse, groß oder klein, blond oder schwarzhaarig sein, aber niemals illegal. Lediglich die Umstände der staatlichen Abschottung gegenüber Zuwanderern machen ihn zu einer Person ohne Aufenthaltsrecht. Und im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch wird so ein Mensch dann ganz einfach illegal.“

4.3 Zwei tote Frauen

Noch katastrophaler wird es allerdings, wenn sich die Auswirkungen unseres Asyl- und Ausländerrechtes in ihrer ganzen Dimension zeigen. Ein Beispiel aus Alzenau im Jahr 2001: „Vermutlich aus Angst vor einer drohenden Ausweisung hat ein 26jähriger lediger Türke (…) versucht sich das Leben zu nehmen“ und übergoss sich mit Benzin, das er anzündete. Er hatte eine Anzeige wegen Körperverletzung erhalten und ihm drohte – nach vorangegangener Haft wegen gleicher Delikte – die Ausweisung, eine Bestrafungsart, die offensichtlich über eine Haftstrafe weit hinausgeht und von der kein Deutscher betroffen sein kann.
Blieb es hier noch beim Versuch, so tötete sich Nguyen Thi Nga, eine in Mespelbrunn lebende vietnamesische Asylbewerberin, am 19. Juli 2001 tatsächlich. Sie sprang aus dem Fenster ihres Zimmers, als Polizeibeamte sie ohne Vorwarnung abholen und zur Abschiebung nach Vietnam bringen wollten. „Ca. 50 Menschen demonstrierten nach der Selbsttötung von Nguyen Thi Nga. Mit Transparenten wie `Stoppt die unmenschliche Behandlung des Landratsamtes Aschaffenburg´ zogen sie durch die Innenstadt“ dieser Ortschaft.
Anders lag der Fall bei Marame Wegener. Die in Aschaffenburg lebende gebürtige Senegalesin kam mit ihrem getrennt lebenden deutschen Mann über das Sorgerecht für das gemeinsame Kind in Streit. Als der Noch-Ehemann am 14. Juli 2001 die Polizei alarmierte, griff Marame Wegener zum Küchenmesser, ein Polizeibeamter zog die Waffe und schoss auf die Frau, nachdem sie auf Zuruf nicht reagiert hatte. Marame Wegener starb an dieser Schussverletzung.
Die Polizeigewerkschaft betonte daraufhin, dass hier keine rassistisch motivierte Tat vorgelegen hätte. Allerdings sahen dies in Deutschland lebende Afrikaner anders: Sie demonstrierten in einem Trauermarsch mit 250 Personen am 22. Juli 2001 und mit rund 200 Teilnehmenden im September des gleichen Jahres in Aschaffenburg gegen „Verfolgung durch nach ihrer Auffassung überwiegend rassistische Behörden und Bevölkerung“ (Main-Echo).

4.4 Bestätigung

Durch die Exekution einer unmenschlichen Politik im Umgang mit Fremden werden rechtsextreme Behauptungen wie die vom Boot, das angeblich voll ist, quasi staatlich, also von offizieller Stelle bestätigt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die einzelnen staatlichen oder parteipolitischen Akteure dies beabsichtigen.
Umgekehrt nehmen bürgerliche Politiker auch schon mal den sonst ach so geschmähten ultrarechten Mob zur Hilfe, wenn es gilt, eigene Politikvorstellungen zu begründen. So wurde nach den pogromartigen Ausschreitungen in Rostock 1992 nicht etwa das Vorgehen gegen den dort in mörderischer Absicht randalierenden Mob verschärft; vielmehr wurde der rassistische Pöbel zum Anlass genommen, die Verschärfung des Asylrechts durchzusetzen: „Die Übergriffe haben gezeigt, dass die jetzige Gesetzeslage nicht ausreicht“, sagte Bundesinnenminister Rudolf Seiters. Wohlgemerkt: Nicht die Gesetzeslage gegen die Randalierer, sondern die gegen die bedrohten Ausländer. So konnte die bis dahin noch zögernde SPD gedrängt werden, der Verfassungsänderung gegen das Asylrecht zuzustimmen.
Dass sich Rechtsextreme durch solches Zusammenspiel bestätigt fühlen, wird offensichtlich billigend in Kauf genommen.
Darüber hinaus trägt eine autoritäre oder unmenschliche Politik gegen Bürger/innen mit oder ohne deutschen Pass immer auch selbst Züge rechtsextremer Ideologie in sich. Das Argument, man könne Rechtsextremismus bekämpfen, indem man auf die Forderungen des Mobs und rechter Wähler/innen eingeht, bedeutet eben: rechtsextreme Politik machen!

5 Sonstige Aktivitäten

5.1 Ausgrenzung: nix Disco

In einer Mitteilung an das Main-Echo berichtete eine Aschaffenburgerin, ihr Ehemann wäre mehrfach der Zugang zur Diskothek „Apfelbaum“ verweigert worden. Grund: ihr Mann ist schwarzer Amerikaner. „No Nigger“ sollen die Türstehen geraunt haben.
Dem widerspricht der Diskothekenbetreiber. Allerdings: In einem anderen Brief berichtete ein Deutscher, dass ein Bekannter von ihm – Italiener mit türkischem Aussehen (oder dem, was ein deutscher Türstehen dafür hält) – ebenfalls nicht in den „Apfelbaum“ durfte!

5.2 Gewaltandrohung und Gewaltausübung

Vorurteile und Hass zeigen sich immer wieder auch in angedrohter oder vollzogener Gewalt.

5.2.1 Morddrohungen

Überregional wahrgenommen wurde im Jahr 2001 ein in Aschaffenburg freigestempelter Brief an den Deutschen Caritasverband in Freiburg. „Darin werden Morddrohungen gegen prominente Vertreter der jüdischen Gemeinden ausgestoßen. Kirchen und Organisationen, die Solidarität mit Juden geäußert haben, werden angegriffen. (…) Caritas-Präsident Hellmut Puschmann sprach von einem `trüben Gebräu aus Engstirnigkeit und rassistisch motiviertem Hass´(…) Dieser Vorfall erinnert an ein ehemaliges NPD-Mitglied aus dem Kreis Miltenberg; der Mann hatte monatelang volksverhetzende Briefe verschickt. Von Juli bis September (gemeint ist das Jahr 2000; der Verf.) gingen mindestens 12 `unsägliche Pamphlete´, aus denen `der Geifer des Hasses gegen Ausländer und Juden´ fließt (ME) unter wechselnden falschen Namens- uns Adressenangaben bei der Main-Echo-Redaktion ein. Auch andere wie der Bürgermeister von Seligenstadt hatten von ihm entsprechende Post erhalten.“

5.2.2 „Vergasen“

Rechtsextreme Ideologie ist immer auch behindertenfeindlich. Dies musste eine Bürgerin des Landkreises Miltenberg im Jahr 2002 feststellen. Die sichtlich körperbehinderte Frau wurde in einem Baumarkt von einem Mann angesprochen, der sinngemäß äußerte, sie sei wohl bei der Vergasung vergessen worden bzw. sie müsse noch vergast werden. Die Betroffene wandte sich an den Marktleiter, der Anzeige gegen den Kunden erstattete und Hausverbot erteilte.
Die erwähnte Frau berichtete, dass sie die Dunkelziffer – also die niemals zur Anzeige gebrachten Beleidigungen und Angriffe gegenüber behinderten Menschen – für immens hält. Auch sie selbst sei früher nicht gestärkt genug gewesen, solchen Beleidigungen entgegenzutreten.
Dieses Beispiel darf daher für viele Fälle stehen, in denen behinderte Mitmenschen beleidigt und gedemütigt werden, ohne dass dies bekannt wird.

5.2.3 Hohe Gewaltbereitschaft

Inwieweit neben den angedrohten auch ausgeführte Gewalttaten auf Kosten von Neo-Nazis gehen, ist nur schlecht zu dokumentieren. Die erhöhte Gewaltbereitschaft in diesen rassistisch und patriarchal strukturierten Gruppen (dies gilt auch und besonders für rechtsextreme Skinheads) ist bekannt und war bereits in früheren Jahren auch am Untermain immer wieder belegbar. Bei „141 Delikten mit fremdenfeindlichem oder antisemitischem Hintergrund“ im Jahr 2000 in Unterfranken lag der Bereich der Polizeidirektion Aschaffenburg mit 51 Delikten auf dem ersten Platz.
Hier ist auch interessant, dass bereits im August 2000 „bei einer Motorradgruppe im Raum Miltenberg Waffen, Betäubungsmittel und rechtsextremes Material sichergestellt“ wurden; der hier auftretende und oft unterschätzte Zusammenhang zwischen Drogengebrauch und Rechtsextremismus wurde z.B. auch sichtbar bei jenem Aschaffenburger Kleindealer, bei dem man im November 2000 rechtsextremes Propagandamaterial fand.
Gut erkennbar wird die Bereitschaft zu extremer körperlicher Gewalt in rechtsextremen Kreisen, wenn wir z.B. an den Überfall vom Januar 2001 denken, als „mehrere Rechtsorientierte eine `alternative´ Party“ angriffen, oder an einen Vorfall vom August 2000: Damals trafen sich Rechtsextreme im Mömlinger Steinbruch, „wobei einer im Streit erschlagen wurde“.
Wiederum in Mömlingen waren es 2003 „u.a. die sattsam bekannten Springerstiefel (das übrige Outfit wird entsprechend gewesen sein), mit denen ein Mann malträtiert wurde. Vier Jugendliche bzw. junge Männer (bei der Tat 16 bis 19 Jahre alt) wurden (…) angeklagt. Fazit: Gefährliche Körperverletzung. Sie hatten dem Opfer Gehirnerschütterung, Nierenquetschung, Kieferprellung und weitere Verletzungen beigebracht. `Rund 20 Personen hätten in einer Gruppe zusammengestanden und die Auseinandersetzung miterlebt.´ (Main-Echo, 26.03.03) – Deutschland im 3. Jahrtausend: Nach Big Brother und anderen Reality-Shows jetzt das Live-Programm `Hau den Lukas´. Und da kann auch Alkohol nicht als Entschuldigung gelten. Nicht bei den Tätern und nicht bei den Zuschauern.“
Die Dunkelziffer der nicht erfassbaren, weil nicht öffentlich gewordenen Gewalttaten von Rechtsextremisten dürfte allerdings erheblich sein.

5.3 Propaganda und Sachschaden

Auch diverse so genannte Propagandadelikte sind immer wieder festzustellen, so bei jenem „Metallbauer aus einer Maintalgemeinde“, der 2003 in Obernburg vor Gericht stand. Diebstähle, Einbruch, Bedrohung – und das Sprayen von Nazi-Sprüchen wurden ihm zur Last gelegt.
Die Miltenberger Caritas musste immer wieder rechtsextreme Aufkleber in ihrem Eingangsbereich entfernen, so im September 2000; „dies passiert vor allem dann, wenn das neue ASYL AM UNTERMAIN im Schaukasten hängt“. (106)
Der Landes-Verfassungsschutzbericht Bayern für das Jahr 2001 erwähnte eine von Unbekannten verübte Aktion im Schulhof von Hausen: Hakenkreuze, SS-Runen sowie die Schriftzüge „Heil Hitler“ und „Scheiß Türken“ wurden hier angebracht. (107)
Ein anderer – schwerwiegenderer – Fall war im November 2001 in Amorbach zu verzeichnen, wo ein Sachschaden von 12.500 Euro entstand, als Täter aus dem rechtsextremen Milieu „mehrere Häuser und Fahrzeuge mit Nazi-Schriftzügen und Symbolen beschmierten bzw. zerkratzten“. (108)
Ebenfalls in Amorbach tauchten auch 2003 wieder Hakenkreuze und extrem rechte Parolen auf. (109)
Unter Propaganda sind auch die Aktionen zum Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess einzureihen: Im Jahr 2000 wurde die Miltenberger Main-Brücke mit einem entsprechenden Transparent behängt und in Stockstadt Plakate geklebt. (110)
Auch hier gilt die Einschränkung der Dunkelziffer: Längst nicht alles, was an ekliger ultrarechter Propaganda in Erscheinung tritt wird soweit bekannt, dass es hier aufgeführt werden kann.

6 Fazit

6.1 Grundsätzlich: Rückgang der Aktivitäten

Nach Auswertung der vorliegenden Fakten kann festgehalten werden: Gemessen an den Neunzigerjahren sind die Aktivitäten der Rechtsextremen am bayerischen Untermain zurückgegangen. Denn damals sind Rechtsextreme erheblich auffälliger und gefährlicher in Erscheinung getreten:
1991: Brandanschlag auf das Vereinsheim eines türkischen Fußballclubs in Großheubach
im gleichen Jahr: zwei Brandsätze vor einem Aussiedlerwohnheim in Schneeberg
ebenfalls 1991: die „Aschaffenburger Aktionstage“ der gesammelten extremen Rechten (u.a. mit Friedhelm Busse) und deren Zusammenarbeit im „Deutschen Freundeskreis“ in diesen Jahren
1992: der Wasseranschlag auf das fast bezugsfertige Flüchtlingswohnheim in Sulzbach-Soden (alle Wasserhähne aufgedreht; bis zu 100.000 DM Sachschaden)
1993/1994: die Anti-Antifa-Liste für Aschaffenburg-Miltenberg
ab 1993 bis 1996: die jährlichen „Trauermärsche“ für einen von einem Albaner in Notwehr getöteten Deutschen (ab 1994 eine reine Veranstaltung der Rechtsextremen)
1994: der international besetzte Jungnazi-Kongress in Klingenberg mit rund 200 Teilnehmenden
1996: die Nazi-Aktion gegen ein Konzert von Konstantin Wecker in Aschaffenburg
ebenfalls 1996: Angriffe auf einen Bauwagen von Punks in Elsenfeld
1997: das durch die Polizei ausgehobene umfangreiche Waffenlager eines Neonazis in Amorbach (u.a. Maschinengewehre und Handgranaten)
noch 1997: der Versuch von Klaus Beier und ca. 30 seiner Kameraden, zwei SPD-Veranstaltungen in Schneeberg und Amorbach zu sprengen
Aktivitäten in dieser Qualität sind nicht mehr zu verzeichnen; rassistisch motivierte Gewalt, zahlreiche Propagandadelikte, Drohungen, reaktionäre Leserbriefe etc. gab es in den Jahren vor 2000 Jahren selbstverständlich auch mehr als ausreichend.

6.2 Grund: Rück- und Wegzug von rechtsextremen Führungsfiguren

Es wäre übertrieben, den festgestellten Rückgang in der Qualität und vermutlich auch Quantität rechtsextremer Aktivitäten einem wachen Antifaschismus zuzuschreiben. Dieser konnte zwar die NPD in ihre Grenzen weisen, bis diese ihre jährlichen Aufzüge in Aschaffenburg in den 90er Jahren abblasen musste; auch war die sehr erfolgreiche Demonstration gegen Neonazis in Amorbach 1998 sicher demotivierend für die rechtsextreme Szene. Grundlegender für einen Aktivitätsrückgang in den letzten Jahren dürfte allerdings der Wegzug von Beier und Schwab sein sowie der Rückzug einstiger REP-Funktionäre und von Kadern verbotener Organisationen (FAP, Wiking-Jugend).

6.3 Ansteigend: jugendlicher Rechtsextremismus

Eine dumpfe rechtsextreme Szene gibt es im hessisch-bayerischen Grenzraum (und damit am bayerischen Untermain) allerdings dennoch. Und: Diese Szene ist jung, besteht aus Neonazis und Skinheads, organisiert sich – wenn sie sich organisiert – in Kleingruppen, evtl. im Umfeld des genannten Szene-Ladens, kommuniziert wohl über Internet/e-Mails, ist schlechter zu erfassen als fest organisierte Gruppen.
Diese Szene wächst – im Gegensatz zur sonstigen Entwicklung – offensichtlich in den Jahren seit 2000 stark an. Kontakte dieser Unorganisierten zu Parteien oder so genannten Freien Kameradschaften werden höchstens zufällig bekannt, dürfen aber vermutet werden, wobei diese Szene sich erfahrungsgemäß gegen eine starke Einbindung in Parteien wehrt.
Für gesellschaftlich ausgesonderte Gruppen – Flüchtlinge, Behinderte, Punks etc. – und für links bzw. antifaschistisch auftretende Menschen bildet diese Szene eine nicht zu unterschätzende Gefahr, da – wie hier schon erwähnt wurde – eine hohe Gewaltbereitschaft vorausgesetzt werden muss.
Für den gesellschaftlichen Diskurs, also das politische Gesamtklima „in diesem unserem Lande“ (Kohl), ist diese Szene weniger bedeutend.

6.4 Größte Gefahr: Extremismus der „Mitte“

Im Rassismus, Antisemitismus, Militarismus und den Ungleichheitsgedanken, die immer wieder in der Mitte der Gesellschaft anzutreffen sind – und nicht nur bei Stiefel- und Uniformnazis – besteht nach wie vor die größere Gefahr, die darin liegt, dass der gesellschaftliche Mainstream die Politik weiter Stück für Stück nach rechts rückt, wobei die Politik selbst gerne als Stichwortgeberin fungiert. Eine gefährliche Wechselbeziehung, wie sie bei der faktischen Abschaffung des Asylrechts gut sichtbar wurde.
Ein Wahlkampf gegen die Türkei in der EU, angeblich wissenschaftliche Anmerkungen über die genetische Ungleichheit der „Rassen“, bestimmte Äußerungen von Honoratioren zur Politik Israels, geschichtsfälschende Anmerkungen eines Abgeordneten, die tränenfeuchte Diskussion um einen deutschen Fußballfilm, ein Hollywoodstreifen zur Passion Jesu mit antisemitischen Untertönen – all das hatten wir schon, all das bringt das Gedankengut der Rechtsextremen weiter in die Bevölkerung als es diese Rechtsextremen selbst je könnten.
Wir dürfen dem Antifaschistischen Aktionstreffen Odenwald zustimmen, wenn es in einem Demonstrationsaufruf feststellt: „Die Parolen, die Nazis auf ihren Aufmärschen brüllen, sind nur eine extremere Form von dem, was die `bürgerliche Mitte´ und etablierte Parteien im Kopf haben. Diesen Rechtsextremismus der Stiefelnazis von NPD und Freien Kameradschaften lehnt zwar der gesellschaftliche Mainstream ab, ohne sich allerdings die vorhandenen geistigen Gemeinsamkeiten vor Augen zu führen. Nazis selber fühlen sich nicht ohne Grund immer häufiger als `gewalttätiger Arm des Stammtisches´. Während staatliche Institutionen einem Obdachlosen die Sozialhilfe entziehen, wird er von Neonazis als nicht wertvoll für die Volksgemeinschaft betrachtet und im Extremfall ermordet. Während AsylbewerberInnen von Staat und Polizei in Abschiebehaft genommen, erniedrigt und danach in Elend und Tod geschickt werden, trauen sich MigrantInnen in vielen Orten aus Angst vor rechten Übergriffen nicht ein mal mehr aus dem Haus.“ (111)
Charlotte Wiedemann stellt dazu fest, dass ein unvoreingenommener Wissenschaftler bei Beobachtung einer einschlägigen Bundestagsdebatte feststellen müsste, dass „bei zahlreichen Parlamentariern Argumente, Polemiken und Gefühlsäußerungen“ auftauchen, die „vertraut sind aus der Untersuchung von Einstellungen rechtsextrem gesonnener Jugendlicher. Etwa: Eine Abwehhaltung gegenüber allen Fremden; eine Bereitschaft zu rassistischen Vorurteilen; die Neigung zu autoritären Lösungen statt zum demokratischen Gewährenlassen; die Mobilisierung von Angst und Aggression durch Dramatisierung eines Problems oder eines Gegners.“ Die Methoden von etablierter Politik und rechtsextremen Jugendlichen sind dabei durchaus unterschiedliche. Denn die Politiker der Bundestagsparteien „lehnen individuelle Gewalt ab; das Gewaltmonopol soll beim Staat bleiben.“ Es soll hier „keiner Gleichsetzung das Wort geredet werden. Wohl aber ist von einem Verwandtschaftsverhältnis auszugehen zwischen den Einstellungen und Denkmustern der so genannten gesellschaftlichen Mitte und den Rechtsextremen“. (112)
Aktivitäten gegen den Extremismus aus der Mitte sind sicher nicht so spannend und spektakulär wie der Kampf gegen Nazis und Glatzen, sondern deutlich schwieriger und erfordern mehr Ausdauer. Aber diese Aktivitäten – vom Leserbrief bis zur Demonstration oder dem zivilen Ungehorsam – sind erheblich wichtiger und so unabdingbar wie die praktische Solidarität mit denjenigen, die besonders von neonazistischen Übergriffen bedroht sind.
Und das gilt auch in der Region bayerischer Untermain.

Oben: Titelblatt der Printausgabe

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Fußnoten:
1 Zu den Fußnoten sei gesagt: Sie dienen nur der Quellenangabe; das Verständnis des Textes ist auch ohne Zuhilfenahme der Fußnoten gegeben. Aber schließlich soll jede Aussage auch belegbar sein; daher die stattliche Anzahl.
Zu den Fußnoten, die sich auf das Main-Echo beziehen: Das Main-Echo erscheint mit mehreren Lokalausgaben, wenn klar war, dass der Beitrag nur in einer Ausgabe erschien, ist dies angegeben (Bote vom Untermain – Lokalausgabe für den Altkreis Miltenberg); ansonsten ist einfach Main-Echo als Quelle genannt.
2 Für 1991 geschah dies in einem IDeF-Beitrag für Asyl am Untermain Nr. 8 (März 1992),
für 1991 und 1992 in einer Dokumentation der IDeF (Juni 1993),
für 1992 und erstes Halbjahr 1993 in einer Dokumentation des Freundeskreises Asyl Miltenberg (Sept. 1993),
für 1993 in einer Dokumentation der IDeF (Febr.1994),
für 1994 in einer Dokumentation der IDeF (Dez.1994),
für 1995 in einer Dokumentation der IDeF (o.J.),
für 1996 in einer Dokumentation der IDeF (Jan. 1997),
für 1997/1998 in einem Rundbrief der IDeF (11.12.98),
für 1999 in einem EXTRA intern von Asyl am Untermain (Juni 2000);
aus diesen Dokumentationen resultierten zahlreiche Beiträge in der lokalen und überregionalen Presse.
Bereits 1989 erschien die Broschüre Dokumentation: Rechtsextreme Aktivitäten im Landkreis Miltenberg und Gegenaktionen, Hrsg.: Kultur- und Jugendinitiative Miltenberg e.V., Selbstverlag;
hinzuweisen ist auch auf die Reader zur Antifa-Arbeit, die im Rahmen der Wochenendseminare des Bündnisses gegen Rechts (Aschaffenburg) erschienen (Seminare 1991, 1992, 1994),
auf die Dokumentation Übersicht: Rechtsextreme im Kreis Miltenberg der IDeF (April 1994)
und die Dokumentation: Nicht nur schrille Pfiffe – oder: Wie die „Republikaner“ in Miltenberg einmal eine ganz derbe Schlappe einstecken mussten (IDeF, August 1994)
sowie auf den Beitrag Mitten unter uns: Neo-Nazis am Untermain (Asyl am Untermain Nr. 18, Sept. 1997).
3 Aus: „Mitten unter uns: Neo-Nazis am Untermain“, Asyl am Untermain Nr. 18, Sept. 1997
4 Internetrecherche vom 26.02.04; div. Web-Seiten
5 www.npd.net/npd_startseiten/wahlen.html – Abruf vom 26.02.04
6 www.npd.net (Europawahl) – Abruf vom 26.02.04
7 siehe z.B.: Asyl am Untermain – EXTRA intern, Juni 2000: Intoleranz, Rassismus und mehr – Rechtsextremismus am bayerischen Untermain
8 „NPD-Spitze in Miltenberg: Argumente statt Verbote – Nein zum NPD-Verbot!“, Pressemitteilung der NPD vom 11.11.00, zit. nach die-kommenden.net, Abruf vom 03.03.04
9 „Narrenhände …“, Asyl am Untermain Nr. 27, März 2002
10 „Gedenkt der Opfer Würzburgs – Heldengedenken und Gedenken der Opfer des Britischen Bombenangriffes“, Aufruf, Anfang 2004
11 www.npd-unterfranken.de/index2.htm – Abruf vom 26.02.04
12 NPD-Pressemiteilung „Uwe Meenen neuer NPD-Bezirksvorsitzender“ vom 10.06.03
13 „Seltsame Internetseite für Unterfranken“, Asyl am Untermain – Meldungen, 09.10.02 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
14 www.npd-unterfranken.de – Abruf vom 26.02.04
15 „Ruhe im Glied rechts außen Asyl am Untermain Nr. 26, Sept. 2001
16 „Endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2002 – Wahlkreis 248 – Aschaffenburg“, www.bundeswahlleiter.de, Abruf vom 05.03.04
17 „Endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2002 – Wahlkreis 250 – Main-Spessart“, www.bundeswahlleiter.de, Abruf vom 05.03.04
18 http://www.rep-reinickendorf.de/Veranst.htm – Abruf vom Febr. 2004
19 so z.B. am 14.03.01 im Main-Echo mit einem Leserbrief gegen gewerkschaftliche Forderungen
20 Asyl am Untermain – EXTRA intern, Juni 2000: Intoleranz, Rassismus und mehr – Rechtsextremismus am bayerischen Untermain
21 Asyl am Untermain Nr. 24, Sept. 2000 (Editorial); siehe auch: www.caritas-mil.de/Texte/AaU.htm
22 „Ruhe im Glied rechts außen?“, Asyl am Untermain Nr. 26, Sept. 2001
23 „Narrenhände …“, Asyl am Untermain Nr. 27, März 2002
24 http://www.landkreis-aschaffenburg.de/Verwaltung_u._Gremien16008/ Der_Kreistag16033/ – Abruf vom 09.03.04
25 „Endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2002 – Wahlkreis 248 – Aschaffenburg“, www.bundeswahlleiter.de, Abruf vom 05.03.04
26 „Endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2002 – Wahlkreis 250 – Main-Spessart“, www.bundeswahlleiter.de, Abruf vom 05.03.04
27 „Anmerkungen zu den Bayernwahlen 2003: Der Untermain hat gewählt – Grüne Pudelmütze als Wahlaussage“, in: nhz (Hanau) Nr. 123, Herbst 2003
28 Bayerisches Staatsministerium des Innern: Verfassungsschutzbericht 2003, S. 89, München 2004
29 siehe: www.idgr.de (Lexikoneintrag Deutsche Liga für Volk und Heimat)
30 siehe: www.idgr.de (Lexikoneintrag: Frey, Gerhard)
31 Verfassungsschutzbericht 2002, siehe: www.verfassungsschutz.de
32 siehe: www.idgr.de (Lexikoneintrag: Bürgerbewegung Solidarität)
33 „Endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2002 – Wahlkreis 248 – Aschaffenburg“ und „… Wahlkreis 250 – Main-Spessart“, www.bundeswahlleiter.de, Abruf vom 05.03.04
34 s. Fußnote 26
35 siehe: www.idgr.de (Lexikoneintrag: Kameradschaften)
36 Demonstrationsaufruf des Antifaschistischen Aktionstreffens Odenwald zum 24.04.04; s. auch: www.wir-rocken-2004.de
37 Bayerisches Staatsministerium des Innern: Verfassungsschutzbericht 2003, S. 88, München 2004
38 sihe z.B.: http://www.geocities.com/mangan76/hinfap.htm
39 „Zwei rechte Gruppen außer Gefecht gesetzt“, Main-Echo, 30.09.03; Bayerisches Staatsministerium des Innern: Verfassungsschutzbericht 2003, S. 76, München 2004
40 „Rechtsextreme wollen auch in Franken Jugendliche für Neonazi-Szene gewinnen“, Main-Echo, 21.02.01
41 „Zivilcourage vorleben, Selbstbewusstsein stärken – Diskussion über Rechtsextremismus …“, Main-Echo, 26.03.01
42 „Rechte Umtriebe“, Main-Echo, 19.04.01
43 „Rechtsextreme Straftaten in Unterfranken nahmen im vergangenen Jahr deutlich zu“, Main-Echo, 22.05.01
44 Bayerisches Staatsministerium des Innern: Verfassungsschutzbericht 2003, S. 72, München 2004
45 Notiz ohne Titel, Asyl am Untermain – Meldungen, 12.03.02 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
46 „Motorhaube zerkratzt“, Bote vom Untermain, 03.04.01
47 „TV Kirchzell trifft Vorsorge gegen Schläger“, Leserbrief, Bote vom Untermain, 23.06.01
48 Main-Echo, 03.03.03, zit. nach. „Schlägerei“, Asyl am Untermain – Meldungen, 05.03.03 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
49 Meldung ohne Titel, Asyl am Untermain – Meldungen, 19.06.02 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
50 Meldung ohne Titel, Asyl am Untermain – Meldungen, 28.05.02 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
51„Neonazis mit Musik auf Nachwuchssuche“, Main-Echo, 02.04.01
52 „Ruhe im Glied rechts außen?“, Asyl am Untermain Nr. 26, Sept. 2001
53 Bote vom Untermain, 14.05.03, zitiert nach „Propaganda und Musik“, Asyl am Untermain – Meldungen, 19.05.03 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
54 „Skinheads feierten im Mömlinger Wald“, Main-Echo, 24.06.03; www.auszeit-news.de.vu – Abruf Febr. 2004
55 Demonstrationsaufruf des Antifaschistischen Aktionstreffens Odenwald zum 24.04.04; s. auch: www.wir-rocken-2004.de
56 „Zwei rechte Gruppen wurden außer Gefecht gesetzt“, Main-Echo, 30.09.03
57 www.auszeit-news.de.vu – Abruf Febr. 2004
58 www.auszeit-news.de.vu – Abruf Febr. 2004
59 Aussage einer Miltenberger Familie gegenüber der IDeF, 05.10.03
60 Demonstrationsaufruf des Antifaschistischen Aktionstreffens Odenwald zum 24.04.04; s. auch: www.wir-rocken-2004.de
61 „Versöhnung ist keine Einbahnstraße“, Leserbrief, Bote vom Untermain, 03.04.01
62 „Ständiges Beschwören deutscher Schuld“, Leserbrief, Main-Echo, 14.03.01
63 „Wer entschädigt meinen Vater?“, Leserbrief, Main-Echo, 11.04.01
64 „Verantwortung in hohem Maße wahrgenommen“, Leserbrief, Main-Echo, 06.02.01
65 „Zuerst die Engländer“, Leserbrief, Main-Echo, 06.02.01
66 „Was mit dem vielen Geld passiert?“, Leserbrief, Main-Echo, 09.02.01
67 Manfred M. Krug: „Der Herr Fürst und der Faschismus“, Asyl am Untermain – Meldungen, 03.12.02 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
68 „Gemischte Gefühle vor tschechischem EU-Beitritt“, Main-Echo, 09.03.04
69 Leserbrief, Main-Echo, 22.03.99
70 „Der Stammtisch schreit nach Folter“, Asyl am Untermain – Meldungen, 24.03.03 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
71 „Was sind Kinder überhaupt noch wert?“ und „Das einzig Richtige“, Leserbriefe, Main-Echo, 03.03.94
72 FRITZ (Aschaffenburg) Nr. 3/2004
73 „Unglaubliche, instinktlose Maßlosigkeit der Sprache“, Leserbrief, Main-Echo, zit. nach www.denkenhilft-ev.de, Abruf vom Febr. 2004
74 www.attac-aschaffenburg.de/aktuelles/BeschwerdePresser_2004-02.odf – Abruf vom Febr. 2004
75 „Presserat: Formulierung `sehr unglücklich gewählt´“, Main-Echo, 20.02.04
76 www.denkenhilft-ev.de – Abruf vom Febr. 2004
77 siehe: www.idgr.de (Lexikoneintrag: Protokolle der Weisen von Zion)
78 „Strafanzeige gegen Prima Sonntag wegen `Juden erobern Aschaffenburg´“, Main-Echo, 14.02.03
79 „Dumm oder faul“, Leserbrief, Main-Echo, 04.04.01
80 Asyl am Untermain Nr. 24, Sept. 2000, s. auch: www.caritas-MIL.de/Texte/AaU.htm
81 siehe: www.denkenhilft-ev.de
82 Anton Maegerle: „Die `Deutsche Militärzeitschrift´ (DMZ)“, in: www.idgr.de (Lexikoneintrag: Deutsche Militärzeitschrift)
83 Christian Vollradt in der Zeitschrift Sezession, April 2003, zitiert nach: s. Fußnote 83
84 s. Fußnote 83
85 Tobias Kaufmann: „Vom Feind umschlossen“, die tageszeitung, 18.07.00
86 Werbetext zur Band 2266, landser.de, Abruf vom 29.03.04
87 siehe: www.idgr.de (Lexikoneintrag: National-Zeitung)
88 errechnet aus offiziellen Bevölkerungszahlen; Internetrecherche vom 23.04.04
89 siehe: www.daga-alzenau.de.vu
90 „Nicht alles, was religiös ist, ist zugleich auch human“, Asyl am Untermain Nr. 27, März 2002
91 Burkhard Oberle: Zwei Aschaffenburger Flüchtlinge im „Ausreisezentrum“, Asyl am Untermain – Meldungen, 03.12.02 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
92 „Nach zehn Jahren in der Bundesrepublik: Galo Kossi wird nach Togo abgeschoben“, Main-Echo, 10.03.04
93 „Grenzen undicht: `42 Illegale aufgegriffen´“, Asyl am Untermain – Meldungen, 24.07.02 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
94 „Versuchte Selbsttötung“, Asyl am Untermain Nr. 26, Sept. 2001
95 „Lieber den Tod als die Abschiebung“, Asyl am Untermain Nr. 26, Sept. 2001
96 „Bei Polizeieinsatz getötet“, Asyl am Untermain Nr. 26, Sept. 2001
97 Zitate nach: www.living-with-conflict.org/v03/cms.php?ID=643&language=DE
98 „No Nigger?“, Main-Echo, 26.03.01
99 „Aschaffenburg/Miltenberg: Morddrohung etc.“, Asyl am Untermain Nr. 25, März 2001
100 Aussage der betroffenen Frau vom 23.04.04
101 „Rechtsextreme Straftaten in Unterfranken nahmen im vergangenen Jahr deutlich zu“, Main-Echo, 22.05.01
102 „Ruhe im Glied rechts außen?“, Asyl am Untermain Nr. 26, Sept. 2001
103 „Ruhe im Glied rechts außen?“, Asyl am Untermain Nr. 26, Sept. 2001
104 Manfred M. Krug: „Schmierfinken und Springerstiefel = gefährliche Dummheit“, Asyl am Untermain – Meldungen, 28.03.03 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
105 „Grassierender Gedächtnisschwund“, Main-Echo, 21.08.03
106 Asyl am Untermain Nr. 25, März 2001
107 zit. nach Asyl am Untermain – Meldungen, 30.04.02 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
108 „Narrenhände …“, Asyl am Untermain Nr. 27, März 2002
109 Manfred M. Krug: „Schmierfinken und Springerstiefel = gefährliche Dummheit“, Asyl am Untermain – Meldungen, 28.03.03 (unter www.caritas-MIL.de; Rubrik zwischenzeitlich nicht mehr im Netz)
110 „Ruhe im Glied rechts außen?“, Asyl am Untermain Nr. 26, Sept. 2001
111 Aufruf zur Demonstration am 24.04.04 in Aschaffenburg, siehe: www.wir-rocken-2004.de
112 Charlotte Wiedemann: „Die Themen der Rechten sind die Themen der Mitte“, in: Handbuch deutscher Rechtsextremismus, hrsg. von Jens Mecklenburg, Berlin 1996, S. 823/825